Schule soll Jugendsozialarbeit erhalten

Schulverband Eiselfing stellte bei jüngster Versammlung erheblich gestiegenen Bedarf fest

image_pdfimage_print

Der in den vergangenen Jahren erheblich gestiegene Bedarf an zusätzlicher pädagogischer Betreuung macht auch an der Mittelschule Eiselfing eine Fachkraft der Jugendsozialarbeit erforderlich. Im Rahmen seiner gestrigen Versammlung sprach sich der Schulverband dafür aus, die entsprechenden Bewerbungsunterlagen für eine staatliche Förderung umgehend vorzubereiten.

„Unsere Lehrer leisten heute bereits im regulären Schulunterricht enorm viel und sind für Jugendsozialarbeit schlicht nicht ausgebildet“, betonte Rektorin Nadine Sauer. Sie schilderte den Schulverbandsräten mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, welche den Schulbetrieb im Falle der aktiven Unterstützung durch eine Fachkraft weit weniger stark belastet hätten. Eine solche nähme sich etwa bei schulischen Problemen der Jugendlichen oder bei Mobbing in sozialen Netzwerken nicht nur der einzelnen Schüler oder ganzer Klassen an. Sie arbeite vielmehr eng mit dem Lehrerkollegium zusammen und stehe für wichtige Elterngespräche zur Verfügung.

Sabine Stelzmann von der Kommunalen Jugendhilfe im Landratsamt Rosenheim zählte anhand von aktuellen Fallzahlen aus der Region die klassischen Zielgruppen innerhalb der Schülerschaft für Jugendsozialarbeit auf. Diese kämen auch aus den Mitgliedsgemeinden des Schulverbandes an die Eiselfinger Mittelschule. „Ihre Schule ist zwar derzeit die letzte im Landkreis, die bislang nicht über Jugendsozialarbeit verfügt. Das heißt aber nicht, dass kein begründbarer Bedarf besteht.“

Schulverbandsvorsitzender Georg Reinthaler sprach sich nach Abwägung mehrerer Alternativen dafür aus, einen Antrag für das Förderprogramm des Freistaates Bayern zu stellen. „Die Jugendsozialarbeit kann nicht nur das soziale Klima an unserer Schule nachhaltig stärken, sondern stellt darüber hinaus auch einen entscheidenden Standortfaktor für die Zukunft dar.“ August Voit teilte diese Einschätzung und ergänzte: „Wir sind das unseren Jugendlichen vor Ort aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen einfach schuldig.“ Das Gremium sprach sich schließlich einstimmig für die Einführung der Jugendsozialarbeit an der Mittelschule Eiselfing aus.

In enger Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt wird die Verwaltung nun umgehend die erforderlichen Schritte für das Bewerbungsverfahren einleiten. Sollte man grünes Licht erhalten, müsste der Schulverband künftig rund 16.000 Euro pro Jahr an Personalkosten tragen. Jeweils weitere 8.000 Euro übernähmen der Landkreis Rosenheim sowie der Freistaat Bayern. Mit diesen Mitteln könnte dann schon ab dem kommenden Schuljahr 2017/2018 eine sozialpädagogische Fachkraft 20 Wochenstunden an der Mittelschule in Eiselfing tätig sein.

 

Foto: Karlheinz Rieger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.