Randale bei Gericht, Polizeiauto demoliert

Beißattacke: Syrer widersetzt sich heute gewaltsam den Beamten vor und im Amtsgebäude

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Ein mutmaßlicher Schleuser hat am heutigen Mittwoch bei seiner Vorführung am Rosenheimer Amtsgericht randaliert. Das meldet das Polizeipräsidium am Nachmittag. Der 49-jährige Syrer widersetzte sich gewaltsam den Beamten vor und in dem Gerichtsgebäude. Auch eine Scheibe ging zu Bruch. Zudem demolierte er nach Anordnung seiner Untersuchungshaft das Polizeifahrzeug, mit dem er ins Gefängnis gebracht werden sollte.

Einen Tag zuvor hatte der Mann bei der Kontrolle der Bundespolizei auf der A93 die Anhaltesignale missachtet gehabt. Nach kurzer Verfolgung war es den Beamten gelungen, den Wagen zu stoppen. Der 49-Jährige hatte offenbar mehrere Gründe, sich der Kontrolle zu entziehen, sagt die Polizei.

Auf der Inntalautobahn nahe Kiefersfelden signalisierten die Beamten dem Fahrer eines in Deutschland zugelassenen Wagens, in die Grenzkontrollstelle einzufahren. Der Fahrzeugführer missachtete diese Signale und fuhr in Richtung Inntaldreieck davon. Seine Flucht war jedoch nur von kurzer Dauer. Nachdem er einige Kilometer weiter gestoppt werden konnte, war den Beamten schnell klar, warum der Mann sich nicht kontrollieren lassen wollte.

Er hatte vier syrische Landsleute, die keine Papiere für den Aufenthalt in Deutschland besaßen, illegal über die Grenze gebracht. Über einen Führerschein verfügt der anerkannte Flüchtling, der in Mecklenburg-Vorpommern wohnt, außerdem nicht, so die Polizei weiter.

Die geschleusten Syrer konnten nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Aufnahmestelle für Migranten zugewiesen werden.

Ihr mutmaßlicher Schleuser wurde hingegen am Tag nach seiner Festnahme von der Bundespolizei beim Amtsgericht in Rosenheim vorgeführt. Dort griff er Bundespolizisten und Justizbeamte unter anderem mittels Kopfstößen und Beißattacken an. Er versuchte auch, Türen und Fenster zu beschädigen. Eine Glasscheibe zerbrach.

All das änderte nichts daran, dass das Gericht die Untersuchungshaft des renitenten Mannes anordnete.

Als der Verhaftete nach seiner Vorführung in den Polizeiwagen einsteigen sollte, um in eine Haftanstalt eingeliefert zu werden, sperrte er sich erneut mit Gewalt und beschädigte das Fahrzeug.

Auch dieses Widersetzen verbesserte die Situation des Mannes nicht. Er wurde mit Handschellen gefesselt und in einen anderen Gefangenen-Transporter verbracht.

Die Bundespolizisten lieferten ihn in die Justizvollzugsanstalt Traunstein ein.

Er wird sich voraussichtlich schon bald wegen Einschleusens von Ausländern, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Wiederstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung sowie Sachbeschädigung verantworten müssen.