Zeugen längst vergangener Zeiten

Eine Rechnung im Stadtarchiv ist Archivalie des Monats

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archivalie septemberWasserburg – Während des Dreißigjährigen Krieges litt die Stadt besonders an den einquartierten Soldaten und der hierdurch entstehenden finanziellen Belastung der Stadtkammer. 1634 bricht die Pest aus und eine der Haupteinnahmequellen der Stadtkammer, der Salzscheibenpfennig aus dem Salzhandel, geht drastisch zurück. Als Archivalien der Monate August/September stellen wir die Stadtkammerrechnungen dieser Zeit vor, die uns in die Finanzsituation der Stadt während der Kriegsjahre Einblick geben.

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Einige originale Stadtkammerrechnungsbücher sind zurzeit in der Ausstellung „Einquartiert“ im Museum Wasserburg zu bewundern und können dort noch bis 27. Oktober besichtigt werden.

Die Stadt Wasserburg war vor allem ab 1633 geplagt von hohen Kriegsausgaben und sinkenden Einnahmen. Fast die Hälfte der Ausgaben musste in diesen Jahren für Kriegszwecke aufgewendet werden, wozu die Ausgaben für einquartierte Soldaten, Verteidigung und Kriegsrüstung zählten.

Die sinkenden Einnahmen der Stadt sind unter anderem mit dem Rückgang der Zolleinnahmen aus dem Salzhandel zu begründen, was anhand der Stadtkammerrechnungsserie im Stadtarchiv, die bis zum Jahr 1441 zurückreicht, ermittelt wurde.

Foto: Stadtarchiv Wasserburg, Stadtkammerrechnung 1633.

Durch den, in den Kammerrechnungen belegten, Rückgang der Einnahmen aus dem Salzscheibenpfennig, kann angenommen werden, dass auch der tatsächlich durchgeführte Handel mit dem Salz kriegsbedingt stagnierte. Somit übertrug sich die wirtschaftliche Not auf die beteiligten Händler, Salzfahrer oder Stapler der Handelsstadt.

 

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