„Wir haben ehrgeizige und mutige Ziele“

Vorstand der Sparkasse Wasserburg zog gestern rundum positive Jahresbilanz

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„Das Umfeld ist durch die jahrelange Nullzinspolitik nicht gerade einfach. Wir stehen vor gewaltigen Umwälzungen in der Finanzbranche und nehmen das dennoch mit souveräner Gelassenheit. Das Geschäftsjahr 2016 ist außergewöhnlich gut gelaufen.“ So lautet das Fazit, das gestern Vorstandsvorsitzender Richard Steinbichler bei der Jahrespressekonferenz der Sparkasse Wasserburg (wir berichteten) zog. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Peter Schwertberger und  Marketing-Chef Robert Minigshofer legte er ein umfangreiches Zahlenwerk vor.

„Ich bin jetzt fünf Jahrzehnte bei der Sparkasse tätig. Aber das ist das erste Mal, dass wir etwas zahlen müssen, wenn wir Geld einlegen“, sagte Steinbichler, der aber versicherte: „Wir werden an unsere Kunden keine Strafzinsen weitergeben.“ Dies gehöre ebenso zu den ehrgeizigen und mutigen Zielen für die Zukunft wie der Erhalt aller Filialen der Sparkasse Wasserburg und der Öffnungszeiten – „und natürlich unserer Selbstständigkeit“.

Die Sparkasse Wasserburg habe auch 2016 von den hervorragenden Geschäften der Jahre zuvor profitiert. „Und von unserem tollen Wirtschaftsraum, der durch seinen besonderen Mix eine außergewöhnliche Stabilität aufweist.“ Mit einem Eigenkapital von 142 Millionen Euro habe man die Fähigkeit, auch Ertragskrisen durchzustehen. „Unsere Gesamtquote bei den Rücklagen liegt bei 22,9 Prozent. Das ist in Bayern nahezu beispiellos. Gefordert sind 13,6 Prozent.“

Auch bei der Bilanzsumme konnte Steinbichler eine rundum positive Bilanz ziehen. Sie stieg um 29 Millionen Euro auf 1,05 Milliarden. Die Gesamteinlagen bei der Sparkasse erhöhten sich um 48 Millionen auf 810 Millionen Euro. Bei den Gesamtausleihen konnte man exakt das Ergebnis des Vorjahres, 652 Millionen, erreichen. Insgesamt wurde 2016  ein Jahresüberschuss von 1,98 Millionen Euro erwirtschaftet (2015: 2,3 Millionen).

Steinbichler abschließend: „Wir liegen bei der Kundenzufriedenheit nach wie vor in der absoluten Spitzengruppe der bayerischen Sparkassen. Das freut uns ganz besonders und das ist auch ein Verdienst unserer tollen Mannschaft bei der Sparkasse Wasserburg. Der Vorstandsvorsitzende versicherte: „Das Geld unserer Kunden ist nach wie vor absolut sicher. Wir beschränken unsere Geschäfte ausschließlich auf Bereiche, die wir beurteilen können. Die Sparkasse Wasserburg ist ertragsstark und ausgezeichnet aufgestellt.“

Vorstand Peter Schwertberger ging anschließend auf das Kredit- und Immobiliengeschäft ein. Trotz leicht rückläufiger Zahlen habe man insgesamt mit einer Summe von 137 Millionen Euro an Kreditzusagen für 2016 das viertbeste Ergebnis aller Zeiten eingefahren. „Der Rückgang liegt zum Teil an Verschiebungen ins nächste Jahr und an unseren starken Unternehmen, die Investitionen oft aus dem Eigenkapital heraus finanzieren können.“

Auf dem Immobilienmarkt werde das Angebot nach wie vor von einer sehr großen Nachfrage übertroffen, so Schwertberger. „Die Immobilienpreise werden unter Druck bleiben. Es gibt weiterhin hohen Bedarf. Das liegt an den historisch niedrigen Zinsen, an fehlenden Anlagealternativen und an der Sicherheit, die eine Immobilie bietet.“ Die Sparkasse Wasserburg habe ihre Marktposition in Sachen Immobilien nicht nur gefestigt, sondern sogar ausgebaut.

Schwertberger ging auch auf das sehr positive Versicherungsgeschäft der Sparkasse Wasserburg ein und klärte in Sachen Bausparen auf: „Der Bausparer als Sparvertrag an sich bringt wegen der niedrigen Zinsen derzeit natürlich nichts. Dennoch ist er eine gute Anlageform, wenn man bauen und sich feste Zinsen sichern will.“

Weitere Zahlen für die Sparkasse Wasserburg legte anschließen Marketing-Leiter Robert Minigshofer dar. Insgesamt verwalte die Sparkasse 29.000 Privat- und 3.700 Geschäftskonten. 12.800 Kunden würden mittlerweile das Onlinebanking nutzen.

Wie wichtig die Sparkasse für das kulturelle, soziale und sportliche Leben in der Stadt und im Altlandkreis ist, machte Minigshofer an ein paar weiteren Zahlen fest. 33.300 Euro seien 2016 aus der Sparkassen-Kulturstiftung, 48.200 Euro aus der Sozialstiftung an Vereine, Institutionen sowie Kunst- und Kulturschaffende geflossen. Obendrein habe man 181.000 Euro als Spenden und Sponsoring verteilt. HC

 

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