Starbulls: Faustschlag und „viel zu billiges“ Tor

Gegen Riessersee mit einem absolut eishockey-untypischen Minimalergebnis verloren

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Nein, es war jetzt nicht der Saison-Auftakt, wie ihn sich die Eishockey-Cracks von den Rosenheimer Starbulls daheim vorgestellt hatten! Man hat das erste Punktspiel der neuen Saison in der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga gegen den SC Riessersee mit einem absolut eishockey-untypischen Minimalergebnis von 0:1 verloren! Knapp 3.000 Zuschauer sahen ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel, in denen das goldene Tor der Gäste ausgerechnet in der Phase fiel, als die Starbulls-Führung in der Luft lag.

Die Starbulls mussten verletzungsbedingt auf die Stürmer Josepf Lewis, Dominik Daxlberger und Simon Fischhaber verzichten. Zudem musste Verteidiger Michael Rohner aussetzen, da er eine Sperre nach einer Disziplinarstrafe im letzten Playoff-Spiel der Vorsaison zu verbüßen hatte.

Bei den Gästen fehlten nur die Langzeitverletzen John Rogl und Luke Oakley, Neuzugang Andreas Driendl, mit der Vita von sieben DEL-Jahren aus Krefeld gekommen, war dagegen mit dabei.

Der Sekundenzeiger schickte sich gerade an seine zweite Umdrehung zu vollenden, als sich auf dem Eis erste Derby-Emotionen bereits entluden. Rosenheims Tyler McNeely und Riessersees Tim Richter gerieten aneinander – Punktesieger im folgenden Faustkampf blieb klar McNeely.

Die erste klare Torchance gehörte den Gastgebern: Leopold Tausch, der temporär McNeelys Platz in der zweiten Sturmreihe einnahm, tankte sich geschickt durch die Gästezone und scheiterte freistehend vor dem stark reagieren SCR-Keeper Matthias Nemec, beim Nachschuss verfehlte Maximilian Vollmayer das Garmischer Tor aus spitzem Winkel.

Im weiteren Verlauf stand dann aber Rosenheims Lukas Steinhauer öfters im Mittelpunkt des Geschehens als sein Gegenüber. Bei zwei Schlagschüssen von Felix Thomas war der Starbulls-Keeper aber ebenso auf dem Posten wie in der 15. Spielminute, als Goalgetter-Schwede Mattias Beck frei vor ihm auftauchte. In der 17. Minute war Steinhauer dann gegen Valentin Gschmeißner gar mit dem Innenpfosten im Bunde. Die Gäste vom Fuße der Zugspitze hatten jetzt nicht nur leichte Scheibenbesitzvorteile, sondern suchten deutlich öfter und konsequenter den Torabschluss als die Grün-Weißen. Dennoch blieb es bis zur ersten Pausensirene beim torlosen Zwischenstand.

Die tendenzielle Dominanz der Gäste war mit Beginn des zweiten Spielabschnitts aber verflogen. Die Starbulls machten an der eigenen Zone jetzt effektiver zu und forcierten das Angriffspiel. Bei zwei Überzahlsituationen für Grün-Weiß wurde dann auch der Anforderungskatalog für Gästekeeper Nemec dicker.

Doch der Neuzugang aus Ravensburg setzte mehreren Schlagschüssen von Peter Lindlbauer und Stefan Kronthaler starke Paraden entgegen. Als Tyler McNeely schließlich nach schönem Doppelpass mit Michael Baindl die Scheibe mutterseelenallein vor dem Gästetor am rechten Kreuzeck vorbeihebelte, schien der Rosenheimer Führungstreffer fällig.

Umso überraschender lag das Spielgerät mit Anbruch der 34. Spielminute plötzlich im Tor der Starbulls. Julian Eichinger hatte von der blauen Linie in Bandennähe flach abgezogen, Tim Richer, der im idealen Moment in den Slot fuhr, geschickt und unhaltbar abgefälscht.

Starbulls-Trainer Steer analysierte nach der Partie den Treffer als „viel zu billig“. Weil danach Riessersees Driendl nach einem Solo (37.) und Rosenheims Greg Gibson per Flachschuss (38.) an starken Paraden der gegnerischen Keeper scheiterten, ging es mit dem knappen Zwischenstand von 0:1 in die zweite Pause.

Der letzte Spielabschnitt begann mit einem kapitalen Scheibenverlust der ansonsten defensiv überaus sicher agierenden Gäste, den Greg Gibson aber nicht nutzen konnte. Überraschend frei zum Abschluss kommend, visierte der neuverpflichtete Kontingentstürmer aus kurzer Distanz das linke untere Eck an, doch der fehlerfreie Gästekeeper Nemec rettet mit einem ganz starken Reflex (41.). Auf der anderen Seite spritze Ryan McDonough in einen Rosenheimer Fehlpass und bediente Sturmpartner Scott Campell, der gegen die Reaktionsrichtung von Lukas Steinhauer knapp am Pfosten vorbeizielte (43.).

Zwei Minuten später scheiterte McNeely bei einem Gegenstoß an Nemec, wahrscheinlich wäre die Ablage auf den zentral mitgelaufenen Scofield effektiver gewesen (45.). Mitte des Spielabschnitts bot sich den Grün-Weißen dann für 43 Sekunden die Möglichkeit, mit zwei Spielern mehr zu agieren. Unkonzentrierte Aktionen und ein clever kämpfender Gegner standen dem kreieren von Ausgleichschancen aber entgegen.

In der 51. Spielminute – die Gäste waren noch mit einem Spieler weniger auf dem Eis – sahen die 2.937 Zuschauer im emilo-Stadion das vermeintliche 0:2, als ein satter Schlagschuss unter den Schonern von Lukas Steinhauer herausrutschte und neben dem Pfosten knapp hinter der Torlinie liegen blieb. Doch Hauptschiedsrichter Westrich verweigerte dem Treffer nach Rücksprache mit seinem Linienrichter die Anerkennung, weil das Spiel wohl per Pfiff bereits unterbrochen war. Die Starbulls dagegen kamen jetzt trotz kampfstarker Bemühungen kaum noch gefährlich zum Abschluss.

Einzig Gibson hatte nach Ablage von Scofield exakt zwei Minuten vor der Schlusssirene den Ausgleich zum 1:1 auf dem Schläger, aber auch in dieser Situation ließ sich Gästekeeper Nemec nicht überwinden. Zwei Minuten später stand sein Shutout und der knappe, aber nicht unverdiente 1:0-Auswärtssieg des SC Riessersee dann fest.

Heute am Sonntag nun sind die Starbulls um 17 Uhr in Dresden zu Gast!

Quelle: Starbulls

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