1929: Das war noch ein richtiger Winter

Im März vor 85 Jahren: Eis lässt Wasserburger Brücke einstürzen

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Stadtarchiv Wasserburg bruecke_kMan kann es sich angesichts der derzeit herrschenden Temperaturen kaum noch vorstellen: In früheren Jahren gab es richtige Winter. Wie im Jahre 1929. Vom 2. Februar bis 9. März war damals der Inn zugefroren, weiß Matthias Haupt, Leiter des Wasserburger Stadtarchivs. Durch Tauwetter entstand dann eine Rinne auf dem zuvor zugefrorenen Fluss. In dieser schwammen gelöste Eisplatten „so groß wie ein Drittel-Tagwerk“. Eine davon prallte mit voller Wucht auf den ersten Brückenpfeiler und das Joch brach ein. Der Inn war dann für Monate nur mit Fähren zu überqueren.

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Der Brückeneinsturz wird auch Thema einer Veranstaltung am Montag, 7. April, 19.30 Uhr, im Sparkassensaal in der Rosenheimer Straße 2, sein. Im Rahmen der Wasserburger Volksmusiktage referiert Jennifer Hofmann – M.A., Illerbeuren – zum Thema: Gutes Wetter – schlechtes Wetter. Eine kulturhistorische Betrachtung mit musikalischer Begleitung.

Das „Wetter“ ist nicht allein aus meteorologischer, physikalischer oder umweltpolitischer Sicht interessant. Gerade der kulturhistorische Ansatz bietet außerordentliche Betrachtungspunkte: Was bedeutete das Wetter für den Bauern und seinen Alltag? Wie las er die Zeichen am Himmel? Wie beeinflusste das Wetter den Tagesablauf, die Arbeit, den Glauben, die Art und Weise des Hausbaus? Historische Wetterkunde, Aberglaube und Bauernregeln, Auswirkungen auf den Hausbau, die Anpassung der Landwirtschaft an regionale und witterungsbedingte Einflüsse, die Weiterentwicklung der Kleidung, aber auch Katastrophen und Anomalien sowie die Spuren, die „Wind und Wetter“ an Mensch und Material hinterlassen, werden im Fokus des Vortrags stehen.

Fotos: Stadtarchiv Wasserburg

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