„Wasserburg darf Identität nicht verlieren“

Tourismus: Zahlreiche Interessierte bei Podiumsdiskussion

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Podium2kWelche Bedeutung hat der Tourismus für Gastronomie und Einzelhandel in der Stadt? Macht es wirklich Sinn, auf Mehrtagestouristen zu setzen oder entwickelt sich die Stadt als reines Tagestouristenziel weiter? Und steht ein professionelles Stadtmarketing im Widerspruch zur Tourismuswerbung? Das waren Fragen, die bei einer Podiumsdiskussion im städtischen Museum zum Thema Tourismus im Mittelpunkt standen.

Trotz widrigster Witterungsverhältnisse für eine solche Abendveranstaltung – draußen vor dem Museum herrschten noch abends 30 Grad im Schatten, vom Central und Herrenhaus her duftete das frische Bier um die Ecke – kamen erstaunlich viele Besucher ins städtische Museum. Das Thema Tourismus bewegt die Wasserburger offenbar. Die Podiumsdiskussion sollte die Sonderausstellung „Kommt nach Wasserburg! Reisevergnügen einst und jetzt“, die am Wochenende endet, abrunden.

Auf dem Podium saßen Bürgermeister Michael Kölbl, Jürgen Häuslmann, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, Alexandra Burgmaier, Vertreterin des Chiemsee-Alpenland-Tourismus (CAT) und Thomas B. Schmeling, Vorsitzender des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes (WFV). Moderiert wurde der Abend von der Touristikerin Claudia Ralph.

Man wolle den Zustand des Tourismus in Wasserburg unter die Lupe nehmen und weniger die Geschichte beleuchten, so die Moderatorin eingangs der Diskussion. Und so zogen die Experten auf dem Podium erst mal Bilanz. Bürgermeister Michael Kölb: „Der Tourismus in Wasserburg ist neben dem Wirtschaftsstandort und dem öffentlichen Sektor mit schulen und Klinken das dritte Standbein der Stadt.“ Auch wenn es deutlich kleiner sei als die ersten, nehme man den Tourismus sehr ernst. „Ich darf da nur erwähnen, dass wir jährlich 40000 Altstadtpläne drucken lassen. Die gehen weg wie die warmen Semmeln.“

Thomas B. Schmeling zählte für den WFV die zahlreichen Veranstaltungen auf, die man das ganze Jahr über vom Frühlingsfest bis zum Christkindlmarkt auch vor dem Hintergrund, den Tourismus zu fördern, organisiere. „Wir leisten da schon einiges und wollen natürlich, dass in Wasserburg auch was los ist.“ Allerdings sehe er schon Handlungsbedarf, die Marke „Wasserburg“ noch stärker herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln.

Man stecke derzeit mitten in einer Findungsphase sagte Jürgen Häuslmann, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, der heuer auf sein 125-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Nachdem einige Aufgaben weggefallen beziehungsweise vom CAT übernommen worden seien, sei man gerade dabei, neue Ziele zu formulieren. Ihm persönlich liege da das Thema „Slow City“, einer nachhaltigen, entschleunigten, lebenswerten Stadt sehr am Herzen. Er werde daran arbeiten, dass sich Wasserburg in das Netzwerk der „Slow City“-Orte eingliedert. „da hätten wir dann sogar eine internationale Vernetzung“, so der Schrannen-Wirt.

Alexandra Burgmaier stellte für den CAT dessen Aufgabenbereiche und Methoden zur Gästegewinnung vor. Man sei gerade dabei, verstärkt auf Gruppenreisen zu setzen. „Wir haben in vielen Bereichen Gott sei Dank unser Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.“

Einige waren sich alle Beteiligten in zwei Punkten: Nur wenn alle Tourismusverantwortlichen an einem Strang ziehen, untereinander im Gespräch bleiben, kann Wasserburg nach vorne gebracht werden. Und: Man setzt auf einen sanften Tourismus. „Damit Wasserburg seine Identität nicht verliert“, so der Bürgermeister. (WS) Fotos: Sonja Fehler

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Ein Gedanke zu „„Wasserburg darf Identität nicht verlieren“

  1. Ich fürchte, dass demnächst reflexhaft wieder die Blödsinns-Vorschläge wie „Schrittgeschwindigkeit überall“ und „Innere Altstadt Fußgängerzone“ und „Bimmelbahn nach Wasserburg-Zentrum“ usw. auf die Tagesordnung kommen.
    Erstens hat Wasserburg kaum ernstzunehmende Übernachtungsmöglichkeiten – das Fletzinger-Hotel hat sich ja schon längst selbst angeschafft. Und zweitens ist Wasserburg weder „Disneyland“ noch „Legoworld“ – auch, wenn das einige Zeitgenossen gern so hätten.

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