Von fiesen Viren und bösen Bakterien

Premiere für Zeichentrickfilm: Der „dsai"-Lehrcomic „Immun im Cartoon“ ist fertig

 „Infiltration erledigt, ab geht’s zum Zellkern!“ Und schon ist ein grimmig schauender Virus auf dem Weg ins Innerste der Zelle, um dort sein zerstörerisches Werk zu tun. Was schon als Comic in Heftform die Arbeitsweise des menschlichen Immunsystems veranschaulicht hat, funktioniert als Zeichentrickfilm ebenso gut: Der Verein „dsai“ mit Sitz in Schnaitsee – die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte – hat jetzt seinen Aufklärungscomic „Immun im Cartoon“ animieren lassen.

Im Universitätsklinikum Düsseldorf feierte der knapp 30-minütige Zeichentrickfilm nun offiziell Premiere. Für die Vertonung des Films konnte die „dsai“ prominente Sprecher gewinnen. „Es freut mich sehr, dass unsere prominenten Synchronsprecher nicht nur den Figuren, sondern vor allem auch den Betroffenen eine Stimme geben und damit dazu beitragen, angeborenen Immundefekte öffentlich noch bekannter zu machen“, sagte Gabriele Gründl, Vorsitzende der „dsai!.

Mit dem Lehr-Comic „Immun im Cartoon“ erfahren Kinder auf unterhaltsame Weise, welche Arbeit das menschliche Immunsystem leistet und wie es gegen Eindringlinge kämpft. Leicht verständlich und medizinisch korrekt beschreibt der Comic die wichtigen und lebenserhaltenden Vorgänge im menschlichen Körper.

Jetzt hat Illustrator und Animator Jürgen Frey seine im Comic geschaffenen Figuren – Viren und Bakterien, Immunglobuline, T- und B-Zellen – im Trickfilm zum Leben erweckt. Neben Schauspielerin und „dsai“-Schirmherrin Michaela Schaffrath schlüpften Moderator Maximilian Arland, Schauspieler Dustin Semmelrogge, Moderator Tom Lehel und Schauspielerin Madlen Kaniuth stimmlich in die Charaktere des Comics.

Alle Sprecher arbeiteten für die Vertonung des Films ohne Honorar. Für die passende Vertonung sorgte Synchron- und Offsprecher Linus Kraus im Wiesbadener Tonstudio Klangbezirk, das Inhaber, Bild- und Toningenieur Andreas Radzuweit kostenfrei zur Verfügung stellte. Die Zeidler-Forschungs-Stiftung unterstütze die Produktion des Zeichentrickfilms als Förderpartner.

In der Kinderklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf war nun die Filmpremiere. „Die Diagnoserate für angeborene Immundefekte ist in Deutschland viel zu gering“, stellte Dr. Hans-Jürgen Laws, Oberarzt der immunologischen Ambulanz, Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie bei der Filmpremiere fest. Bei Betroffenen ist das Immunsystem nicht in der Lage, Krankheitserreger abzuwehren, die Folge sind häufige und schwere Infektionen. Im schlimmsten Fall kann ein unbehandelter angeborener Immundefekt zum Tod führen.

Expertenschätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 100.000 Menschen – darunter viele Kinder – an dieser seltenen Krankheit, allerdings sind bisher nur ca. 4.000 Patienten diagnostiziert.
Für „dsai“-Schirmherrin Michaela Schaffrath war es Ehrensache, sich bei der Filmproduktion zu engagieren. „Die Aufklärungsarbeit der dsai ist enorm wichtig. Meine Aufgabe als Schirmherrin ist es, den Betroffenen eine Stimme zu geben. Mit dem Film will die dsai vor allem Lehrer und
Schüler für angeborene Immundefekte sensibilisieren und den Film als Ergänzung des Lehrplans anbieten.“

Schauspielkollege Dustin Semmelrogge ergänzt: „Nur eine frühzeitige Diagnose und die passende Therapie können den Leidensweg vieler Betroffenen beenden und ihnen ein besseres Leben ermöglichen. Ich habe schon vielen Cartoon-Figuren meine Stimme geliehen, diesmal war es mir eine besondere Freude.“ Für Moderator Tom Lehel war die Mitwirkung ebenfalls selbstverständlich: „Als Vater und langjähriger Botschafter des Kinderlachen e.V. und der
McDonald’s Kinderhilfe weiß ich, wie wichtig es ist, sich für Kinder einzusetzen, die es aus sozialen oder gesundheitlichen Gründen nicht so einfach haben.“

Auch Schauspielerin Madlen Kaniuth war mit Herzblut dabei: „Als Botschafterin von Lipödem Hilfe Deutschland e.V., zu dem ich selbst als Betroffene gekommen bin, ist mir die Thematik sehr vertraut und ich weiß, wie schwierig es für Patienten ist, wenn die Krankheit nicht erkannt bzw. abgetan wird.“

Moderator und Musiker Maximilian Arland freute sich ebenfalls, das dsai Projekt zu unterstützen: „Der Cartoon wird zum einen helfen, in der Öffentlichkeit über das Thema angeborene Immundefekte aufzuklären, gleichzeitig bietet er Kindern die Möglichkeit unterhaltsam zu lernen.“

Ab sofort ist der Film „Immun im Cartoon“ auf sozialen Medien wie YouTube, Facebook und dsai.tv zu sehen: http://www.dsai.de/infos/immun-im-cartoon-der-film.html

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