1548: Narren hatten’s nicht leicht

Stadtarchiv zeigt: Es gab ein Verbot des Verkleidens in der Faschingszeit

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Stadtarchiv Wasserburg, I1b300_kPraktizierte Faschingsbräuche im spätmittelalterlichen und frühmodernen Wasserburg sind bisher fast gänzlich unbekannt geblieben. Jedoch kann aus einer Urkunde des Stadtarchivs geschlossen werden, dass die Bürgerschaft in den Jahren vor 1548 dem Brauch der „verkehrten beclaidung“  an Fastnacht durchaus nachgegangen war. Am 7. Februar des Jahres 1548 wurde durch den Bürgermeister der Stadt Wasserburg bei Strafandrohung verboten, dass Bürger oder Einwohner unerkennbar in den Häusern verkehrten oder umhergingen. Nicht erlaubt waren fortan, das Unkenntlichmachen und Verändern des Angesichts, unordentliche Bekleidung und das Tragen von Waffen sowie Umhängen.

Obwohl mit der Urkunde das Verkleidungsverbot nicht explizit für die Faschingszeit ausgerufen wurde, legt doch die Verkündung im Februar den zeitlichen Bezug zur Narrenzeit nahe.

Gleichwohl ist das Verbot für das ganze Jahr und ohne zeitliche Befristung zu verstehen. Das Untersagen des Maskierens und Verkleidens könnte als Furcht der Obrigkeit vor damit möglicherweise einhergehenden Ausschreitungen sowie Fress- und Saufgelagen interpretiert werden oder mit einem grundsätzlichen Einstellungswandel gegenüber dem in den Jahren zuvor ganz offensichtlich gelebten Faschingsbrauchtum.

Vielleicht kann man aus der Urkunde sogar die Sorge des Bürgermeisters herauslesen, die gesellschaftliche Ordnung könnte in Gefahr geraten, falls die Feiernden sich allzu sehr mit der spielerischen Idee der Verkehrung der Welt anfreundeten.

Stadtarchiv Wasserburg, I1b300_k

 

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Ein Gedanke zu „1548: Narren hatten’s nicht leicht

  1. Trööööööööööt!!!

    Wer und wann hat dieses Verbot/diese Anordnung wieder rückgängig gemacht?
    Wittert man nicht hier einen Skandal?
    Setzt sich die Lederergmoa seit vielen Jahrzehnten über geltendes Recht (bewusst oder unbewusst) hinweg?
    Ist das das Ende des überregional bekannten und beliebten UdO´s?
    Genauso wie der Taubenmarkt – ein Opfer von Regelgewerken?
    Fragen über Fragen!
    Oh Gott, mir wird ganz schlecht!
    (Nicht Ernst! Spaß! 😉 )

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