Sperrstunde „anno dazumal“

Polizei blickt zurück: Wer zu lange beim Wirt saß, musste zwei Mark bezahlen

Wenn vom Polizeipräsidium in Rosenheim eine Nachricht kommt, ist in der Regel in irgendeine Richtung eine Alarmstufe angesagt – nicht so heute, denn an diesem Dienstag steht ein „Viel Spaß beim Lesen“ dabei. Das wollen wir unseren Lesern wiederum nicht vorenthalten. Polizeioberrat Hannes Schneider hat einige Jahrzehnte zurück geblickt – anhand eines interessanten Zeitdokuments (unser Foto). Hier seine Geschichte …

„Aus war`s mit der Gemütlichkeit, wenn im Landsknechtslager vom Profossen über den Zapfen gestrichen, in München zum ‚Hußausläuten‘ die Bierglocke gezogen oder in Altötting vom Landpolizisten Sperrstunde geboten wurde.

Gar manch fröhliche Wirtshausrunde fand ein jähes Ende, wenn nach ein Uhr – plus 30 Minuten Karenz zum Austrinken! – plötzlich die Uniformierten im Gastzimmer standen.

Wenn`s mal wieder etwas länger gedauert hatte, dann traf den Wirt eine Anzeige. Aber auch der – mit entsprechendem Beharrungsvermögen ausgestattete – Gast konnte mit einer Verwarnung im einstelligen DM-Bereich für seine überlange Sitzweil belangt werden.

Als Beleg hierfür sei eine Gebührenquittung beigelegt (unser Foto), die einem angesehenen Altöttinger Bürger am Sonntag, den 18. Juli 1965, einen Zwickel aus dem Geldbeutel gezogen hatte.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die Bierglocke in der Haupt- und Residenzstadt bereits um 22 Uhr abends zur Heimkehr mahnte und die Maß auf dem Oktoberfest 1965 auch schon mit „zwoa Mark zwanzge“ zu Buche schlug!“
Hannes Schneider
Polizeioberrat

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