Unser Mundart-Montag: Sacklzement

Bayerische Ausdrücke und wo sie herkommen

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Bei dem bayerischen Flücherl „Sacklzement“ könnte man meinen, dass der Ursprung dieses Ausdrucks daher kommt, dass ein Sack Zement ziemlich viel wiegt und man deswegen beim Scheitern an einer schweren Aufgabe „Sacklzement“ ruft. Das könnte wahrscheinlich auch einen Einfluss gehabt haben, aber der eigentliche Grund, warum man das in Bayern sagt, ist ein anderer …

Wer „Sacklzement“ einmal sehr undeutlich ausspricht, der bemerkt vielleicht eine phonetische Ähnlichkeit zu dem Wort „Sakrament“. Die beiden Wörter hören sich – gschlampad ausg’sprocha – fast gleich an.

Grundsätzlich hat vielleicht der ein oder andere schon bemerkt, dass Menschen gerne den Göttern die Schuld an ihrem Versagen geben, in dem sie sie verfluchen. Prominente Beispiele dafür sind: Das eben erwähnte „Sakrament!“, „Kruzefix!“, „Himmeherrgott!“ …

Im katholisch geprägten Bayern gilt es aber als pure Gotteslästerung, diese religiös geprägten Begriffe als Fluch zu missbrauchen, weshalb man sich „Sakrament“ in „Sacklzement“ umwandelte. Die christliche Weste blieb weiß und das Gewissen war um einen Fluch leichter.

A Fuchs muasst sei!

 

 

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