„Anderen zu helfen, das ist ein gutes Gefühl“

Beim Festabend der Wasserburger Feuerwehr stimmte einfach alles

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Feuerwehrfest_Ehrenabend-1291Man kann es nicht anders beschreiben: Sympathisch, kurzweilig, stimmungsvoll und absolut authentisch – so präsentierten sich gestern die Verantwortlichen der Wasserburger Feuerwehr beim großen Festabend zum 150-jährigen Bestehen. Da stimmte einfach alles. Kommandant Georg Schmaderer und Vorstand Rudi Göpfert blickten auf die bewegte Geschichte der Wehr zurück, die eine der ältesten in der ganzen Region ist. Grußworte sprachen Bürgermeister Michael Kölbl, Stellvertretender Landrat Josef Huber und Kreisbrandrat Richard Schrank. 

… und dann war es eine Minute ganz still. Die Festgäste, die Stadtkapelle, die Schäffler, die Wasserburger Vereine und die Floriansjünger standen gemeinsam um ein großes Feuer mitten im Hof des Feuerwehrgerätehauses. Und man merkte, dass in dieser Minute alle in sich gingen und den Abend einfach nur genossen. Der Himmel hatte endlich mal seine Schleusen geschlossen und die Anspannung der Vorbereitung auf das Fest fiel den Floriansjüngern von den Schultern.

Zuvor hatten Vorstand Rudi Göpfert, Kommandant Georg Schmaderer und Zweiter Vorsitzender Florian Pytlik im historischen Rathaussaal den Festabend zum 150-jährigen Bestehen souverän, locker und kurzweilig über die Bühne gebracht. Das lag auch an der beschwingten Moderation von Stadtrat Wolfgang Schmid, der zusammen mit der Stadtkapelle die Gäste durch den Festabend begleitete.

In seinem Grußwort stellte Bürgermeister und Schirmherr Michael Kölbl die Frage, woher die Frauen und Männer der Feuerwehr eigentlich ihre Motivation beziehen, Tag für Tag rund um die Uhr ehrenamtlich für den Einsatz parat zu stehen: „Ich glaube, es sind der Wille und die Freude daran, anderen zu helfen. Das gibt dem Leben einen Sinn.“

5Kreisbrandrat Richard Schrank (Foto) beschrieb in seinem Grußwort den „Prototypen“ eines Feuerwehrmannes und wie der Herrgott ihn erschaffen hat. „Er muss Nerven haben wie Drahtseile, sich mit Technik auskennen, er soll anderen Menschen in der Not Mut zusprechen können, innerhalb von Sekunden auf Hochtouren kommen und dennoch gelassen bleiben und obendrein eine große Portion Kameradschaft verinnerlicht haben.“ Schrank weiter: „In Wasserburg gibt es diesen Prototypen seit 150 Jahren. Ihr dürft darauf stolz sein.“

Mit einem breiten Schmunzeln auf den Lippen grüßte Sepp Huber, Stellvertretender Landrat und Bürgermeister der Nachbargemeinde Babensham, die Wasserburger Feuerwehr. Er hatte gleich mal einen Seitenhieb parat. „Als ehemaliger Kommandant der Babenshamer Feuerwehr hab ich von den Stodereren bei so manchem Hochwasser-Einsatz schon manchmal zu spüren bekommen, dass wir halt nur eine Bauern-Feuerwehr sind. Letztlich haben wir aber immer prima zusammengearbeitet.“ Als Feuerwehrmann oder -frau reiche es nicht, nur die Uniform zu tragen, man müsse die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. „Wenn der Alarm kommt, weiß man nie, was auf einen zukommt.“ Huber bedankte sich im Namen des Landkreises bei der Wasserburger Wehr für deren Engagement und Einsatz.

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk hatten die Kameraden der Feuerwehr Attel-Reitmehring parat. Vorstand Walter Blüml überreichten den „Reimaringa Zaubertrank“ an die Wasserburger Kameraden und gleich auch noch die passenden Glasl dazu. „Auf dass wir immer gemeinsam und kameradschaftlich all unseren Herausforderungen gewachsen sind. Eine Stadt, zwei Feuerwehren. So soll es sein.“ Obendrein gab’s von den Reitmehringern ein besonders Bild für „das neue Feuerwehrhaus, das hoffentlich bald kommt.“

Abschließend überreichten die Verantwortlichen an zahlreiche Floriansjünger Auszeichnungen für langjähriges ehrenamtliche Engagement. Besonders hervorgehoben wurde Heini Kurz, „ohne den es die Feuerwehr, wie sie heute ist, sicher nicht so gäbe.“ Besonders gewürdigt wurde auch Ehrenkreisbrandispektor Rudl Huber. Bürgermeister Kölbl: „Huber ist jetzt 76 Jahre bei der Feuerwehr. Das ist mehr als die Hälfte aller Jahre, die die Wehr überhaupt besteht.“

Besonders gewürdigt wurde auch Rudolf Manz, der erste Kommandant nach dem Zweiten Weltkrieg, der die Wasserburger Feuerwehr maßgeblich nach den Kriegswirren wieder aufgebaut hatte.

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Überrascht wurden als neue Ehrenmitglieder mit Ehrenzeichen der Wasserburger Feuerwehr für großartiges Engagement: Andreas Baumgartner (rechts) und Otmar Moser (links auf unserem Foto).

Auch an die Förderer wurde gedacht – vor allem an die, die länger als unglaubliche 40 Jahre schon der Feuerwehr unterstützend die Treue halten:

Leo Hutterer, Georg Weinmann, die Metzgerei Rahm und Jalousien Huber (unser Foto unten zeigt Peter Huber links beim herzlichen Dankeschön von Florian Pytlik).

 

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Und folgende Ehrenmitglieder erhielten zudem gestern am Abend das Ehrenzeichen der Wasserburger Wehr:

Wilhelm Walther (unser Foto unten rechts), Inge Kotzenbauer, Karl Bachinger, Erich Eß sen., Dr. Martin Geiger, Rudi Göpfert sen., Rudolf Huber, Heinrich Kurz, Werner Rothmeier und Georg Schmaderer sen.

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Nach dem offiziellen Teil im Rathaussaal spielte die Stadtkapelle vor dem Rathaus zur Serenade auf. Dann ging es im Fackelzug durch die Altstadt zum Gerätehaus, wo bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam gefeiert wurde. HC

Fotos: Andreas Ruf / Renate Drax

 

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Siehe auch:

Bilder eines großen Ehren-Abends

 

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