Tränen gelacht mit dem Altinger Michi

... und seinen drei Kabarett-Freunden Stefan Waghubinger, Andi Hofmeir, Axel Pätz

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Was für ein fröhlicher Abend! Tränen gelacht hat das Publikum im Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums Gabersee. Vier meisterliche Kabarett-Akteure standen auf der Bühne in Wasserburg und ernteten tosenden Applaus: Allen voran da Altinger Michi, Chef und Moderator des Montagsbrettls und heuer aktuell Gewinner des Bayerischen Kabarettpreises (wir berichteten bereits) – passend zu seinem 25-jährigen Kabarett-Bühnenjubiläum. Die Besucher im voll besetzten Festsaal lachten sich schlapp …

Fotos: Renate Drax

… denn der Michi versteht es nicht nur bestens, die Situationskomik auszunutzen zwischen den Auftritten seiner Gäste – schnell gesetzte Pointen sind seine Spezialität – er begeisterte auch diesmal wieder mit Auszügen aus seinen Programmen. Aktuell ist es eine Trilogie – die Hell heißt! Tiefgang mit Witz – vom Trump bis hin zur Kloschüssel: Selbst bei einer Glastüre im Hotelzimmer zum WC entdeckt Altinger einen empathisch-komischen, sozialkritischen Ansatzpunkt: Man muss es nicht übertreiben mit öffentlicher Bloßstellung – nicht im Leben, nicht im Internet und auch nicht bei der Innengestaltung eines Konzept- oder Design-Hotels.

Und überhaupt: Das Philosophische in seinem Kabarett – das steht ihm gut.

So wie seine Gäste immer bestens passen und das Publikum begeistern, jeder auf seine Art. Und diese Art war diesmal bunt gemischt – von Österreich bis Hamburg – und musikalisch hochkarätigst zudem! Darüber freute sich auch einmal mehr der kaufmännische Leiter des Klinikums, Dr. Stefan Piehler (unser Foto), der die Besucher gerne zu diesem so gelungenen Kabarett-Abend begrüßt hatte.

Zu Gast waren diesmal:

… Stefan Waghubinger mit seinen außergewöhnlichen familiären Belastungen:

Wenn der Österreicher trocken aus seinem Familienleben berichtet, dass er schon zweimal Geburtstag hatte und seine Frau noch gar nicht, dann ahnt man, dass mehr Fragen offen sind, als nur die, was er denn schenken könnte … Österreichisches Jammern und Nörgeln mit deutscher Gründlichkeit (der studierte Theologe lebt seit über 20 Jahren in Stuttgart) – und das alles höchst unterhaltsam auf höchstem sprachlichen Niveau: Das ist Stefan Waghubingers Kernkompetenz. Und aus der schöpft er auch in Wasserburg aus allen Kübeln. Lachen und nachdenken: Man muss schließlich aufpassen, dass man seine Meinung nicht falsch ausspricht …

… der zweite im Bunde war diesmal Andreas Martin Hofmeir, einst Mitglied von LaBrassBanda und heute einer der besten Tubisten unserer Zeit – in charmanter Begleitung am Piano von Barbara Schmelz, Kirchenmusikdirektorin des Klosters Scheyern.

Ein bewegender Hörgenuss wartete – gewürzt mit Kabarett: Außergewöhnlich, authentisch und von herausragender Perfektion. Andi Hofmeir, barfuß in Jeans. Die Tuba, ein behäbig daher kommendes Instrument? Weit gefehlt:

Nach Jahren des Musikkabaretts mag Hofmeir altersbedingt, wie er sagt, gerne auch mal die Lesevariante: In seinem trockenen Stil liest er aus seinen Erfahrungen als Tubist und Weltreisender, in epischer Breite und lyrischer Würze. Mit dabei stets neben ihm: Seine Tuba Fanny. Die wahre Geschichte einer Zugfahrt mit der Begegnung einer Porno-Darstellerin – ja klar, die wollten alle im Saal gerne hören …

„Winter“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ wählte er als Musikstück – der Andi. Die Tuba als Geige, das Piano als Streichorchester. So einfach, so wunderbar: Schmelz erwies sich als kongeniale Partnerin des Echo-Klassik-Preisträgers Hofmeir. Bibbernd erzählt hier die Tuba von der Kälte, das Klavier ließ Schneekristalle hörbar werden und man fühlte sich eingeladen auf einen Spaziergang durch verschneite Landschaften. Lächelnd, versteht sich, denn der kabarettistische Teil des Abends mit Hofmeir klang ja auch noch im Ohr … Und weil das Publikum so begeistert war, gab’s noch ein irisches Liebeslied obendrauf – Gänsehaut-Feeling pur.

Nicht zuletzt: Der Dritte der Altinger-Gäste im Bunde – Axel Pätz aus Hamburg – ja, das Niveau singt!

Und zwar gut – wortakrobatisch gut – und es spielt Klavier wie Akkordeon! Das Niveau! Chill mal, ruft Axel Pätz allen zu – animiert von seiner Tochter und deren Lover.

Pätz, der in den letzten Jahren zu einem Shooting-Star der deutschen Kabarett-Szene geworden ist. Er etablierte sich nicht nur in TV-Sendungen wie „Satire-Gipfel“, „Ottis Schlachthof“ und „Mitternachtsspitzen“, sondern wurde zudem mit Kabarett- und Kleinkunstpreisen überhäuft.

Mit klaren Worten – gereimt – und mit viel Musik schilderte er seine in den dunklen Schluchten des brutalen Alltags erworbenen Erkenntnisse auf so manchem Gebiet des täglichen Lebens – vom Rollator bis zur Aufsitzmäher-Leidenschaft. Applaus für einen grandiosen Abend!

 

 

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