Urlaubsmonat: Arbeitslosen-Zahl steigt leicht

Quote erhöht sich um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent

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Wegweiser ArbeitsamtLandkreis – Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zu den aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt: „Im Urlaubsmonat August stieg die Arbeitslosigkeit erwartungsgemäß leicht an. Das Plus von 400 Betroffenen lässt die Zahl der Arbeitslosen auf insgesamt 8 490 ansteigen. Damit bewegt sich die Arbeitslosigkeit hier in der Region aber nach wie vor auf einem niedrigen Niveau und der Anstieg von Mitte Juli auf Mitte August ist für diese Jahreszeit durchaus üblich.“

Grau weiter: „Firmenchefs und Personalleiter sind, wie auch ein Großteil der Belegschaft, in Urlaub und so erfolgen nur wenige Neueinstellungen. Erfreulich ist, dass uns trotz der ferienbedingten Sommerflaute fast 200 Stellen mehr zur Besetzung gemeldet wurden als noch im Vormonat. Insgesamt gingen 1 135 Stellenangebote neu ein, davon 1 070 für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Schwerpunkte sind das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel, das Gastgewerbe, das verarbeitende Gewerbe und die Zeitarbeitsbranche.“

Rosenheims stellvertretender Agenturleiter führt weiter aus: „Leider hat sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im August noch einmal deutlich um 250 auf nun 1 080 erhöht. Wir wissen, dass viele nur übergangsweise arbeitslos sein werden. Zum Beispiel diejenigen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und im September eine neue Arbeitsstelle antreten. Andere wiederum besuchen ab Herbst eine weiterführende Schule, oder gehen für ein Jahr ins Ausland.“

Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe beträgt 3,1 Prozent (Vormonat 2,4 Prozent). Für den gesamten Agenturbezirk errechnet sich ebenfalls eine Quote von 3,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote der 55 bis 65-jährigen ist wesentlich höher und liegt – ebenso wie im Vormonat – bei 4,6 Prozent. In Zahlen ausgedrückt waren zur Monatsmitte über 2 000 Männer und Frauen im Alter von über 55 Jahren bei der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern arbeitslos gemeldet.

Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen:

Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III (SGB III; Zuständigkeit liegt bei der Arbeitsagentur) wurden 1990 arbeitslose Männer und Frauen im „Zugang“ registriert, bei den Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit waren es 1 610. Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II (SGB II), also bei den Jobcentern, waren es 850 neue oder erneute „Zugänge“ und 830 Abmeldungen. Von den Jobcentern werden auch diejenigen betreut, deren Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung wegen eines zu geringen Einkommens so niedrig ausfällt, dass Arbeitslosengeld II als Aufstockung gewährt wird. Insgesamt waren im August von den 8 490 Erwerbslosen 4 730 bei der Arbeitsagentur in Rosenheim und den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen und 3 760 bei den Jobcentern (einschließlich des Jobcenters vom Landratsamt Miesbach) gemeldet. Die Analyse der Daten im Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu Lasten des SGB III-Bereiches (plus 310) geht. Bei den Jobcentern, also im SGB II-Bereich dagegen fällt erfreulicherweise die Bilanz positiver aus, hier waren fast 50 Bürge-rinnen und Bürger weniger gemeldet als im Vorjahr.

Am Montag, 2. September, werden wieder viele Schulabgänger/innen eine betriebliche Ausbildung beginnen. Grau zur Situation auf dem Lehrstellenmarkt: „In unserem Agenturbezirk ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt wirklich sehr gut. Natürlich sind um diese Zeit schon viele Ausbildungsstellen besetzt, aber es suchen auch noch Arbeitgeber ihren Azubi. Mitte August waren in unserer Jobbörse noch 880 Lehrstellen – quer durch alle Branchen – zu besetzen.“ Grau an die Firmen gewandt: „Geben Sie auch schwächeren Schulabgängern oder Jugendlichen, die vielleicht schon vor ein, zwei Jahren aus der Schule gekommen sind, eine Chance. Wir können mit gezielter Nachhilfe, den so genannten ausbildungsbegleitenden Hilfen die Jugendlichen unterstützen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf zwei Förderprogramme hinweisen. Zum Einen gibt es Fördergelder im Rahmen der Initiative „Inklusion“ für die Schaffung von neuen Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte junge Menschen, zum Anderen gibt es finanzielle Unterstützung für die Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze für Jugendliche, die aus den Praxisklassen kommen, oder für Jugendliche ohne Schulabschluss im Rahmen des Programms „Fit for Work 2013“, das als Kooperation zwischen der Agentur für Arbeit und der Landesregierung betrieben wird. Informationen dazu geben Ihnen gerne unsere Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte. Offene Ausbildungsplätze können auch im Rahmen einer betrieblichen Umschulung für jüngere Bewerber, die arbeitslos gemeldet sind, interessant sein.“

Auf der Bewerberseite sieht es so aus: Zur Monatsmitte (15. August) gab es aber immer noch 365 Jungen und Mädchen (aus Stadt und Landkreis Ro-senheim 256; aus dem Landkreis Miesbach 31 und aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 78) die für heuer noch eine Ausbildungsstelle suchen.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 680 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 84 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Von den betroffenen Personen werden derzeit 681 (plus 53) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 999 gegenüber dem Vormonat um 31 gestiegen.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent auf (Vormonat 2,6 Prozent). Hier sind mit 3 529 erwerbslosen Personen 159 mehr gemeldet als im Juli. Von den Beschäftigungslosen werden 2 147 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 161 mehr als im Juli. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1 382 Frauen und Männer zuständig, in etwa so viele wie im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1 901 gemeldeten Arbeitslosen eine Zunahme (plus 36) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote ist mit 2,9 Prozent gleich geblieben. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 1 089 Erwerbslose, 24 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 812 SGB II – Kunden (plus 12 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach ist die Arbeitslosenquote auf 2,8 Prozent gestiegen (Vormonat 2,5 Prozent). Hier sind derzeit 1 384 Personen erwerbslos gemeldet, 119 mehr als im Vormonat. 817 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 90 mehr als im Juli. Im SGB II-Rechtskreis weist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Plus von 29 Betroffenen aus, aktuell sind 567 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

 

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