Sei dir selbst dein bester Freund

„Philosophischer Salon“ im Peterhof bei Griesstätt mit Theo Roos

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Roos 1Weng/Griesstätt – Im neu restaurierten Gewölbe des Peterhofes in Weng bei Griesstätt (wir berichteten) eröffnete jetzt Theo Roos die Reihe „Philosophischer Salon“ mit seinen erfrischenden philosophischen Vitaminen, dargereicht in musikalischem Ohrenschmaus und als Slowfood für die Seele. Ein Erlebnis für das Publikum. Der Philosoph als „Rockstar“,  Sänger auf der Bühne mit Gitarre und Band – in diesem Fall wurde er am Piano von Harald Rutar begleitet – das ist eine neue Form, Philosophie zu vermitteln …

Eine Form, die sich Theo Roos schon als Student für sich selbst gewünscht hat. Er war auf der Suche nach Lebensweisheit und ganzheitlicher Erkenntnis und fühlte sich an der Universität umringt von Wissenschaftlern, die ihre Erkenntnisse nicht verkörperten …

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Ein Abend, der begeisterte – von links Philosoph und Musiker Theo Ross, Veranstalter Christian Goldmann und Pianist Harald Rutar.

Sie praktizierten offensichtlich keine philosophische Übungen. Genau darum geht es Theo Roos, er möchte diese Praxis vorstellen, denn sie biete die Möglichkeit zu einer neuen Lebenskunst: „In der römischen Antike nannte man das „epimeleia heautou“, „die Sorge um sich selbst“, und um diesen Begriff der „Sorge um sich selbst“ habe sich ein Ensemble von Übungen gruppiert.

Die Königsübung sei, abends vorm Schlafen den Tag Revue passieren zu lassen. „Was habe ich eigentlich heute gemacht?“ Wenn man das über Monate und Jahre übe, gewinne man ein neues Verhältnis zu sich selbst. Man befreunde sich mit sich selbst.

„Das berühmte gnothi seauton – erkenne dich selbst! – war ein wichtiger Aspekt dieser Sorge um sich selbst und wenn ich dies praktiziere, merke ich, wie ich ein neues Verhältnis zu mir bekomme und mich auch im Alltag verändere“, erläuterte Theo Roos.

Es ist vermutlich die offene, charmante Art des Philosophen Roos, die das Publikum dankbar werden lässt. Der konzertante Vortrag von Theo Roos hatte einen besonderen „Groove“ und Tiefe – er weiß mit längst bekannten Songs das Publikum zu überraschen, da er die Lyrics philosophisch erläutert. Wie zum Thema Liebe: „Es gibt einen schönen Song von Bob Dylan – Sign Language. Er bescheibt eine Situation von einem Liebespaar im Cafe´:

You speak to me – in sign language as I’m eating a sandwich  – in a small café – at a quarter to three. – But I can’t respond – to your sign language. – You’re taking advantage  – bringing me down.  – Can’t you make any sound?

Also bitte: Mach einen Sound, rede nicht mit mir in dieser Zeichensprache … Ich glaube“, fügte Theo Roos hinzu, „wenn sich Leute wirklich in Liebe begegnen, tauschen sie Sounds aus. Liebe ist Sound. Liebe ist eine Art von Timing: dass man im richtigen Moment mit seinem Gefühl in Verbindung steht und es einfach zulässt.“ In Verbindung sein mit seinen Gefühlen, die Gefühle annehmen und sich der Gefahr aussetzen – das heiße „to fall in love“ … rät Theo Roos.

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