2,6 Millionen für Wasserburgs „Achillesferse“

Bei katastrophalem Hochwasser: Neues Schöpfwerk soll für noch mehr Sicherheit sorgen

image_pdfimage_print

P1070162„Das Schöpfwerk ist das Herzstück unsere Entwässerungsanlage in der Altstadt. Wenn das nicht funktioniert, saufen wir bei Hochwasser ab.“ Klare Worte, die Bürgermeister Michael Kölbl bei der jüngsten Sitzung des Wasserburger Bauausschusses fand. Dabei ging es um die Erneuerung der technischen Anlage am Riedener Weg (Foto), die dafür sorgt, dass überschüssige Fluten auf der Halbinsel bei Hochwasser über den Inndamm in den Fluss gepumpt werden. „Die Achillesferse der Altstadt“, wie CSU-Stadtrat Wolfgang Schmid das Schöpfwerk bezeichnete. Noch ist die Anlage, die etwas in die Jahre gekommen ist,  in technisch einwandfreiem Zustand, die Planungen für einen kompletten Neubau

Mitarbeiter_Mader… aber wurden schon jetzt auf den Weg gebracht. 2,6 Millionen Euro sind derzeit dafür veranschlagt.

Das gesamte Projekt stellte Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold&Gerold in Prien vor. Er legte dar, dass man das jetzt bestehende Schöpfwerk während der Bauzeit der neuen Anlage und auch darüber hinaus weiter betreiben wolle. „Sachen, die funktionieren, muss man nicht immer gleich wegreißen.“ Das alte Schöpfwerk werde quasi gespiegelt. Man habe anschließend eine doppelte Sicherheit, könne die Kapazität erhöhen, was natürlich einem sinnvollen Hochwasserschutz zugute komme. Der Bau des neuen Schöpfwerks sei aber zwingend notwendig, weil die Technik mittlerweile über 40 Jahre alt ist.

Bürgermeister Michael Kölbl zeigte sich trotz der nicht geringen Summe von 2,6 Millionen Euro eher beruhigt. „Das Gutachten von 2011 zur Hochwasser- und Entwässerungslage hat mir wirklich Sorgen gemacht. Mir wurde Angst und Bange, welche Summen da auf uns zukommen könnte. Jetzt haben wir eine erste, realistische Zahl, die wir auch stemmen können.“ Am Bau des neuen Schöpfwerkes komme man nicht vorbei. „Wir müssen uns der Sache stellen.“

Lorenz Huber, Bürgerforum, wollte wissen, ob man für das Projekt nicht Fördertöpfe anzapfen könne. Stadtkämmerer Konrad Doser will das auf jeden Fall prüfen lassen, stellte aber bereits in Aussicht, „dass die Stadt vermutlich einen Teil der Kosten auch als Gebühren umlegen muss“.

Peter Stenger (SPD) wollte wissen, wie das Schöpfwerk und die Abwasserbeseitigung im Hochwasserfall zusammenhängen. Darauf Anton Mader: „Gar nicht. Im Katastrophenfall gehen die Abwässer ungeklärt in den Inn. Dann haben wir ohnehin ganz andere Probleme.“ Außerdem sei dann die Verschmutzung des Inns durch die Abwässer kaum messbar. „Wir haben im Fall eines katastrophalen Hochwassers ein Riesenmischungsverhältnis.“ Es sei besser, die Kläranlage abzukoppeln, als sie überfluten zu lassen.

Andreas Ass (CSU) sagte zum Schluss: „Ich glaube, dass über den Neubau des Schöpfwerks jegliche Diskussion überflüssig ist. Wir sind vom Inn umgeben um müssen vorsorgen. Das Konzept des Neubaus und des Erhalts des alten Werkes ist 100 Prozent schlüssig.“ HC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.