„Wir sind die Stimme für Erhalt der Natur“

Margarete Bause beim „Politischen Aschermittwoch" der Grünen

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Aktuelle Themen aus der Heimatregion sowie ein schonungsloser Blick auf die große Politik im Vorfeld der Bundestagswahl bestimmten den diesjährigen politischen Aschermittwoch des Grünen-Kreisverbandes Rosenheim. Hauptrednerin Margarete Bause fand dabei im „TAM-OST“ deutliche Worte und verurteilte die derzeitige Abschiebepraxis nach Afghanistan: „Jeder, der einen Kopf und ein Herz hat, versteht, dass man Menschen nicht in ein Land abschieben darf, wenn dort sogar das Rote Kreuz seine Arbeit einstellt, weil gerade erst sechs Mitarbeiter ermordet wurden.“

Die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag rief die Anwesenden dazu auf, im Sinne eines grünen Bündnisses für Menschlichkeit und Vernunft einzutreten.

Ministerpräsident Horst Seehofer, der dem Freistaat „mit seinem Bayern zuerst und provinzieller Ignoranz“ in Anlehnung an Trump‘sche Rhetorik massiv schade, bekam ebenso sein Fett weg wie der Kanzlerkandidat der SPD: „Martin Schulz brüstet sich, er sitze in einem ungebremsten Zug. Dieser Zug ist jedoch gefährlich, weil es ein Kohle-Zug ist, der ökologisch in die falsche Richtung fährt.“ Das seit jeher urgrüne Zukunftsthema sei der Schutz des Klimas und der damit verbundene Kampf gegen die Erderwärmung. „Wir sind die Stimme für den Erhalt der Natur.“

Mit den lokalen Herausforderungen und Problemen im Wahlkreis Rosenheim befasste sich der Bundestags-Direktkandidat der Kreis-Grünen Korbinian Gall. So sei seit zwei Jahrzehnten klar, dass in Sachen Brenner-Nordzulauf Planungen liefen. Aber jetzt erst käme die CSU auf die Idee, konkret etwas zu unternehmen. „Grüne Verkehrspolitik geht anders. Wir sitzen die Probleme nicht auf der Rückbank eines Geländewagens aus.“ Er werde sich für ein Radschnellwegenetz im Landkreis einsetzen, für Carsharing-Modelle, welche auch auf dem Land funktionierten, sowie für ein auf Bahnanschlüsse abgestimmtes Buskonzept. „Ich habe es satt, mitanzusehen, wie die CSU mit vierspurigen Bundesstraßen und achtspurigen Autobahnen Asphaltschneisen in unsere Landschaft schlagen will.“

Gall forderte zudem, „eine klare Kante gegen Rechts“ zu zeigen. So wolle er der AfD entschieden entgegentreten und gemeinsam mit anderen die weltoffene Gemeinschaft verteidigen. „In den nächsten Monaten färbt das Schmelzwasser den Inn wieder wunderschön grün. Sollte die Klimakatstrophe jedoch weitergehen, wird er im Frühjahr irgendwann braun werden. Und wenn wir nicht aufpassen, passiert uns das nicht nur beim Inn, sondern auch in der politischen Landschaft.“

Franz Lukas, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rosenheimer Stadtrat, brach eine Lanze für den oberbayerischen Dialekt und sah die Heimat in Gefahr: „Brauchts bloß in de Schwaig umefahrn, da kennts es eich oschaun: Asphalt bis zum Horizont. Jetzt is de Hoamat betoniert und geh duad da gar nix mehr.“ RG

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