Und die Nachtigall sang mit

Stimmungsvoller Abend bei der Chornacht am Edlinger Stoa

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Es war einer jener lauen Sommerabende, die für ein Konzert am Edlinger Stoa wie geschaffen schienen, als der Aktionskreis Edling Kultur und Heimat am vergangenen Freitag zu einer Chornacht eingeladen hatte. Humorvoll und professionell führten Philipp Bachmann und Max Dietrich durch das kurzweilige und abwechslungsreiche Programm, und so präsentierten sich die vier teilnehmenden Chöre nicht im Wettstreit, sondern in musikalischer und optischer Vielfalt miteinander.

Es war eine besondere Herausforderung, dass das Konzert ohne Licht- und Tontechnik stattfinden musste, da zwei Stromaggregate trotz intensiver Bemühungen zweier Fachleute versagten, aber vielleicht lag gerade darin das Besondere dieses gelungenen Abends. Es war eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Klang wunderbarer menschlicher Stimmen, und in der allgemeinen musikalischen Ruhe begann sogar eine Nachtigall im angrenzenden Wald ein Zwiegespräch mit dem gerade singenden Chor zu halten – eben ein Glücksfall.

Mit Tourdion, einem französischen Trinklied aus dem 16. Jahrhundert eröffnete der Edlinger Chor „InnHarmony“ (Foto oben) unter der Leitung von Anja Schwarze-Janka den musikalischen Reigen. Engagiert vorgetragen spannte er sich über fünf Jahrhunderte von der Renaissance bis zu Chorsätzen des Komponisten, Liedermachers und Autors Uli Führe.

 

Tosenden Applaus bekam auch das Ensemble „La Gioia“ aus Mühldorf, als die Sängerinnen mit höchster musikalischer Qualität und Musizierfreude, mitgerissen durch die Leiterin Sigrid Weigl und begleitet von Andreas Obermeyr, bekannte Musicalmelodien aus der West Side Story und aus Hair erklingen ließen.

„Wuidgenial“ und gewollt unkonventionell präsentierte sich der ebenfalls aus Mühldorf stammende Chor „StimmLust“ unter der Leitung von Denise Weise mit einem poppigen Programm.  Auch ohne Mikrofon zog Hannah Kreck im Solopart aus dem Song Operator von Manhattan Transfer das Publikum in ihren Bann, und wieder gab es viel, viel Applaus!

Es dämmerte bereits, als der Wasserburger Chor  „Zappndudap“ zu singen begann und die vielen Kerzen auf den Steinstufen des Amphitheaters leuchteten.

Mit swingenden Arrangements des Chorleiters Ernst Hofmann griff der Chor unterhaltsam und pure Lebensfreude ausstrahlend Themen des Alltags auf.  Als dann die Textzeile „ich wünsche mir nur, dass ein einziges Mal ein Feuerzeug für mich brennt…“ erklang, wurde der Wunsch so zahlreich vom Publikum erfüllt, dass sich niemand mehr dem Zauber des Abends entziehen konnte.

Viel zu schnell ging das Konzert vorbei und nach dem von allen Chören gemeinsam gesungenen Schlusslied „Harmonie der Sterne“ machten sich Zuhörer und Sänger erfüllt und beseelt von der Musik in fast völliger Dunkelheit auf den Heimweg. AK

 

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