Taten, nicht nur Worte

Beispielhaft: Gestern zeigte das Fernsehen ein Flüchtlings-Projekt aus dem Landkreis

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Wenn Flüchtlinge dringend arbeiten möchten – aber weder dürfen, noch können, weil ihnen große Steine in ihren ohnehin nicht leichten Weg gelegt werden, dann muss gehandelt werden! Deshalb hat jetzt wieder das Aiblinger REFUCHAIRS-Projekt mit Flüchtlingen aus zwölf Nationen und bester Unterstützung engagierter Mitglieder des Kreis Migration e.V. stattgefunden. Und es läuft gut! So gut, dass es gestern einen TV-Beitrag in der Abendschau des Bayerischen Fernsehens gab …

Am vergangenen Montagabend war ein Team aus München für eineinhalb Stunden lang dabei, wie 23 Aiblinger Flüchtlinge wieder voll Freude und Einsatz am Stühle abschleifen, beim Putzen, Anmalen und Designen waren.

Massi ist mit sechs Jahren der Jüngste, Bernadette mit 80 Jahren die älteste und begeisterte Mitarbeiterin – schließlich dürfen ja alle Aiblinger Bürger mit anpacken.

Grundlegend bereitet das gemeinsame Arbeiten in der alten Halle allen Beteiligten große Freude. Allen geht es ums Mitarbeiten und Dabeisein und darum, gemeinsam aus etwas Altem wieder Neues und Schönes zu schaffen.

An manchen Stühlen wurde zu Zweit zu Dritt gearbeitet, Länderflaggen entstanden, Kommunikation entstand. 13 beteiligte Nationen, wenn man das deutsche Team des Kreis Migration hinzurechnet, wuselten wieder geschäftig durch die Halle.

Es ist lebendig, hier wird gelacht, Musik läuft, meist aus einem anderen Land.

Aber es wird auch konzentriert und oft voll überschüssiger Kraft umso energischer ans Werk, also den Stuhl, gegangen. Und das, obwohl allen Beteiligten klar ist, dass die fertigen Stuhlwerke lediglich am Ende des Projekts verschenkt werden können. Denn als gemeinnütziger Verein dürfen schließlich weder Einnahmen noch Spenden gegen Stühle fließen.

Freilich darf generell an den Kreis gespendet werden, aber eben nicht zweckgebunden. Sicher ist, dass alle freiwilligen Spenden allen Flüchtlingen zugute kommen und z.B. in Deutschkurse fließen, als Fahrtgeld für die Schule, für die Radlwerkstatt, Gitarrenunterricht, Fußball-, Malkurse, Kleiderkammer, Feste mit Kocheinsätzen usw. verwendet werden.

Langsam geht das grobe 80er und 100er-Schleifpapier zur Neige. Und auch die Farben- und Lackvielfalt könnte breitgefächerter sein.

Aber mit allem, was die Initiatoren seitens der Stadt Bad Aibling, der Fachklinik Alpenland als Spender von 250 Industriedesign-Stühlen aus den 60er und 70er Jahren, dem von Hauser & Engelhart aus Bad Aibling, Hagebaumarkt Schneider Bruckmühl und Profi Baumarkt Eder in Tuntenhausen gespendeten Material an Unterstützung erhalten haben, sind alle Mitmacher beim Projekt einfach nur glücklich.

Denn freiwilliges Upcyceln, Renovieren, Ratschen oder auch mal nur Zuschauen wie tolle Werke entstehen, Auspowern und Unter-Anderen-Sein – und das zweimal pro Woche über zwei Stunden lang – das ist Abwechslung vom Alltag! Endlich.

Aber es ist auch Anerkennung – die Werke machen stolz.

Taten, nicht nur Worte.

Traumata, Depressionen, das Gefühl wertlos zu sein – für ein paar aktive Stunden pro Woche zur Seite legen können – aus eigenem Antrieb!

Genau das war jeder einzelne der bislang sechs REFUCHAIRS-Arbeitseinsätze wert.

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