Von Hobbygärtner zu Hobbygärtner

Da kennt man kein schlechtes Wetter: Pflanzentauschbörse im Bauernhausmuseum

Wahre Gärtner kennen kein schlechtes wetter: Dunkle Wolken, Regen, Graupelschauer, niedrige Temperaturen – für Hobbygärtner noch lange kein Grund, nicht ihrer Leidenschaft nachzugehen. Deshalb wurden bei der Pflanzentauschbörse im Bauernhausmuseum Amerang eifrig Knoblauch gegen Schöllkraut, Himbeere gegen Blumenstock oder Paprika gegen Traubenhyazinthe getauscht. Dazu gab es wertvolle Tipps von Hobbygärtner zu Hobbygärtner …

… oder auch von Fachmännern wie Richard Bals vom Gartenbauverein Waldhausen.

Die traditionelle grüne Tauschbörse trägt ihr Motto „Querbeet“ zu Recht – denn an den Ständen im Vierseithof gibt es fast alles, was ein echtes Gärtnerherz begehrt.

Zum ersten Mal waren Elgard Auerbach und Bernhard Stegmüller dabei, und sie verließen das Bauernhausmuseum vollbepackt mit Pflanzen. „Wir haben unseren Garten frisch angelegt und wollten mal schauen, ob wir hier was finden. Und wir haben wirklich schöne Dinge ergattert, wie etwa unsere Zwiebeln oder das Schöllkraut,“ erzählt Elgard Auerbach.

Letzteres helfe gegen Warzen und sei eine Heilpflanze, das hat ihr schon die Großmutter erzählt, und deshalb muss es in den frisch angelegten Garten. Auch Irmi Wagner ist Gärtnerin aus Leidenschaft und kommt jedes Jahr zur Pflanzentauschbörse. Sie hat Gotchibeeren hergegeben und dafür Luftzwiebeln erhalten, außerdem nimmt sie Knoblauch mit heim. „Gärtnern ist eine kreative Arbeit und Erholung. So ein schöner Garten ist auch etwas fürs Auge.“

Viele Zutaten für das Mittagessen ihrer Familie hat sie selbst angebaut. „Dafür bekomme ich hier bei der Pflanzentauschbörse auch immer tolle Tipps von anderen Besuchern oder von Fachleuten. So etwa, wie man den Obstbaum im Garten veredelt.“

Dafür war in diesem Jahr Richard Bals zuständig. Er führte den Besuchern an mitgebrachten Ästen vor, wie man die Obstbäume so veredelt, dass sie auch langfristig für eine reiche Ernte sorgen. Eine wichtige Erkenntnis für manch einen Besucher: „Äpfel können Sie gut veredeln, und so viele Apfelsorten wie Sie wollen auf einen Baum bringen. Bei Birnen ist das viel komplizierter.“

Auf reges Interesse stießen auch die Informationen des Vereins „VEN – Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, wertvolles Saatgut zu erhalten, und baut deutschlandweit über 8.000 verschiedene Pflanzen an, damit das traditionelle Saatgut nicht verloren geht. Doris Seibt von der Regionalgruppe München-Bayern lud an ihrem Stand die Besucher zu einem anschaulichen Quiz über Samen ein.

Auch das Bauernhausmuseum selbst war mit einem Stand vertreten. Franz Lexa und Museumsleiterin Claudia Richartz gaben seltene und bekannte Pflanzen gegen eine kleine Spende ab. Kapuzinerkresse, Färbertagetes, Knoblauchrauke, Süßdolde oder Hopfen – die Besucher hatten hier die Qual der Wahl und konnten sich dabei noch wertvolle Tipps holen. Was tun bei Nachtfrost, der jetzt immer noch droht? Franz Lexa wusste Bescheid: „Die meisten unserer Setzlinge sind schon sehr weit und haben schon Frostnächte hinter sich. Da passiert nichts mehr. Aber Vorsicht bei Tomaten und Paprika – die gehören noch ins Haus!“
Foto: Bauernhausmuseum Amerang

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