Ab Pfingsten steigt das Risiko

Wie sich Wasserburg auf die Hochwassersaison im Sommer vorbereitet

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Noch vier Wochen, dann steht das Pfingstfest vor der Türe. Die fünfte Jahreszeit beginnt. Am Freitag vor Pfingsten heißt es auf dem Frühlingsfest: O’zapft is! Doch zum kühlen Nass von innen gesellt sich ab Pfingsten leider auch oft viel Nass von außen. Gewitterregen und Schneeschmelze reichen sich die Hände. Der Inn steigt. Ab Pfingsten startet die Hochwassersaison. Wir wollten wissen, wie sich die Stadt auf die drohenden Wassermassen vorbereitet.  

 

Es regnet in Strömen und der Schnee in den Bergen schmilzt. Kein gutes Zeichen für die Orte entlang des mittleren und unteren Inns. Seit Jahrhunderten sind zahllose Fälle von katastrophalen Hochwassern zu beklagen. Die fünf schlimmsten Fälle der jüngsten Vergangenheit: Am 20. Juni 1981 stieg der Inn bedrohlich an und erreichte am Ende einen Höchststand von 6,15 Meter. Grund dafür war der heftige Dauerregen, der wochenlang auf Bayern niederging.

Am 21. Mai 1999 kam es zu einem Jahrhunderthochwasser in Bayern, Tirol, Vorarlberg und Baden-Württemberg. An Wasserburg floss der Inn mit gewaltigen 6,38 Meter vorbei.

 

Am 7. August 1985 erreichte der Inn einen Höchststand von 6,7 Meter, wegen eines Tiefs aus Großbritannien, das viel Regen und Kälte mit sich brachte. Eine vollständige Überflutung der Altstadt konnte nur knapp verhindert werden.

Eines der schlimmsten Hochwasser erreichte Wasserburg war am 24. August 2005. Im ganzen Landkreis wurde der Katastrophenalarm ausgelöst. Das Wasser stand 7,19 Meter hoch, knapp unter der kritischen Marke von acht Metern. Danach wurde die Wasserburger Hochwasserschutzmauer nochmals erhöht.

 

Am 2. Juni 2013 kam es zu dem bis jetzt letzten großem Hochwasser mit einem Höchststand von 6,30 Meter – vier Tage Dauerregen waren vorausgegangen.

Gefährliche Hochwasserlagen – bisher war Wasserburg darauf in der jüngsten Vergangenheit immer gut vorbereitet. Und wie sieht es heuer aus? Wir befragten die drei Hochwasser- und Inn-Experten der Stadt.

Christine Deliano, Hochwasserbeauftragte des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes: „Wasserburg ist auch heuer optimal auf die Hochwassersaison vorbereitet. Jedes Jahr im April gibt es ein Treffen im Rathaus mit allen Ämtern und Behörden, mit der Feuerwehr, der Polizei, der Wasserwacht, bei dem über die aktuelle Situation geredet wird. Momentan ist die Stadt dabei, das Schöpfwerk am Riedener Weg zu erneuern. Es pumpt im Notfall eindringendes Wasser zurück in den Inn.“

Georg Schmaderer, Kommandant der Wasserburger Feuerwehr: „Wir bereiten uns alle Jahre vor der Hochwassersaison optimal vor. Schulungen an den nötigen Geräten, an Sandsackfüllanlagen, an Wassersperren und an Pumpen unterschiedlicher Größen stehen auf dem Programm. Es gibt zudem einen Feuerwehreinsatzplan, der genau regelt,  bei welchem Pegelstand was zu tun ist und wen man bei einem Hochwasser erreichen muss. Einen praktischen und theoretischen Übungsplan dafür gibt es auch. Beim praktischen wird man über die verschiedenen Geräte aufgeklärt, wie man Sandsackdämme errichtet und wie man die Säcke mit Sand füllt. Beim theoretischen wird eine Hochwasser Situation simuliert, um jeden auf ein wirkliches Hochwasser vorzubereiten. Die Feuerwehr ist dank des Hochwassernachrichtendienstes ständig über jede Situation informiert.“

Reiner Hofmeister, Kraftwerksmeister am Innstauwerk Wasserburg: „Unser Stauwerk ist auch für ein nächstes Hochwasser gut gerüstet. Die Staumauer ist so ausgelegt, dass es schlichtweg nicht zu einem Überfluten oder gar Bruch kommen kann. Wir beobachten natürlich ständig den Pegel des Inns. Die Rechenanlage des Stauwerks sorgt dafür, dass angeschwemmtes Material vom Inn nicht weiterfließt und flußabwärts Probleme bereitet. Kräne entsorgen Treibholz und schwimmende Baumstämme. Der Betrieb des Kraftwerks wird 24 Stunden lang aufrecht erhalten. Im Falle eines Hochwassers, arbeitet das dortige Personal jegliche Probleme ab, während gefährdete Straßen gesperrt und Schleusen geschlossen werden.“

Evan Christandl

 

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