Schuldig oder nicht schuldig?

Wasserburger Theatertage (8): Das Stück Terror von Schirach mit dem Metropoltheater

image_pdfimage_print

Es macht sein Publikum zu Geschworenen: Mit dem Stück TERROR von Ferdinand von Schirach gastiert das bekannte Metropoltheater München am nächsten Donnerstag, 4. Mai, bei den Wasserburger Theatertagen im Belacqua! Auch an diesem Abend wird neu entschieden – schuldig oder nicht schuldig? Regisseur Jochen Schölch gelingt es großartig, die emotionale Beeinflussung der Zuschauer möglichst gering zu halten. Eine Aufführung, die mit Sicherheit das Nachdenken darüber so schnell nicht ausschalten wird …

Es spielen in Wasserburg: Butz Buse, Christoph von Friedl, Matthias Grundig, Hubert Schedlbauer, Nathalie Schott, Dascha von Waberer.

Darum geht’s: Eine von einem Terroristen entführte Passagiermaschine mit 164 Menschen an Bord nimmt Kurs auf die voll besetzte Münchner Allianz-Arena. Aufgestiegene Kampfflieger der Luftwaffe versuchen, das Flugzeug abzudrängen und zum Landen zu zwingen – ohne Erfolg. In letzter Minute schießt ein Kampfpilot die gekaperte Maschine gegen den Befehl seines Vorgesetzten ab, alle Flugzeuginsassen sterben.

Der Pilot wird des 164-fachen Mordes angeklagt, sein Fall auf der Theaterbühne verhandelt. Am Ende entscheidet das Publikum, das von Anfang an als Schöffengericht eingesetzt wird, über Verurteilung oder Freispruch des Angeklagten.

„Terror“ von Ferdinand von Schirach stellt die schwierigen, die unbequemen Fragen: Ist die Würde eines jeden Menschen im Extremfall doch antastbar? Darf man wenige Menschenleben opfern, um viele Menschenleben zu retten? Wer definiert „wenig“ und wer definiert „viel“? Und fordert der Staat durch ein gesetzlich verankertes Nicht-Eingreifen-Dürfen terroristische Attacken nicht geradezu heraus?

ONLINE-KARTENKAUF MIT FREIER PLATZWAHL

Foto: Theater Wasserburg

Über das Metropoltheater München

Seit Oktober 1998 – also seit fast 20 Jahren nun – hat der Münchner Norden, kulturell bis dahin wenig erschlossen, im Gebäude des ehemaligen ‚Alten Kino Freimann‘ in der Floriansmühlstraße 5 seine eigene Spielstätte. Eine gemeinnützige GmbH hat es sich zum Ziel gesetzt, mit dem Betreiben dieses Theaters der Kreativität der freien Kulturszene der Landeshauptstadt ein neues, außergewöhnliches Feld zu erschließen.

Bei der Gestaltung des Spielraumes mit seinen 160 Plätzen und dem sehr großen Bühnenraum wurde die 50er-Jahre-Ästhetik des ehemaligen Kinos nicht angetastet, und so besitzt er eine unter Münchens Theatern einzigartige Ausstrahlung.

Binnen kurzer Zeit erwarb sich das Metropoltheater mit seinen vom Publikum gefeierten und von der Presse ausgezeichneten Aufführungen in der Münchner Kulturlandschaft einen herausragenden Platz.
Der unmittelbare Austausch zwischen den Theatermachern und dem Publikum schärft das Profil des Metropoltheaters, denn die kulturbegeisterten Münchner spüren, dass sich hier ein Theater mit hohem Identifikationspotential entwickelt hat. Das Interesse des Publikums verpflichtet – Kritik, Lob und Anregungen ermutigen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Der Spielplan des Metropoltheaters setzt sich aus eigenen Stückentwicklungen und Film- und Romanadaptionen zusammen. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen steht hierbei im Mittelpunkt, wobei das Theater bestrebt ist, in München noch nicht gezeigte Stücke zur Aufführung zu bringen.

Inhaltlich bekennt sich das Metropol zum neuen Erzähltheater, das nicht didaktisch sein soll, sondern über eine sinnlich-poetische Darstellungsweise den Intellekt des Betrachters auf emotionaler Ebene ansprechen will:
„Wir stehen für ein Theater, das sich als letztes Medium für die Auseinandersetzung mit dem Menschen in seinen immer komplexer werdenden Strukturen noch Zeit lassen kann.
In einer Kultur, die sich zunehmend auf die bloße Darstellung von Schwarz und Weiß verlässt, halten wir das Theater als einen Ort der „Zwischentöne“ für unverzichtbar.“

Zum 15. Geburtstag machten viele großzügige Menschen, das treue Publikum, der Freundeskreis Metropoltheater e.V., mehrere Firmen und Sponsoren die Finanzierung eines Anbaus möglich, und so hat das Haus seit Oktober 2013 ein ausreichend großes Foyer und mit dem Café Metropol eine theatereigene Gastronomie und eine zweite Spielstätte, die das Theaterprogramm mit neuen Formaten bereichert.

Quele: Metropoltheater

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.