Starbulls zu Gast bei Aufsteiger Nauheim

Und am Sonntag gegen Fischtown Pinguins

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starbulls_logoRosenheim  – Zum Auftakt in das nächste Eishockey Wochenende müssen die Starbulls am Freitag um 19.30 Uhr in Bad Nauheim antreten, bevor dann am Sonntag um 18 Uhr die Fischtown Pinguins den Beginn des zweiten Hauptrunden-Durchgangs im Rosenheimer Kathreinstadion einläuten werden. Mit Abschluss der Partie beim Aufsteiger haben die Starbulls also gegen jeden Gegner einmal gespielt, das erste Viertel der Vorrunde ist absolviert, Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Zuvor muss diese Begegnung aber erst einmal hinter sich gebracht werden. Das wird wahrlich kein Selbstläufer werden, denn die Roten Teufel haben sich beachtlich in die 2. Liga zurück gemeldet. Dass ein Team aus dem Hessischen den DEL2-Aufsteiger stellen würde, konnte dabei niemanden überraschen, auch wenn die Favoriten auf diesen begehrten Aufstiegsplatz sicherlich Frankfurt und Kassel gewesen sind.

Dass mit Bad Nauheim der dritte hessische Vertreter das Rennen machen würde, durfte man dann schon als eine kleine Sensation bezeichnen. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, so lautet eine alte Volksweisheit und der lachende Dritte waren eben diese Bad Nauheimer gewesen, die den Kassel Huskies den Traum vom Aufstieg, in einer packenden Best of Five Finalserie, vor eigenem Publikum zunichte gemacht hatten und selber zu den Sternen griffen. Damit meldet sich der Traditionsclub aus der Wetterau nach zehn Jahren Abwesenheit zurück in seinem Revier. Kein anderer Club hat so lange Zeit in der zweithöchsten Deutschen Spielklasse verbracht wie der ECN. So treten die Hessen auch die Nachfolge der Starbulls an, denen zuletzt das Kunststück gelang, den Sprung aus der Oberliga in die 2. Liga zu schaffen.

Entscheidende Rolle

Beim Rosenheimer Aufstieg spielten auch eben diese Bad Nauheimer eine entscheidende Rolle. Im Viertelfinale der Aufstiegssaison 2009/ 2010 mussten die Starbulls diese Hürde nehmen und wären fast daran gescheitert. Sieben Spiele, und damit die volle Distanz, benötigten die Oberbayern um die Hessen aus dem Wege zu räumen und um damit den Weg zum lang ersehnten Aufstieg frei zu machen. In die Geschichte ging dabei die erste Begegnung ein, als Stanley, Newhook, Fairbarn und Co in der Wetterau mit 1:7 buchstäblich baden gingen und das Rosenheimer Umfeld in helle Aufruhr versetzten. Als die Mannschaft spät in der Nacht wieder am heimischen Stadion ankam, erwartete sie ein dort befestigtes Plakat mit der Aufschrift: „Wollt ihr uns Vera…….? 7:1, schämt euch!“ Ein Wendepunkt in der Begegnung. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Nun trifft die Mannschaft von Franz Steer also erneut auf diesen Club, der sich natürlich in einem runderneuerten Gewand präsentiert. Für Aufsehen sorgte dabei die Transferpolitik der Hessen, denen es gelungen ist, einige spektakuläre Neuverpflichtungen zu tätigen. So konnten u.a. Jason Pinizzotto und Marcus Götz aus Schwenningen für die Taunusstädter gewonnen werden, ebenso wie Kevin Lavallee aus Weisswasser. Sogar aus der DEL erhielt man mit Kyle Helms Verstärkung, der zuletzt für die Augsburger Panther in der höchsten Deutschen Spielklasse stürmte.

Zweitligaerfahren ist auch Neuzugang Dennis Reimer, vormals Hannover Indians. Dazu bediente man sich in Nordamerika und holte Dan Ringwald/ Oklahoma/ AHL, Matt Beca Charlotte/ AHL und Trainersohn Taylor Carnevale Utah/ ECHL an die Wetter. Auch ein Rosenheimer Urgestein konnte man für ein Engagement gewinnen, Matthias Bergmann, der derzeit aber schwer an Krebs erkrankt ist und daher natürlich nicht zur Verfügung stehen kann. Wir drücken an dieser Stelle Matthias die Daumen für seine baldige Genesung.

Aufsteiger-Dämpfer am letzten Spieltag

Rote Teufel Coach Frank Carnevale hat also auf dem Papier eine ordentliche Offensivabteilung aufgeboten, auch wenn die Grundausrichtung des Team nicht all zu offensiv ist. Die von einer Aufstiegseuphorie getragene Mannschaft verkauft sich bisher sehr beachtlich und konnte dabei auch schon einige Achtungserfolge für sich verbuchen. So schlug man u.a. den Meister Bietigheim in deren Halle und in Bad Nauheim mussten schon Heilbronn und Bremerhaven die Segel streichen. Einen kleinen Dämpfer hingegen gab es am letzten Spieltag, als man zuhause ausgerechnet gegen das krisengeschüttelte Crimmitschau mit 0:3 unterlag. Summa summarum bedeutet dies momentan Platz 7 in der Tabelle, mit 12 Punkten bei einem noch ausstehendem Spiel. Das kann sich für einen Aufsteiger durchaus sehen lassen und die Mannschaft von Franz Steer dürfte also gewarnt sein.

Zuletzt konnten die Starbulls ihre Auswärtspartie bei den Lausitzer Füchsen mit 5:3 gewinnen und mussten dabei auf eine ganze Latte Spieler verzichten. Gleich sechs Stammspieler standen dem Tabellenzweiten nicht zur Verfügung, wobei sich die Situation langsam für die Innstädter zu bessern scheint. Wieder mit an Bord werden sowohl Kapitän Stephan Gottwald als auch Maximilian Hofbauer und Benjamin Zientek sein. Letzterer kommt damit zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz als Profi im Trikot der Starbulls. Freilich müssen Gottwald und Co im altehrwürden Colonel- Knight- Stadion zu Bad Nauheim dabei konzentrierter zu Werke gehen als zuletzt in Weisswasser, als man zwei Drittel lang gar nicht gut ausgesehen hatte und erst im Schlussabschnitt das Ruder noch herumreißen konnte. Rosenheim erwartet dort ein euphorisches Publikum und ein Tanz auf dem Vulkan. Da heißt es Ruhe zu bewahren um nach wie vor im Kampf um die Tabellenspitze ein Wörtchen mitreden zu können.

 

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