Uraufführung von Borchert-Stück

„Käse. Die Komödie des Menschen“ erstmals auf der Bühne – im Theater Wasserburg

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borchert2_02Nicht Hamburg, nicht Berlin, nicht Wien  – nein, am Theater Wasserburg wird kommende Woche ein Stück von Wolfgang Borchert uraufgeführt: „Käse. Die Komödie des Menschen“. Premiere ist am Freitag, 27. Februar, 20 Uhr. Das Stück über einen durchgedrehten Käse-Händler, der ein zerstörerisches Imperium erschaffen möchte (geschrieben 1938) hatte Borcherts Freund und Mit-Autor Günter Mackenthun in einem Schuh versteckt, als die Gestapo Borchert verhörte. 

In den Achtzigerjahren wurde das Manuskript dann in einem Schrank gefunden, der versteigert werden sollte. Eine Urlesung hat in Hamburg stattgefunden. Als Schauspiel ist das Stück noch nie auf der Bühne gewesen.  Aber jetzt! In Wasserburg. Und zwar mit freundlicher Unterstützung des Vorsitzenden der Hamburger Wolfgang-Borchert-Gesellschaft, Prof. Dr. Hans-Gerd Winter. Der kommt am 7. März auch höchst persönlich aus Hamburg angereist – zum Publikumsgespräch unter dem Motto „mit reden.“

Wolfgang Borchert (* 20. Mai 1921 in Hamburg; † 20. November 1947 in Basel) machten seine Kurzgeschichten, Gedichte und ein Theaterstück nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der bekanntesten Autoren der so genannten Trümmerliteratur. Mit seinem Heimkehrerdrama „Draußen vor der Tür“ konnten sich in der Nachkriegszeit weite Teile des deutschen Publikums identifizieren.

„Käse. Die Komödie des Menschen“ – dieses Frühwerk der 1938 gerade volljährigen Jungautoren Wolfgang Borchert und Günter Mackenthun lässt Science Fiction im Theater Einzug halten, und zwar wie folgt: Der Käsehändler Meier schwingt sich mit seinem Käse-Imperium auf zum Herrscher der Welt, erklärt den Harzer Brocken zum höchsten Berg der Welt, baut sich Roboter-Lakaien, errichtet sich einen Palast auf dem Mars, um schließlich – so sein kühner Plan – die Erde mit Käsegas zu zerstören. Der unaufhaltsame Aufstieg des Ambrosius Käsemeier wird begleitet von seiner lästigen Familie, dem genialen Autor Wolff Guenter samt Mitbewohnern und einer Nackttänzerin, die sich alle in den Wirren politischer und literarischer Wirklichkeit und Fiktion verlaufen, verlieren, verrennen und verlieben.

Es spielen unter der Regie von Nik Mayr: Hilmar Henjes, Jörg Herwegh, Lena Hilsdorf, Frank Piotraschke und Annett Segerer.

Weitere Vorstellungstermine: Samstag, 28. Februar, Freitag, 6. März, Samstag, 7. März, Sonntag, 8. März, Freitag, 20. März, Samstag, 21. März, Sonntag, 22. März. Außerdem ist die Produktion zu Gast auf den 33. Bayerischen Theatertagen in Bamberg am Dienstag, 19. Mai.

Sowohl Prof. Dr. Winter als auch einer der Söhne von Günter Mackenthun, Dr. Gordon Mackenthun, haben sich zum Publikumsgespräch „mit reden.“ angekündigt, das am Samstag, 7. März, im Anschluss an die Vorstellung im Theater Wasserburg stattfindet.

Karten gibt es über www.belacqua.de oder über www.theaterwasserburg.de. sowie im Vorverkauf bei der Buchhandlung Fabula Wasserburg, beim Kroiss Ticketzentrum Rosenheim oder im Kulturpunkt Isen. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

 

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