Roboter First Attack hilft der Feuerwehr

Am Wasserburger Innufer Waldbrandübung der besonderen Art

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Wasserburg – Mit großer Kraft bahnt sich ein mehr als eine Tonne schwerer Roboter mit dem Namen „First Attack“ seinen Weg durch ein unwegsames Waldstück unterhalb des Burgerfelds in Wasserburg am Inn und erklimmt dabei einen steilen Anstieg. An seinem Heck sind vier jeweils mehrere hundert Meter lange Schlauchleitungen angebracht, die dafür sorgen, dass wenig später bis zu 6.000 Liter Löschwasser pro Minute aus einem auf dem beeindruckenden Gefährt installierten großen Strahlrohr schießen lassen.

Eine spektakuläre Waldbrandübung am Wochenende in Wasserburg für 60 junge Leute. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Attel-Reitmehring, Bachmehring, Ebersberg, Vogtareuth und Wasserburg hatten alle Hände voll zu tun: Wie es in einer aktuellen Preemitteilung der Kreisfeuerwehrjugen heißt, musste der Nachwuchs die Leitungen um Bäume und andere Hindernisse herumführen, mit mehreren Pumpen die benötigte Wassermenge aus dem Inn den Hang hinauf befördern und obendrein noch zwei verletzte Waldarbeiter finden und auf Tragen in Sicherheit bringen. Mit dabei im Geschehen: der Roboter First Attack. Der wendige, vollständig über eine Fernsteuerung gelenkte Löschroboter ist von einem Mitglied der Ebersberger Feuerwehr entwickelt worden und zieht viele faszinierte Blicke auf sich. „Mit diesem sicher nicht alltäglichen Fahrzeug eröffnen sich uns zahlreiche Optionen für den Einsatzdienst“, berichtet Kommandant Ulrich Proske den Jugendlichen und ihren Ausbildern. Bei Bränden in Tiefgaragen mit enormer Hitzeentwicklung oder Unfällen mit Gefahrguttransportern auf Bundesstraßen könne First Attack das Leben der Feuerwehrleute schützen und gleichzeitig effektive Hilfe garantieren.

Bei Hochwasserkatastrophen, Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen oder brennenden Gebäuden stehen Feuerwehrleute immer in der vordersten Reihe. Doch es gibt auch ganz spezielle Einsatzszenarien, die selbst die erfahrensten Retter an ihre Grenzen stoßen lassen. Für genau diese Fälle werden Spezialfahrzeuge wie etwa ein Löschroboter entwickelt, der bei der Feuerwehr Ebersberg stationiert ist. „Treten giftige Stoffe aus oder ist der Einsatz von Atemschutzgeräteträgern nicht mehr möglich, können wir den Roboter aus sicherer Entfernung steuern und mit ihm beispielsweise eine Wasserwand aufbauen sowie mögliche Giftwolken niederschlagen“, so die Verantwortlichen.

Erstmalige Übung herausfordernd

Das Fahrzeug umhüllt sich über kleine Düsen mit Wasser und schützt sich auf diese Weise selbst. Ein variabler Aufbau ermöglicht zudem den Umbau des Roboters von der Löschmaschine zur PS-starken Transportplattform. „Bei einem Waldbrand in schwer zugänglichem Gelände, wie heute geübt, lassen sich dann die schweren Pumpen und Schläuche problemlos zu den Glutnestern bringen“, erklärt Proske. Er zeigt sich beeindruckt vom Einsatz des Feuerwehrnachwuchses aus dem Wasserburger Raum, welcher seine Mannschaft mit einem bis dato noch nicht erprobten, realistischen und sehr herausfordernden Übungsszenario überrascht habe.

Dementsprechend zieht auch der Rosenheimer Kreisjugendwart Manuel Pöhmerer ein positives Fazit der überregionalen Zusammenarbeit im Bereich der Jugendfeuerwehren: „Man lernt sich kennen, hat die einmalige Möglichkeit, mit Spezialfahrzeugen zu üben, sich über Technik auszutauschen und erhält viele neue Anregungen für die eigenen Ausbildungsstunden.“ Die Beteiligten haben daher beschlossen, den Kontakt zwischen den Rosenheimer und Ebersberger Feuerwehranwärtern, etwa über Einladungen zu Wettbewerben oder Aktionstagen, in Zukunft kontinuierlich zu vertiefen.

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