Altstadtbahn: Wird sie nun doch reaktiviert?

Konsortium wird auf das Angebot Wasserburgs reagieren

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Pro-BahnWasserburg – Wird die Altstadtbahn nun vielleicht doch noch reaktiviert? Bis zum Oktober jedenfalls muss das Konsortium zur Wiederaufnahme der Altstadtbahn in Wasserburg auf das Angebot der Stadt reagieren. Die Stadt Wasserburg hat den Streckenbetrieb zum Verkauf oder Verpachtung öffentlich ausgeschrieben. Dies wurde nun vom Konsortium überprüft und ein Gegenangebot erstellt, heißt es am Mittwoch von Seiten der Pro Bahn in Wasserburg. Grundsätzlich sei sich das Konsortium einig…

Details müssten zwar noch abgestimmt werden, man halte sich aber an die Abgabefrist im Oktober.

Die Bahnstrecke von Reitmehring in die Wasserburger Altstadt hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nun steht – wenn alle rechtlichen und finanziellen Hürden genommen sind – das nächste Kapitel an: Die Übernahme durch ein Firmenkonsortium und ihre Instandsetzung. Das Konsortium aus verschiedenen Unternehmen setzt sich für die Strecke ein und möchte die Stilllegung verhindern. Die Stadt Wasserburg wiederum möchte die Strecke nicht selbst betreiben. Durch eine gütliche Einigung mit dem Konsortium könnte die Stadt auf elegante – und auch kostengünstige – Art eine umweltfreundliche Verkehrsachse für die Zukunft sichern, deren Bedeutung durch die zunehmende Energieknappheit wachsen werde, so Pro Bahn weiter.

Licht am Ende des Tunnels?

Licht am Ende des Tunnels?

Ein Blick ein paar Jahre zurück:

Gutachten zur Reaktivierung der Bahnstrecke Wasserburg (Bhf – Reitmehring) – Wasserburg Altstadt der Firma Gevas, Humberg & Partner – Ingenieurgesellschaft für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik GmbH zusammen mit dem Büro Zierl Consult

Den ursprünglichen Beschluss zur Beauftragung des Verkehrsplanungsbüros GEVAS Humberg und Partner zur Erstellung einer Kosten-Nutzen-Analyse mit Ermittlung der Investitionskosten für die Wiederherstellung der Altstadtbahnstrecke fasste der Stadtrat bereits in der Sitzung vom 14. April 2005.

Aufgrund fehlender Aussagen des Freistaates Bayern zum künftigen Betriebskonzept auf der Strecke Wasserburg (Inn) Bahnhof – Ebersberg – München wurde die Erstellung dieser Studien mit Beschluss vom 26.07.2007 ausgesetzt. Im Zuge der Planungen zum Bau eines zweiten Stammstreckentunnels für die S-Bahn München kamen neben der bis dahin präferierten Kreuzung Steinhöring weitere mögliche Betriebsvarianten in Betracht.

Im März 2009 erreichte die Stadt Wasserburg a. Inn ein Schreiben des Bayerischen Wirtschaftsministers Martin Zeil, wonach sich das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie die Bayerische Eisenbahngesellschaft auf den Bau eines Kreuzungsbahnhofes in Steinhöring festgelegt haben. Eine eindeutige Aussage für den künftigen Betrieb auf der Bahnstrecke Reitmehring-München lag damit erstmals vor. Mehrere Besprechungen im Ministerium und ein umfassender Schriftwechsel waren dem voraus gegangen.

Bereits in der Sitzung vom 26.03.2009 wurde vom Stadtrat daraufhin beschlossen, die Kosten-Nutzen-Analyse für die Reaktivierung der Altstadtstrecke auf Grundlage des Betriebskonzeptes „Kreuzung Steinhöring“ fort zu setzen.

Die Eckpunkte für die Durchführung der Kosten-Nutzen-Analyse legte der Stadtrat schließlich in der Sitzung vom 28.05.2009 fest. Diese umfassen neben der ursprünglich beschlossenen Kosten-Nutzen-Analyse und der Ermittlung der detaillierten Investitionskosten für die Wiederinbetriebnahme unter anderem auch:

  • die Betrachtung eines „worst case/best case“ Szenarios
  • die Durchführung eines „vereinfachten Projektdossierverfahrens“ zur standardisierten Bewertung von Verkehrsinvestitionen
  • die Durchführung entsprechender Erhebungen erst nach Umstellung des Stadtbussystems (Stundentakt ab 01.11.2009)
  • eine Kostenermittlung auch für den möglichen Bau eines Fuß- und Radweges auf der Bahntrasse
  • die Prüfung der technischen und betrieblichen Möglichkeit eines Abzweigs der Altstadtstrecke erst südlich des geplanten Brückenbauwerks der B 304 in Reitmehring.

Die Präsentation aller Ergebnisse dieser Studien fand in aller Ausführlichkeit und auf Grundlage der unten als PDF-Dokument abrufbaren Präsentation in öffentlicher Sitzung des Stadtrates am 28. Oktober 2010 statt. An den ca. zweistündigen Vortrag der Vertreter des Verkehrsplanungsbüros GEVAS sowie Zierl Consult schloss sich eine erste Fragerunde des Stadtrates.

In den vier Bürgerversammlungen im November 2010 wurden die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchungen schließlich der Bürgerschaft vorgestellt.

Hier finden Sie alle Dateien und Anlagen des Gevas-Gutachens:

Gutachten, Kurzform (PDF-Datei, 6,17 MB)

Gutachten, Langform (PDF-Datei, 3,87 MB)

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