Wallenstein-Festspiele: Start mit Ausstellung

Stadtmuseum zeigt „Einquartiert! Wasserburg im 30-jährigen Krieg" - Umfangreiches Begleitprogramm - Angebot für Schulen

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Aufstellen der SilhouettenWasserburg – Der große Wasserburger Festspiel-Sommer steht vor der Tür: Ein erster wichtiger Schritt wird kommende Woche getan. Mit der Eröffnung der Ausstellung „Einquartiert! Die Stadt Wasserburg im 30-jährigen Krieg“ startet das offizielle Programm in der historischen Altstadt, das bis 27. Oktober andauern wird. Erste Boten des Wallenstein-Festivals sind bereits angekommen: In der ganzen Stadt weisen seit Donnerstag mannshohe hölzerne Silhouetten darauf hin, was während des 30-jährigen Krieges in Wasserburg geschah. Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum ist am kommenden Dienstag, 16. Juli. 

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Als am 23. Mai 1618 in Prag die Vertreter des böhmischen Königs aus dem Fenster geworfen werden, gerät Europa ins Wanken. Der folgende Krieg erschüttert den Kontinent für dreißig Jahre. Große Heeresbewegungen, Religionskriege, Hunger, Seuchen und Zerstörung sind die Folgen. Die Sonderausstellung beleuchtet nach einem kurzen Überblick über das komplexe Kriegsgeschehen im Allgemeinen die Situation in und um Wasserburg. Das Leben der Bewohner zur Zeit des 30-jährigen Krieges war geprägt durch die Einquartierung fremder Soldaten und den Arbeiten an den Verteidigungsanlagen. Auf diese Weise drang der Krieg in die Stadt, ohne die Mauern zu überwinden.

Die Ausstellung thematisiert das tägliche Miteinander zwischen Soldaten und den Einwohnern Wasserburgs, die hieraus resultierenden Konflikte, die Verarmung des Bürgertums und die mit den Soldaten einziehenden Krankheiten und Seuchen. Daneben wird das Kriegsgeschehen aus der Perspektive des von schwedischen Soldaten verwüsteten und von den eigenen Truppen ausgeplünderten Umlands geschildert.

Was gibt‘s zu sehen? Waffen, Grafiken, Gemälde, Archivalien, Gegenstände des Alltags und der sakralen Kunst sind Zeugen dieser Zeit. Die Stimmen überlieferter Personen erzählen von ihren Erlebnissen und bringen ihr Empfinden zur Sprache. Das letzte Gefecht um Wasserburg ging durch den Schriftsteller und Soldaten Grimmelshausen in die Literaturgeschichte ein. Im Ausblick zeigt die Ausstellung die Reflektion des 30-jährigen Kriegs in Literatur und Theater.

Begleitprogramm

Beim BetrachtenEin umfangreiches Begleitprogramm lädt ein, die Ausstellung und die Stadt Wasserburg zu erkunden. So stehen ab dem 17. Juli zwölf „Einquartierte“ – mannshohe hölzerne Silhouetten in Form von Söldnern des 30-jährigen Krieges oder Wasserburger Bürgern – im Stadtgebiet und erzählen auf subjektive Art und Weise vom Leben in der Garnisonsstadt zwischen 1632 und 1634. Auf dem Programm stehen zudem ein Gang durch die Ausstellung, Stadtführungen und ein Ausflug nach Ebersberg zur Hirnschale des Heiligen Sebastian, aus der die Wasserburger tranken, um sich vor der Pest zu schützen.

Am letzten Abend kommen im Rahmen einer Lesung von originalen Quellen noch einmal Zeitzeugen von vor 360 Jahren zu Wort. Mal nüchtern referierend, mal poetisch, voller Verzweiflung, aber auch voller Stolz erzählen sie auf authentische Weise vom Leben und Sterben ihrer Zeit.

Für Schulen

Für Schulen bietet das Museum angepasste Ausstellungs- und Stadtführungen an. Das Stadtarchiv Wasserburg hat das Quellenarbeitsheft „Geschichte in deiner Hand. Quellen zum 30-jährigen Krieg in Wasserburg“ mit ausgewählten Schreiben einer Akte von 1632/33 herausgebracht. Die Schriftstücke, die auch in der Ausstellung zu sehen sind, geben authentischen Einblick in den Alltag der Garnisonsstadt. Das Heft ist für die 7./8. sowie 11./12. Klasse konzipiert und durch bereits vorgeschlagene Fragestellungen und einen Lösungsbogen für Lehrkräfte ergänzt. Es kann kostenlos vom Stadtarchiv bezogen werden. Für Lehrerinnen und Lehrer wird zudem am Montag, 23. September, um 15 Uhr eine Fortbildung angeboten, die die Ausstellung und die pädagogischen Programme vorstellt. SF/HC

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