Arbeitslosenquote sinkt auf 3,4 Prozent

Rosenheim: Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Zehn-Tausender-Marke

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Wegweiser Arbeitsamt„Das Wetter war zwar nicht durchgehend schön, aber dennoch stabil genug, dass es positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hatte. Die Zahl der Arbeitslosen ist von 10.450 im Februar auf nun 9.670 zurückgegangen“, so Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, bei der Bekanntgabe der aktuellen Daten. Grau weiter: „Von Mitte Februar bis Mitte März prägte eine starke Dynamik den Arbeitsmarkt, in Zahlen ausgedrückt bedeutet dies 3.440 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit, davon 1.630 in Arbeit gegenüber 2.710 neuen oder erneuten Zugänge, davon 1.310 aus einer Erwerbstätigkeit heraus.

Ein Blick auf einzelne Berufsgruppen zeigt die momentane Lage: Bei den Außenberufen hat sich viel getan, allerdings noch nicht in der Größenordnung wie im Vorjahr. Im gesamten Bau- und Baunebengewerbe, in der Land- und Forstwirtschaft oder im Garten- und Landschaftsbau, haben zwar viele der sogenannten „Wiedereinsteller“ bis zum 12. März (Zähltag) ihre Arbeit aufgenommen, sind also von ihrem bisherigen Arbeitgeber zurückgerufen worden und beendeten dadurch ihre Arbeitslosigkeit. Die aktuellen Zahlen belegen aber auch, dass einige Betriebe mit der (Wieder)-Einstellung noch zögern beziehungsweise abwarten bis nach den Ostern.

Für den Monat April dürfte daher mit einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit zu rechnen sein. Beim Hotel- und Gaststättengewerbe, das insbesondere in den Sommermonaten ein wichtiger Beschäftigungsmotor hier in der Region ist, hat die Saison noch nicht wirklich begonnen. Bis dato wurde nur ein Teil der Belegschaft wieder eingestellt, die meisten warten noch auf den Saisonstart, bei hoffentlich gutem Wetter zu den Osterfeiertagen.“

Die Arbeitslosenquote ist von Februar auf März deutlich zurückgegangen und zwar von 3,7 auf 3,4 Prozent. Auch im Vorjahr lag die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent. Die saisonale Winterarbeitslosigkeit – von der Männer durch die Außenberufe stärker betroffen sind als die Frauen – konnte noch nicht ganz abgebaut werden. Daher ist die Arbeitslosenquote der Männer mit 3,9 Prozent deutlich höher als bei den Frauen (3,0 Prozent).

 

Zu den gemeldeten Arbeitsstellen: Im Berichtszeitraum (12. Februar bis 12. März)  wurden der Agentur für Arbeit 1 040 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet, 90 mehr als im März letzten Jahres. Am statistischen Zähltag (12.03.2015) gab es im gesamten Agenturbezirk, der die kreisfreie Stadt Rosenheim, sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, 3 090 Arbeitsangebote, davon 2 940 sozialversicherungspflichtige. Für den Matchingprozess werden alle ins Fachverfahren der Agentur für Arbeit eingespeist, viele davon sind dann auch offen in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de zu finden.

„Der Bedarf der Wirtschaft im Hinblick auf die gewünschte Qualifikation, beziehungsweise die geforderten Abschlüsse ist relativ hoch“, ergänzt Grau. „Wir passen daher die Arbeitslosen laufend mit verschiedenen Maßnahmen an die Bedürfnisse des Marktes an. So sind von Mitte Februar bis Mitte März 750 Erwerbslose in kürzere Lehrgänge und Kurse eingetreten, weitere 100 haben direkt mit einer beruflichen Weiterbildung begonnen“, so Grau.

 

Der stellvertretende Agenturleiter weiter: „Uns liegen jetzt auch erste Daten vom Ausbildungsstellenmarkt für den Ausbildungsbeginn im Herbst vor. Man kann es auf einen Nenner bringen: Es gibt noch viele offene Ausbildungsstellen, aber auch Bewerber suchen noch!“

Seit Oktober letzten Jahres haben sich 2 590 Jungen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen, 70 mehr als im letzten Jahr um diese Zeit. Aktuell suchen noch 1 530 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle. Auf der Stellenseite sieht es wie folgt aus: 2 950 Ausbildungsstellen wurden von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. der Agentur für Arbeit gemeldet, 1 770 davon sind noch zu besetzen.

Grau führt weiter aus: „Der Ausbildungsstellenmarkt ist gut und die Jugendlichen haben beste Chancen eine betriebliche Ausbildungsstelle zu bekommen. Die Palette der angebotenen Berufe ist sehr vielseitig und reicht von A-Z. Ich möchte beispielhaft nur ein paar heraus greifen (es gilt jeweils auch die weibliche Form): Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Koch, Anlagenmechaniker für Sanitär/Heizung/Klima, Kaufmann im Einzelhandel (mit einer großen Branchenvielfalt), aber auch Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Hotel- und Restaurantfachmann, Steuerfachangestellte, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte, und.. und.. und. Ich möchte daher alle Jugendlichen – auch ältere, die bis dato nach der Schulzeit nur gejobbt haben – ermuntern: Nutzt die gute Lage und beginnt mit einer betrieblichen Ausbildung, sie ist immer ein guter Grundstock für alle weiteren beruflichen und/oder schulischen Schritte, bis hin zum Studium.“

 

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Derzeit sind 1 846 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 84 auf 760. Für 1 086 SGB II-Kunden, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.

Ø  Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 3,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Hier sind 2 516 Männer und Frauen bei der Hauptagentur Rosenheim arbeitslos gemeldet, 322 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 616 erwerbslose SGB II-Kunden (18 mehr als im Februar). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 4 132.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im März aktuell eine Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent aus. Das entspricht 2 073 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1 268 Männer und Frauen, 187 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 805 (26 mehr als im Februar) werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut.

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 645 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 3,2 Prozent entspricht. Davon sind 1 137 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 181 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Deren Jobcenter betreut 508 Arbeitslose, 19 weniger als im Februar.

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