Allerfeinst: Eine satirische Magenspiegelung

Gleich vier Meister des Krisen-Wahnsinns unseres Lebens beim Montagsbrettl

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4Ich lass für dich das Licht an, obwohl’s mir zu hell ist …“ Hätte ihm einer einen Eimer gereicht, da Altinger Michi hätt‘ wahrscheinlich „glei nei’kotzt“. Denn der Song von der Gruppe Revolverheld war einer der Aufreger, der den Michi bei seinem Montagsbrettl sauba in Rage brachte. Ein unfassbarer Schmarrn sei das, ein grenzenloser Schwachsinn, noch sanft ausgesprochen! Er sagt’s sowieso lieber direkt, der Michi, so lautete auch an diesem Abend …

… das unverblümte Motto des beliebten Eiselfinger Kabarettisten – zur Begeisterung des Publikums im voll besetzten Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee (wir berichteten bereits kurz). Dabei war er ja wie immer bei seinem Brettl nur der Moderator. Denn drei Kollegen des Frohsinns oder besser des Kommunikations- und sonstigen Krisen-Wahnsinns unserer Gesellschaft hatte er diesmal neben sich auf der Bühne zu Gast …

Fotos: Renate Drax

Es dauert keine fünf Minuten, bis Philipp Weber das Publikum in Hochstimmung versetzt hat. Vollgas, kabarettistisch gesehen! Bissige Satire, skurrile Komik. Das – vor lauter Lachen ständig Tränen aus dem Gesicht wegwischende – Publikum stets einbeziehend. Ein Naturtalent, dieser studierte Chemiker und Biologe, der seit Jahren häufig Gast in Funk und Fernsehen ist. Eine satirische Magenspiegelung der Gesellschaft sondersgleichen war sein Beitrag – sind doch in einer globalisierten Welt Entscheidungen vor dem Supermarktregal grundwegs folgenschwerer, als in der Wahlkabine.

WeberDem Weber Philipp aus dem Odenwald reicht ein Thema, um dem Publikum unzählige Lachsalven zu schenken: Die Ernährung. Von der Nahrungsmittel-Unverträglichkeits-Intoleranz bis hin zum einfachen Inuit und seinen kulinarischen Spezialitäten. Vom kalten Reis und rohen Fisch als Sushi-Hype, nur weil die Hausfrau zu faul zum Kochen ist, bis hin zum globalen Ingwer- und Slowfood-Desaster.

Seit langem schon war das beliebte Montagsbrettl im Gaberseer Klinikum ausverkauft. Zur Freude vom Rundum-Mitorganisator und kaufmännischen Leiter des Klinikums, Dr. Stefan Piehler, und seinem fleißigen Team und auch ganz besonders zur Freude von Geschäftsführer Dr. Theo Danzl.

Steff 2

 

Viel muss man über den Keller Steff nicht erzählen. Er ist DER Bulldog-Fahrer aus dem Chiemgau und seine Musiker-Karriere begann, als er vor acht Jahren LaBrassBanda auf Tour begleitete. Seitdem geht es rund. Zur Brettl-Tour kam der Keller Steff solo, heißt allein im VW-Bus, nur mit Gitarre und agrad direkt von der Baustelle (somit auch die Auflösung unseres Schuhe-Bilder-Rätsels vom ersten Brettl-Artikel gestern…)

Steff KellerOha, eine alte Rüttl-Platte hoda aa no dabei ghabt – ein Erbstück vom Opa. Für einen gefühlsechten Rüttel-Spezial-Song (unser Foto rechts).

Chaos nicht nur haartechnisch auf dem Kopf (Foto oben) und immer sauba spontan. Da Keller Steff fragte in den Saal, wer daheim eine Hackschnitzelheizung habe und nachdem sich einer gemeldet hatte, meinte er, dann samma scho zwoa Deppen. Nicht nur eine im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubende Geschichte und Liadln folgten.

Zwischen den einzelnen Gästen auf der Bühne immer wieder der Altinger Michi, bis vor kurzem grippal außer Gefecht gesetzt. Na, ma war ja ned nur a bissal krank – da meist ausgeprochene Satz der vergangenen Tage sei doch der gwesn: I ko mi gar ned erinnern, dass mi scho amoi so zammghaun hod. Oiso er jedenfois hatte sich mit allerletzter Kraft in die Royal-Gabersee-Hall einegschleppt.

7Zum Abschluss folgte Kabarett mit Biss: Der echte „Rottweiler“ Heinrich Del Core, der Vater Italiener, die Mutter Deutsche, plauderte als bekennender Schwabe mit gleich drei Berufen. Er ist gelernter Zahntechniker, betrat die Klinik-Bühne als Zauberer und als Comedian. Auf einem fiktiven Zahnarztstuhl konnte sich das Publikum von diesem Dreifach-Talent allerbest überzeugen.

 

Applaus für einen grandiosen Montagsbrettl-Abend!

 

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Siehe auch …

Montagsbrettl: Tränen gelacht!

 

 

 

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