Ramerberg feiert: 100 Jahre Imkerverein!

Eine große Tradition: Wie die Mitglieder mit ihrer Arbeit die Ernährung der Bürger sichern

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Ohne Bienen keine Äpfel, keine Birnen, keine Tomaten. Bienen sind wichtig für das gesamte Ökosystem! Denn Bienen liefern uns nicht nur den Honig. Sie sorgen für die Bestäubung von vielen Pflanzen. Seit genau 100 Jahren nun gibt es im Altlandkreis Menschen, die sich zum Wohl der Bienen und der Menschheit zusammen geschlossen haben – im Imkerverein Ramerberg. Am kommenden Sonntag, 30. Juli, wird deshalb gefeiert. Vorstand Wolfgang von der Heyden aus Arbing bei Rott freut sich auf viele Besucher bei einem schönen Programm …

Beginn ist um 10 Uhr mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Festzug zum Gasthaus Bichler in Ramerberg – begleitet durch die Rouda Blechblosn.

Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen mit Kaffee und Kuchen und einem schönen Rahmen-Programm.

Hans Schmid hält einen Vortrag zum Thema ‚Blütenreichtum durchs Bienenjahr‘.

Ein besonderer Gast wird die Bayerische Honigkönigin sein!

Eingeladen sind alle Imker, Bienenfreunde und Interessierte.

Der Bienenzuchtverein Ramerberg und Umgebung wurde gegründet durch Alois Lindinger, Postbote in Ramerberg im Kriegsjahr – am 14 Januar 1917.

Bei der Gründung nahmen 45 Bienenzüchter teil, die auch gleich geschlossen dem neuen Verein beitraten. Als Vorstand wurde Alois Lindinger gewählt, als Schriftführer Franz Xaver Heigl aus Rosshart und Kassier war Benedikt Schuster aus Sendling.

Für Zuckerbezug, Wachs und Honig Ablieferung wurden aufgestellt, Blasius Pierzinger Rott, Lindinger und Heigl.

Vortrag wurde von Herrn Landwirtschaftsrat abgehalten über Ernährung der Biene am Bienenstand Mühlhuber.

Genau so lautet die erste Eintragung im immer noch vorhandenen Vereinsbuch des Imkervereins Ramerberg, das einen Einblick in die Imkerei vor fast 100 Jahren gibt.

Zur damaligen Zeit war die Imkerei weit verbreitet, gehörte quasi zu jedem landwirtschaftlichen Betrieb dazu und hatte einen sehr hohen Stellenwert, weil die Imkerprodukte wichtige Wirtschaftsgüter waren.

Wie zu lesen  ist, mussten die Imker während des Ersten Weltkrieges sogar eine Zwangsabgabe von Honig und Wachs entrichten, damit ihnen der Zucker für die Winterfütterung zugeteilt wurde.

Aber auch danach war es für die Imker schwer. Während der Inflation Anfang der 20er Jahre wurde festgehalten, dass die 20 Zentner Zucker für die Einfütterung die wahnwitzige Summe von einer Milliarde Mark und der Transport dafür sogar eine Milliarde und 300.000 Mark gekostet hat.

Dem Vereinsbuch kann aber auch entnommen werden, dass auch damals schon ein sehr reges Vereinsleben stattgefunden hat.

Es gab gemeinsame Veranstaltungen mit dem Obstbauverein und man hat an verschiedenen Ausstellungen und Umzügen teilgenommen. Auch die Fortbildung und die Optimierung der Betriebswiesen war ein zentraler Bestandteil des Vereins. So wurden regelmäßig Vorträge gehalten, gemeinsam neue Beuten begutachtet und Kurse für die Königinnenzucht abgehalten.

Seit geraumer Zeit nun bereitet in der Gegenwart das massive Bienensterben den Imkern überall große Sorgen.

Manche Imkerverbände in Deutschland vermuten, dass die Insekten durch bestimmte Pflanzenschutzmittel vergiftet werden. Anders sei das massenhafte Sterben der Honigbienen wohl nicht zu erklären, heißt es.

Auch bei den Feierlichkeiten am Sonntag in Ramerberg wird es sicher ein Thema sein.

Die aktuelle Vorstandschaft des Ramerberger Imkervereins im Jahre 2017 :

1. Vorstand Wolfgang von der Heyden aus Arbing/Rott
Telefon: +49 8039 / 902939

2. Vorstand Thomas Wimmer aus Zellerreit

Kassier Karl Pielmeier aus Oberübermoos bei Pfaffing

Schriftführer Markus Edelmann aus Rott

Dass diese züchterischen Bemühungen für sanftmütigere Bienenvölker nötig waren, zeigt die folgende Postkarte, die auf schmerzvolle Weise zeigt, wie die Imker damals leiden mussten.

Quelle: Imkerverein Ramerberg

Die ‚Bayerische Honigkönigin 2015-2017‘ ist Sabrina I., sie schreibt:

Geboren im Mai 1987 wuchs ich als zweites Kind in einem Wirtshaus im Berchtesgadener Land auf.

Die tiefe Liebe zum Land brachte mich vor Jahren zur Imkerei.

Ich lernte das Imkern von der Pieke auf im örtlichen Lehrbienenstand und trat in den Imkerverein Freilassing e.V. ein, wo ich als aktives Mitglied die Jugendarbeit und den Nachwuchs unterstütze.

Die Bienen entwickelten sich zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil meines Lebens, so wie sie aus dem Ökosystem der Erde nicht wegzudenken sind. Wir Imker tragen nicht nur zum Schutz der Honigbiene und anderer Insekten bei: Wir fördern den Erhalt der Natur und sichern mit unserer Arbeit die Ernährung der Bevölkerung.

Diesem Einsatz gebührt größte Anerkennung und Aufmerksamkeit.

Als Imkerin empfinde ich es als Ehre, über die herausragende Qualität des Honigs und darüber hinaus über die Welt der Bienen zu informieren.

 Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich für die Imkerei zu begeistern und den Honig als Produkt und Lebensmittel in der Gesellschaft zu stärken. Denn die Zukunft der Zivilisation ruht auf dem Sockel der Ernährung, dessen Fundament die Bienen sind.

Sabrina Moriggl, Bayerische Honigkönigin 2015-2017

Hier ein paar Tipps von uns:

So helfen Sie den Bienen:

Bienen sind lebenswichtig! Sie bestäuben Pflanzen und sorgen für viele Obstsorten auf unserem Speiseplan. Immer wieder sterben ganze Bienenvölker aus. Was können Sie dagegen tun?

Wenn Sie einen Garten haben

  • Räumen Sie nicht alles akkurat auf – abgeblühte Kräuterstängel vom Vorjahr sind z.B. ideale Nistplätze für Wildbienen.
  • Bienen lieben Blüten, das können auch die wilden Gänseblümchen im Rasen sein.
  • Noch besser ist eine Wiese mit blühenden Wildkräutern, wie Flockenblumen, Hornklee und Wicken.
  • Kräuterbeete z.B. mit Salbei, Thymian und Lavendel sind der Renner für die Bienen.
  • Sie können statt einer Thuja- oder Lorbeerhecke einheimische Hecken pflanzen, wie Wildrosen, Weißdorn oder Schlehe.
  • Ganz wichtig: Auf Pflanzenschutzmittel, vor allem auf Insektizide im Garten ganz verzichten. Diese sind regelrechte Bienenkiller.

Wenn Sie einen Balkon haben

  • Sorgen Sie dafür, dass es auch auf dem Balkon immer einladend blüht.
  • Die oben erwähnten Küchenkräuter kann man auch im Topf oder Blumenkasten ziehen.
  • Auch Töpfe mit blühenden Stauden auf dem Balkon erfreuen die Bienen.
  • Außer den Honigbienen gibt es viele Arten von Wildbienen, die sich gerne Bruthöhlen an trockenen, sonnigen Plätzen bauen. Auf dem Balkon kann man ein Bienenhäuschen mit kleinen Röhren für die Wildbienen aufhängen, damit sie darin nisten können. Angst vor Stichen müssen Sie dabei nicht haben.

Beim Einkaufen

  • Kaufen Sie Bio-Lebensmittel: Der Anbau von Bioprodukten ohne Pflanzenschutzmittel schützt die Artenvielfalt und damit auch die Bienen.

 

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