Wegen EU: Taubenmarkt im freien Fall

Wasserburger Traditionsveranstaltung steht vor dem Aus

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tauben3Zehntausende von Besuchern aus aller Herren Länder, Feilschen und Handeln bei Scheinwerferlicht in den frühen Morgenstunden, lautes Gegurre, Flügelschlag und leuchtendweiße Hasenzähne: Das war der im ganzen deutschsprachigen Raum bekannte Wasserburger Taubenmarkt. Die Betonung liegt auf „war“. Denn was heuer am 2. Februar in der Altstadt über die Bühne geht, ist weit vom ehemals „größten Kleintiermarkt der Welt“ entfernt. 1200 Tiere sind gemeldet, letztes Jahr waren es noch 10.000! Wegen rigoroser EU-Richtlinien ist der Wasserburger Taubenmarkt im Sturzflug. Foto: Archiv Alex Heck

„Uns blutet das Herz“, sagt Rudi Schreyer, Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins, der seit  über 40 Jahren Ausrichter des berühmten Marktes ist, der immer am Blasitag stattfindet. „Seit ein paar Jahren gelten für  Tiermärkte neue EU-Richtlinien, die jetzt nach und nach strenger umgesetzt und kontrolliert werden.“  Man habe bereits beim Kleintiermarkt in Straubing Anfang Januar gesehen, dass diese Richtlinien, die eigentlich für Schweine und größere Tiere ausgelegt worden seien, jetzt auch beim Federvieh und den kleinen Vierbeinern härter angewandt würden. „Damit sterben unsere Märkte. Wasserburg steht vor dem Aus“, so Schreyer. Man biete heuer noch ein stark reduziertes Programm. „Was nächstes Jahr folgt, steht in den Sternen.“

Mindestens drei Monate zeitintensiver Vorbereitung seien bei den Märkten für die Wasserburger Kleintierzüchter zu absolvieren gewesen. „Dieses ehrenamtliche Engagement macht dann wohl eher keinen Sinn mehr.“

Zum Wasserburger Markt dürfen heuer – das schreibt Brüssel vor – nur noch Händler und Käufer aus der Region anreisen. Der Verkauf von Federvieh und Hasen beispielsweise an italienische Interessenten, die oft zu tausenden aus Norditalien nach Wasserburg gekommen waren, ist offiziell verboten. Der Kleintierzuchtverein Wasserburg warnt deshalb auf seiner Homepage mehrsprachig:

Aktuelle Informationen zum Taubenmarkt 2014 :

 Der Markt findet am 2. Februar 2014 statt, es gelten aber u.A. folgende Einschränkungen :

– es dürfen nur Anbieter aus den Landkreisen Rosenheim, Miesbach, München Land, Ebersberg, Mühldorf am Inn und Traunstein melden

– Meldung ist nur mit Angabe der Betriebsnummer möglich

Die Meldepapiere stehen unter Taubenmarkt / Anmeldung zum download bereit

– der Taubenmarkt 2014 ist eine nationale Veranstaltung.

Das Verbringen von auf dem Markt gekauften Tieren ins Ausland ist unzulässig !

– the pigeon market in 2014 is a national event. The removal of purchased on the market’s animals in foreign countries is not permitted!

 – il mercato piccione nel 2014 è un evento nazionale. La rimozione di acquisto sugli animali del mercato in paesi stranieri non è consentito!

– le marché de pigeon en 2014 est un événement national. La suppression des acquis sur les animaux du marché dans les pays étrangers n’est pas autorisée!

– trg golob v letu 2014 je slovenska prireditev. Odstranitev kupili na živalih trgu je v tujih državah ni dovoljena!

– Tržište golub u 2014 je nacionalni događaj. Uklanjanje kupili na tržištu je životinja u stranim zemljama nije dopušteno!

 BS

 

 

 

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7 Gedanken zu „Wegen EU: Taubenmarkt im freien Fall

  1. Gut so dass diese Tierquälerei endlich ein Ende hat. Als Wasserburger hat man sich nur schämen können das so etwas in meiner Heimatstadt stattfinden darf. Da werden Tiere in winzigsten Käfigen Kilometer weit transportiert und ausgestellt,einfach nur das Mensch „was zum schauen“ hat. Hier tut die EU endlich mal etwas positives indem sie das durch sraffe Richtlinien unterbindet,im Sinne der Tiere.

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    1. Schon klar verbietet den Züchtern die märkte und am besten die haltung von Tieren dann haben wir endlich nur noch massentierhaltung die kümmern sich auch viel besser um die tiere und sorgen dafür, dass alte rassen nicht aussterben.
      Wenn ich so etwas lese, könnt ich kotzen. 15000 tiere auf so einem markt, die 24 stunden in engen käfigen sind und den rest ihres lebens auf großen wiesen und weiden leben, geht nicht. aber 10000 Hühner auf 1000 m2 halten (was schon unter biohaltung fällt) das ist in ordnung.
      Wenn ihr keine ahnung habt, tut uns einen gefallen erst informieren dann reden.

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  2. Der Taubenmarkt ist ein typisches Beispiel dafür, dass Traditionen nicht immer „erhaltenswürdig“ sind – vor allem nicht, wenn sie gegen die Würde und den Schutz von Mensch und Tier gehen. EU-Vorschriften können also wirklich auch mal etwas positives bewirken.
    Als Bewohner der Wasserburger Altstadt habe ich in den vergangenen JAhren oft beobachten müssen, wie Händler und Käufer mit den Tieren umgegangen sind. Da wurde mit grellen Taschenlampen in die Augen geleuchtet, Enten und Gänse in Rücksäcke gestopft oder mit einer Hand um den Kragen gepackt und über den Markt geschleppt. Das Kreischen und Schreien hat ja niemand interessiert – ist ja pure Traditionsromantik.
    Abgesehen von den Besuchern des Marktes, die oft genug in den frühen Morgenstunden ihre Notdurft an den Häusern der Ledererzeile bzw. im Greinbräubereich verrichtet haben..
    Ich kann sehr gut auf derartige Spektakel verzichten und glaube auch nicht – im Gegensatz zum vorherigen Leserbriefschreiber – dass Menschen, die so mit Tieren umgehen, ihnen dann irgendwo in Italien oder sonstwo plötzlich artgerechte Tierhaltung bieten würden. Genauswenig glaube ich, dass jemand, der sich aus Tierschutzgründen gegen den Taubenmarkt ausspricht, ein Befürworter der Massentierhaltung ist…Da hat wohl jemand zu einem Totschlagsargument greifen müssen…

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    1. Ich fahre nun seit über 35 Jahren nach Wasserburg zum jährlichen größten ( war einmal) Taubenmarkt. Einerseits heißt es, nationaler Markt. Hier liegt bereits der Fehler im Detail. Wenn nur angrenzende Landkreise zugelassen wurden, verstößt dies eindeutig gegen den freien Markt in Deutschland. Der Vorwand wegen der Vogelgrippe, ist nicht haltbar, da alle Landkreise Vogelgrippe frei sind. Ein Knopfdruck per Computer macht dies ersichtlich. Zudem gibt es eine Bundesweite Richtlinie. Hier legt ein jeder Veterinär die Richtlinien anders aus, so wie er es haben möchte. Wie ich gehört habe ein ganz Grüner, von der Sorte, Massentierhaltung ja, da gibt es richtig Kohle, da wird geimpft und gespritzt gegen alles, bei uns gibt es ja nichts zu holen.Wir sind keine Wirtschaftsbetriebe, also schaffen wir es ab.
      Züchter, Tierhalter, Tierliebhaber wehrt euch, sonst gibt’s in Zukunft keinen Rinder, Schaf und Rossmarkt mehr. Das kann es doch nicht sein. Wir haben doch noch so was wie eine Tradition. Der Wasserburger oder jeder andere Traditionsmarkt gehört zum Brauchtum. Ich rate dem Wasserburger KTZV – Verein euch per Email im Netz die Stimmen hierzu zu holen und dagegen Klage einzureichen. Legts ein Konto an, wir zahlen alle dafür ein. Ich und viele andere sind dabei. Also auf geht’s, kommts in die Gänge sonst wird s nichts. Bitte dann um kurze Info.
      Nun zu den Kritikern, zum Teil haben sie recht. Bei der Größe vom Markt und bei dem Eintritt von 4 €. könnt s Ihr ein paar Abholbare Toiletten Dixi-WCs aufstellen, das verstehe ich, wenn ein jeder in eine andere Häuserzeile bisselt, dann stinkt s, gewaltig, so was ist nicht vertretbar.
      Da kann die Stadt Wasserburg für seinen Traditionsverein schon was tun.
      Zudem jeder Verkäufer seiner Tiere achtet darauf, dass die abgegebenen Tiere Artgerecht in Transportkartons, oder Transportkisten usw. untergebracht werden, im eigenen Interesse. Zudem hat ein jeder ein Tier Artgerecht zu behandeln, so wie wir es aus Liebhaberzüchter auch zutun pflegen. Dann gibt es von den Tierschützern nichts mehr zu beanstanden. Der Markt ist eine Tradition seit mehr als 135 Jahren. Einmal im Jahr werd s Ihr liebe Wasserburger das schon im Sinne der alten Tradition aushalten, dafür habt s Ihr eine kostenlose Werbung, im Sinne der Bekanntheit zu Wasserburg. Wir bringen ja auch ein bisserl ah Geld mit fürs Essen Trinken, Eintritt, Parkgebühren usw.
      Nichts für Ungut, in dem Sinne mit den besten Grüßen eines Züchters M. G. Bader Garmisch-Pa./ Grainau Obb.

      Ich würde Klage gegen freies Marktrecht einlegen und den verursachten Schaden vom Veterinäramt einklagen.

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    2. so ein Kommentar kann nur jemand schreiben der von Kleintierzucht absolut keine Ahnung hatt und der bei Discounter alles billig kaufen möchte das ist dann ware Tierliebe und förderung von Massentiehaltung herzlichen Glückwunsch zu deiner Tierliebe. Kleintierzüchter hegen und pflegen ihre lieblinge und sind die besseren Menschen auf unserer Welt also kauf weiter billige Schnitzel beim Discounter und mach dir mal gedanken du sogenannter Tierschützer!!!!

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      1. Michael Georg Bader

        Zum Kommentar von Michael 3 März 2014 um 23.21 Antwort hierzu am 05.01.2015 um 12:44:

        So ist das mit den freien Kommentaren, da schreibt so ein nicht wissendes Menschlein über mich, ich bin kein Tierschützer, der keine Ahnung hat und der am liebsten im Discounter alles billig kaufen möchte, zudem der die Massentierhaltung fördert. (…)

        Ich bin in einem kleinen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb mit Milchvieh und Stierhaltung aufgewachsen und habe bereits als 5-Jähriger meine Tauben selbst erworben. Neben Hasen, Pfau, Fasanen, Vögel, Schlangen, Frösch, Oacha, usw. habe ich so etliche verletzte Wildtiere gepflegt und freigesetzt, Tiere wie Verkehrtflügelkröpfer für einen bekannten Züchter in GAP mit gezüchtet, getauscht usw.(…).

        Zum zweiten kaufe ich nur beste Ware beim Metzger oder vom Züchter, weil jeder weiß, dass auch Tiere geschlachtet werden, nur der Umgang hierzu läßt vielfach zu wünschen übrig. Von wegen Discounter, da sieht man, was Leute, die ihr Gegenüber in keiner Weise kennen, für ein Zeug von sich geben (…).

        Nun zu meiner vorgeworfenen Unterstützung zur Massentierhaltung, wir in GAP – der KTZV – GAP, der Weilheimer-KTZV sowie der Sonderverein der Brahmazuchtverein leisten ehrenamtliche Arbeit zur Haltung von Tieren, die ganz besonders darauf achten, dass die Tiere jeglicher Art, tiergerecht sauber untergebracht und gehalten werden. Hier handelt es sich nachweislich um private Zuchten, private Tierhalter, wie Hühner, Enten,
        Vögel usw. Zudem bin ich als Zuchtwart, als Tierschutzbeauftragter und von Haus aus als Privatmensch gegen jede Tierquälerei und bin Jahr für Jahr bei eben diesen Tierhaltern. Jeder Tierzüchter weiß, dass nur gesunde Tiere, eine gesunde Nachzucht bringen. Ich brauche keine Arznei, keine Impfungen, außer die, die staatlich vorgeschrieben sind.

        Also (…) selbsternannter Umweltschützer, Greana als richtungsweisender Bewerter anderer Menschen, die Sie überhaupt in keinster Weise kennen, schreib in Zukunft einen vernünftigen Kommentar (…). Und noch einen Hinweis, zuerst über dein Gegenüber Auskünfte einholen und dann schreiben oder besser noch den Mund halten.(…)

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        1. psst: der Kommentar von Michael war einne Antwort auf Lenas Kommentar 😉

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