Sanierung des Denkmals kostet 1,7 Millionen

Fassade der Sparkasse in Wasserburg bleibt unangetastet

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DCP_1166_kWasserburg – Es ist wohl optisch eines der eher umstrittenen Gebäude in Wasserburg – dessen ungeachtet aber auf der Bayerischen Denkmal-Liste und damit unantastbar, was das äußere Erscheinen betrifft: Das Hauptgebäude der Kreis- und Stadtsparkasse in der Rosenheimer Straße. Dort wird derzeit kräftig gebaut. 1,7 Millionen Euro kostet die energetische Sanierung des fast 50 Jahre alten Gemäuers. „Wir können nach der Baumaßnahme zwei Drittel der Energiekosten sparen und erzeugen auch noch unseren eigenen Strom“, so Vorstandsvorsitzender Richard Steinbichler im Gespräch mit der Wasserburger Stimme.

Eigentlich, so Direktor Steinbichler weiter, habe man die Fassade komplett neu geplant. „Da gab es bei einer Ausschreibung wirklich sensationelle Ideen. Ein Architekt hatte zum Beispiel vor, die Fassade mit ständig wechselnden Motiven zu beleuchten. Ein andere hatte an hängende Gärten gedacht.“ Doch aus all den tollen Vorschlägen sei letztlich nichts geworden. „Für das Denkmalamt ist das Gebäude  absolut schützenswert. Damit war für uns klar: An der Fassade darf sich nichts ändern.“ Selbst das Anbringen einer Außen-Isolierung sei damit ausgeschlossen, so der Direktor weiter. „Und ganz ehrlich: Ich war auch lange kein großer Freund der Architektur unserer Hauptgeschäftsstelle. Aber wenn man sich das Gebäude genauer anschaut, dann hat das schon was. Außerdem ist es ein Teil Wasserburger Geschichte. Man sollte lange Bestehendes nicht einfach so vom Tisch wischen.“

Man habe sich seitens der Sparkasse aus diesen Gründen mit den Auflagen es Denkmalamtes abgefunden. „Außerdem haben die Experten festgestellt, dass wir auch ohne äußere Veränderungen rund zwei Drittel unseres Energieverbrauchs sparen  können – nur durch eine neue Heizungsanlage, mit der wir künftig auch noch die Hälfte unseres Strombedarfs decken können und durch die Sanierung des Flachdachs und der Fenster:“ Bei letzteren hat Steinbichler übrigens darauf bestanden, die alten Rahmen aus Kambala-Holz  zu belassen und nur das Glas auszutauschen. „Das gebietet uns der Respekt vor dem Material und der handwerklichen Leistung der Firma Huber aus Bachmehring, die die Fenster in den 60-er Jahren gefertigt hat.“

Und wie ist das Sparkassen-Gebäude, das 1963 bis 1967 erbaut wurde, eigentlich Denkmal geworden?

Entworfen hat das Haus direkt an der Altstadtbrücke der Münchener Star-Architekt Freiherr Alexander von Branca Anfang der 60-er Jahre. Der habe, so das Denkmalamt, darauf geachtet, das Gebäude im Maßstab, in der Gliederung und in der Materialwirkung der mittelalterlichen Bebauung von Wasserburg anzupassen. Das verwendete Material – Kambala-Holz, Naturstein und Beton – sollte eine angenehme Atmosphäre schaffen. Durch das Aufmeißeln der Betonfertigteile sollte der Kies als natürlicher Bestandteil des Kunststeins präsentiert werden – schreibt das Denkmalamt. Und weiter heißt es: Insgesamt sei der Bau durch seine schlichten Baustoffe  „in seiner Reduktion und seiner zugleich expressiven Formensprache ein Beispiel der klassischen Moderne“. Steinbichler schmunzelnd: „An so einem Denkmal können und werden wir natürlich nichts verändern.“

Die Sanierungsmaßnahmen sollen übrigens Ende November abgeschlossen sein. (WS)

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