Von fünf Spielerinnen ausgespielt

Wasserburgs Regionalligateam unterliegt Leipzig mit 45:53

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basketballNach einem spielfreien Wochenende, trafen die Damen der Wasserburger Regionalliga am Sonntag in den heimischen vier Wänden auf die Leipziger Eagles. Schon das Hinspiel vor drei Monaten bot den Zuschauern eine durchaus spannende Partie mit sehenswerten Aktionen auf beiden Seiten; mit der Voraussetzung diesen Kriterien erneut zu erfüllen oder gar zu übertreffen startete der Tabellenfünfte gegen den Dritten ins Spielgeschehen. Am Ende verlor man gegen ein Team, das zu fünft angereist war …

mit 45:53.

Groß war zunächst die Freude auf Wasserburger Seiten, als man realisierte, dass die Gäste die lange Reise nach Oberbayern nur zu fünft angetreten waren und auch wenn Trainer Zovko in der Umkleide davor warnte, stellte sich bei der Mannschaft doch das wohlige Gefühl von Sicherheit ein.

Das Spiel startete sehr nervös und unruhig; Zuschauer könnten sich, dank dem Hin und Her, an ein Tennis-Match erinnert gefühlt haben. Sowohl Wasserburg als auch Leipzig hatten große Probleme im Angriff, die eigene Aufstellung zu finden, Laufwege durchzugehen und den Ball schließlich einzunetzen. Auch aus der Überlegenheit auf bestimmten Positionen, konnte keine der Mannschaften Profit schlagen; so wurden die ersten zehn Minuten von einer, ausschließlich mann-spezifischen, Defense-Schlacht geprägt (11:7).

Im zweiten Viertel trafen die Innstädterinnen auf eine variierende Verteidigung: Mal standen alle fünf Spielerinnen aus Leipzig in der Zone, mal machten diese auf jede einzelne Spielerin Druck. Dadurch fiel es den Wasserburgerinnen enorm schwer, im Angriff, endlich wieder in ihren Rhythmus zu finden. Der Sechs-Punkte-Vorsprung nach der zwölften Minute schrumpfte nun Zusehens; das freche Penetrieren der Gäste zum Korb wurde entweder mit leichten Punkten oder mit, erfolgreich verwandelten, Freiwürfen belohnt, sodass die Damen des Hauses zwei Minuten vor der Halbzeitpause ins Hintertreffen kamen. So auch in den letzten Sekunden, als erneut Leipzigs Topscorerin Jenny van Doorn das Zepter in die Hand nahm und durch eine sichere „And One“-Aktion die Oberbayerinnen mit 22:23 in die Kabine schickte.

Trainer Zovko schickte seine Damen an die frische Luft und redete ihnen dort ins Gewissen, und siehe da: Es wirkte! Zwar war von der sonst oft lockeren, gewitzten Spielart der Wasserburgerinnen immer noch keine Spur, doch das Team fand Mittel und Wege durch die zähe Partie. Endlich gelang es Schnelligkeit auf das Parket und somit in das Spiel zu bringen; darauf resultierten Schnellangriffen oder einfache Optionen im Angriff und eine Transitiondefense, welche den Gästen das Leben schwer machte. „Na endlich, geht doch.“, wird ein mancher gedacht haben, als das Ergebnis nach 30 Minuten 35:31 stand – die Innstädterinnen hatten das Spiel gedreht.

Doch diese Rechnung hatten die Damen des TSV ohne ihre Kontrahenten und die Zuschauer ohne den Einbruch ihrer Mannschaft gemacht. Der normale Verstand meint, dass zum Ende hin wohl eher dem Team die Kräfte schwinden sollten, das seit Spielbeginn mit derselben Besetzung auf dem Feld steht. Doch diese Vermutung widerlegten die Leipziger Eagles eindrucksvoll: Clever wurden einzelne Systeme eingestreut und geduldig bis zum optimalen Ausstieg durchgespielt – jeder Angriff auf Stärken einzelner Spielerinnen fokussiert. Basketball, an den die Wasserburgerinnen an diesem Tag nicht hinkommen sollten. Fünf Minuten vor Ende gelang es erneut durch eine „And One“-Aktion van Doorns auf 39:39 auszugleichen, um dann an Wasserburg vorbei zu marschieren und in der 38. Minute 41:47 in Führung zu gehen. Doch die Oberbayerinnen wollten sich noch nicht geschlagen geben, bäumten sich noch einmal auf und verkürzten auf zwei Punkte. Zwei erfolgreiche Angriffe der Damen aus Sachsen später, konnte Wasserburg nur noch die Uhr stoppen und die Gäste an die Freiwurflinie bitten; aber auch hier verwandelten diese gnadenlos. So hieß das unglaubliche und schwere Los der Innstädterinnen nach diesem Spiel: Man hat gegen ein Team, das zu fünft angereist war, aber einen taktisch-technisch hervorragenden Basketball gespielt hatte, mit 45:53 verdient verloren.

Nun gilt es dies zu verdauen, abzuhacken und sich zwei Wochen lang intensiv auf den nächsten Gegner aus Nördlingen vorzubereiten.

Es spielten:

TSV 1880 Wasserburg: Schübel K. 4 (Punkte), Yavuz S. 2, Lang F. 8, Kaup L. 2, Lehnert T. 4, Freiberger H., Zeller M. 11, Sattler A. 7, Reiser J. 5, Wolf F. 2

Leipzig Eagles: van Doorn J. 21 (Punkte), Maciej T. 7, Horti J. 10, Krause K. 6, Albizky K. 9

 

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