Wie wird der Winter 2014/2015?

Dominik Jung stellt Langfristmodell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA vor

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wetterWie erwartet gab es in der Nacht zum heutigen Freitag in der Südhälfte vielfach starken Dauerregen. Lokal fielen bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter. „Kaum zu glauben, dass wir dort nach dieser nassen Nacht am Samstag und Sonntag noch mal einen Oktobersommer erwarten. Am Sonntag werden am Oberrhein bis zu 25 Grad im Schatten erreicht. Da heißt es noch mal: Raus in die freie Natur und den goldenen Oktober genießen. Das sind vielleicht für längere Zeit die wärmsten Temperaturen“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr noch einmal ähnlich hohe Werte bekommen werden. Für einen 19. Oktober sind das ohnehin Rekordwerte“, so Jung.

WIE SIEHT DER AKTUELLE WINTERTREND 2014/2015 aus?

In den letzten Tagen häufen sich die Anfragen nach dem Winter 2014/2015: Wann kommt der erste Wintereinbruch? Wie wird der Winter 2014/2015?

„Bevor mir meine Kollegen der Branche wieder auf die Wetterhütte steigen, hier der Hinweis, den ich immer bei diesen Trends mitgebe: Eine echte Wetterprognose über Monate oder sogar für eine ganze Jahreszeit ist nicht möglich. Man kann allerdings einen klimatologischen Trend ausgeben. Dieser kann jedoch nur Tendenzen erstellen: Könnte die Jahreszeit wärmer, kälter oder nasser, trockener als im langjährigen Mittel werden? Mehr geht auf diesem Gebiet einfach nicht. Wie man schnell erkennt, kann die Trefferquote eigentlich nur bei rund 50 Prozent liegen“, erklärt Wetterexperte Jung.

Trotzdem sind diese Klimatrends auf fundiertem Fachwissen aufgebaut und in der Öffentlichkeit von hohem Interesse. Die Nachfrage nach einem Sommer- oder Wintertrend ist immer sehr hoch. Bei Frühling und Herbst gibt es ein deutlich geringeres Interesse.

„Ich bediene mich gerne dem Langfristmodell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA. Aber auch andere weltweite Wetterdienste geben regelmäßige Monatstrends heraus – auch der Deutsche Wetterdienst. Immerhin können die uns ja auch das Klima im Jahr 2100 schon heute erklären, also sollten zwei bis drei Monate ja erst recht kein Problem sein“, so Jung.

Bisher konnten die Deutschen viel an Heizkosten sparen. So richtig groß musste in diesem Herbst noch nicht geheizt werden. Das spart und erfreut damit den Geldbeutel. Auch der kommende Winter könnte den Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA zufolge wärmer als im langjährigen Durchschnitt ausfallen. „Damit kommen die Experten aus den USA zu einem ähnlichen Ergebnis wie vor acht Wochen. Schon damals wurde ein Winter erwartet, der rund ein Grad zu warm ausfallen könnte.“

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Zum Vergleich: Der vergangene Winter war rund drei Grad „zu warm“.

Was bedeutet „Ein Grad zu warm“?

„Dies bedeutet, dass die deutschlandweite Mitteltemperatur, berechnet über Dezember, Januar und Februar, im Schnitt ein Grad höher als im langjährigen Durchschnitt ausfällt. Unterm Strich zu warm, bedeutet aber nicht, dass es keine Kälte geben muss. Ganz im Gegenteil: so könnte ein Monat extrem zu kalt ausfallen und ein anderer Monat viel zu mild und man könnte im Mittel immer noch bei einem 1 Grad zu warmen Winter landen.“

Jung weiter: „Allerdings bietet das amerikanische Modell auch Trends für die einzelnen Monate an und diese zeigen derzeit, dass jeder der Monate Dezember, Januar und Februar im Schnitt leicht zu warm ausfallen könnte. Aber auch das schließt wiederum einzelne Kältewellen nicht aus! Fazit: Es wird wohl kein so extrem milder wie in der vergangenen Saison, aber auch kein überdurchschnittlich zu kalter!“

„Wann der erste Schnee bis ins Flachland fällt, kann man derzeit noch nicht sagen. Die kommenden Tage ist trotz Abkühlung kein Wintereinbruch bis in tiefe Lagen in Sicht! Vielleicht ist das ein gutes Zeichen für Winterfreunde oder auch ein schlechtes? Am 28. Februar 2015 wissen wir mehr, denn dann ist der meteorologische Winter zu Ende!“

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