Starbulls starten mit Derby-Kracher

Zum Auftakt der Eishockey-Saison am heutigen Freitagabend kommt Riessersee

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teamMan glaubt es kaum, aber die Eishockey-Saison beginnt – heute! Nachdem die letzten drei Wochenenden in Rosenheim im Zeichen des Herbstfestes standen, übernimmt nun der schnellste Mannschaftssport der Welt wieder das Zepter an der Mangfall. Zum Auftakt der neuen Saison in der DEL 2 steht dabei gleich ein echter Kracher auf dem Programm, denn die Starbulls Rosenheim empfangen im emilo-Stadion den SC Riessersee zum Derby. Das mit Spannung erwartete erste Punktspiel beginnt heute am Freitagabend um 19.30 Uhr. Am Sonntag reisen die Rosenheimer Eishockeycracks nach Dresden.

Nicht nur das Rosenheimer Herbstfest hat sich verabschiedet, sondern auch das späte Hochsommerklima wird am Freitag Geschichte sein. Beste Voraussetzzungen also für den Start der Punktspielsaison 2016/17 in der DEL 2, der für die Starbulls gleich einen echten Kracher auf dem Programm hat. Die Grün-Weißen empfangen den oberbayerischen Rivalen aus Garmisch-Partenkirchen zum Derby an der Mangfall. Damit kommt es zur Neuauflage des Pre-Playoff-Duells vom März, bei dem die Starbulls dank zweier begeisternder Heimsiege die Oberhand behielten und ins Viertelfinale einzogen.

Wenn der SC Riessersee nun zum Saisonauftakt 2016/17 am Freitag ab 19:30 Uhr im emilo-Stadion aufkreuzt, sorgt also neben der traditionellen lokalen Rivalität zusätzlich die Revanchelust der Gäste von der Zugspitze für besondere Pikanterie. Die Zuschauer erwartet ein hochemotionales Duell zweier topmotivierte Mannschaften vor einer stimmungsvollen Kulisse, wobei es schwer fällt, im Vorfeld einen Favoriten auszumachen.

Beide Trainer, Tim Regan vom SC Riessersee und Franz Steer von den Starbulls Rosenheim, beurteilen ihren Gegner im Vergleich zur letzten Spielzeit als stärker aufgestellt. Auf die Gäste aus Garmisch-Partenkirchen trifft das sicher zu. Mit Luke Oakley und Mattias Beck konnte die Topstürmer gehalten werden. Dazu gesellen sich mit Scott Campell und Ryan McDonough zwei neuverpflichtete Kontingentspieler, die in der Vorsaison in der starken dänischen ersten Liga überzeugten. Dazu kommt der gebürtige Schongauer Andreas Driendl, den die Blau-Weißen nach sieben DEL-Jahren in Krefeld an den Fuße der Zugspitze locken konnten und der ligaweit sicher zur absoluten Crème der deutschen Offensivspieler zu zählen ist.

In den letzten Vorbereitungswochen war Driendl allerdings angeschlagen, so dass hinter seinem Einsatz im Derby in Rosenheim noch ein kleines Fragezeichen steht. Gleiches gilt für Luke Oakley. Definitiv nicht dabei sein wird Förderlizenzspieler John Rogl, der sich bei einem Vorbereitungsspiel des DEL-Teams Red Bull München verletzte und längerfristig ausfällt. Die „Gewinner“ der Vorbereitung bei den Werdenfelsern waren Stürmer Andreas Eder, der einen großen Schritt nach vorne machte, sich torhungrig und spritzig zeigte, sowie Torwart Matthias Nemec. Der aus Ravensburg verpflichtete Deutsch-Tscheche ist als Nummer eins zwischen den Holmen gesetzt und strahlt von dort wieder mehr Ruhe und Souveränität aus als zuvor Jochen Vollmer. Im vorletzten Test beim hochgehandelten Oberligisten Regensburg (4:0) stellte Nemec seine gute Form mit einem Shutout unter Beweis.

Insgesamt zeigte sich SCR-Trainer Tim Regan mit der Vorbereitung zufrieden, wenngleich die erzielten Ergebnisse durchwachsen waren und zahlreiche temporäre Spielerausfälle ein Einspielen der geplanten Reihen erschwerten. Das gleiche Problem hatten aber auch die Starbulls. Und so verwundert es auch nicht, dass Trainer Franz Steer so gar nicht einschätzen mag, wo sein Team im Leistungsvermögen grundsätzlich und im Vergleich mit den Ligagegnern zu Beginn der Punkterunde steht: „Ich glaube, dass wir für eine erste realistische Einschätzung die ersten vier Spiele abwarten müssen“.

In diesen ersten vier Spielen sicher nicht dabei sein wird Dominik Daxlberger, der in dieser Woche am Knie operiert worden ist und erst im Laufe des Novembers wieder auf das Eis zurückkehren wird. Auch Neuzugang Joseph Lewis fällt noch ca. zwei Wochen aus. Der aus Heilbronn gekommene Stürmer, der sich in den von ihm absolvierten Vorbereitungsspielen spielbelebend, schnell und torgefährlich zeigte, befindet sich nach einer Knieverletzung noch im Reha-Training.

Auch bei Stürmer Simon Fischhaber, der im Training regelmäßig auf dem Eis steht, ist an einen Einsatz zumindest am ersten Punktspielwochenende noch nicht zu denken. Zu allem Überfluss fällt gegen den SC Riessersee auch noch Verteidiger-Urgestein Michael Rohner aus, der eine dem letzten Playoff-Viertelfinalspiel der Vorsaison entsprungene Spielsperre absitzen muss. Dafür ist aber Neuzugang Michael Baindl, der in den letzten Vorbereitungsspielen geschont wurde, aller Voraussicht nach am Start.

Die Qual der Wahl hat Franz Steer auf der Torhüterposition. Der Starbulls-Coach sieht Timo Herden und Lukas Steinhauer zum Ende der Vorbereitung auf einem guten Level – und auf Augenhöhe: „Wer spielt, das entscheide ich aber erst am Vorabend des Spiels und das erfährt dann derjenige als erstes von mir.“

Gespannt darf man aus Rosenheimer Sicht auf den ersten Punktspielauftritt der neuverpflichteten Kontingentspieler sein. Stürmer Gregg Gibson deutete in den Testspielen sein feines Händchen bereits an und Reihenkollege Tyler Scofield zeigte mehrfach, dass er gerade in spielentscheidenden Situationen als eiskalter Vollstrecker zur Stelle sein kann. Verteidiger Cameron Burt kann wohl eine Kombination aus defensiver Souveränität und feiner Spieleröffnung ins Starbulls-Ensemble bringen, wie es sie in einer Rosenheimer Mannschaft lange nicht mehr gegeben hat.

Vor allem die Rosenheimer Defensive scheint im Vergleich zur letzten Saison einen bemerkenswerten Schritt nach vorne gemacht zu haben. Mit Ausnahme der finalen Testspielniederlage gegen Villach (1:6) taten sich selbst die höherklassigen und offensivstarken Vorbereitungsgegner recht schwer, zu Torerfolgen zu kommen. Und die eigene Torgefährlichkeit von der blauen Linie hat ausweislich sehenswerter Treffer von Stefan Kronthaler und Gustav Veisert zugenommen.

Aktive und Zuschauer müssen sich mit dem Punktspielauftakt auf einige Neuerungen einstellen. So kann der Schiedsrichter erstmals in der DEL 2 Entscheidungen, die im Zusammenhang mit einer Torerzielung stehen, per Video-Aufzeichnung überprüfen und ggf. revidieren. Die entsprechenden Kameras wurden Mitte August im emilo-Stadion installiert und das gesamte System am Mittwoch dieser Woche noch einmal einem ausgiebigen finalen Test unterzogen. Die Spiele der DEL 2 werden übrigens grundsätzlich nur noch im Drei-Mann-System geleitet. Das vornehmlich bei Derbys oder Topspielen fallweise zur Anwendung gekommene Modell mit zwei Hauptschiedsrichtern gibt es in den Hauptrundenspielern der DEL 2 bis auf weiteres nicht mehr.

Sollte es zu einer Verlängerung kommen, liegt die Sollstärke der Teams ab sofort nur noch bei drei Feldspielern. Vor einem eventuell notwendig werdenden Penaltyschießen wird das Eis künftig im mittleren Korridor noch einmal trocken abgezogen.

Eintrittskarten für den mit Spannung erwarteten Heimspielauftakt am Freitag gegen den SC Riessersee sind im Vorverkauf bequem online und zum Selbstausdrucken im Starbulls-Ticketshop auf www.starbulls.de erhältlich, natürlich aber auch in der Starbulls-Geschäftstelle am emilo-Eisstadion.

Dort können rechtzeitig zum ersten Punktspiel natürlich auch noch Dauerkarten (aktueller Stand: 753) erworben werde. Die Geschäftsstelle ist am Donnerstag von 17 bis 19 Uhr und am Spieltag von 9 bis 12 Uhr und ab 17 Uhr geöffnet.

Am Sonntag in Dresden

Am Sonntag reisen die Starbulls im Rahmen des zweiten Spieltags der DEL 2 dann wie schon in der Vorsaison nach Dresden. Spielbeginn in der EnergieVerbund Arena ist um 17 Uhr. Die Eislöwen, die in der vergangenen Spielzeit nach zwischenzeitlicher Durststrecke und Trainerwechsel erst im Playoff-Halbfinale an Bietigheim scheiterten, wollen laut Trainer Bill Stewart diesmal „noch einen Schritt weiter kommen“ – was logischer Weise die Finalteilnahme ist. Dass das Team in der Spitze eine entsprechende Qualität hat, ist unbestritten.

In der Breite hat der Dresdner Kader aber eingebüßt – und ob der Wechsel des Förderlizenzpartners (Köln statt Berlin) dieses Problem abfedern kann, wird in Expertenkreisen bezweifelt. „In den hinteren Reihen sind die Eislöwen sehr abhängig von Förderlizenspielern“, weiß Starbulls-Coach Franz Steer, der auch an der Elbe etwas mitnehmen will: „Natürlich wollen wir auch dieses Spiel gewinnen, sonst bräuchten wir ja gar nicht hinfahren“.

Foto: Starbulls

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