„Protestiere mit Nachdruck!“

Offener Brief an Wasserburgs Bürgermeister vom Stand-Betreiber Baderbräu

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„Noch nie und nirgends habe ich jemals auf einem Christkindlmarkt einen politischen Infostand gesehen (wir berichteten, Anm. d. Red.) – der zeitweise durch sechs von Steuergeldern bezahlte Polizisten bewacht wurde.“ Einen offenen Brief an Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl hat der Geschäftsführer der Baderbräu GmbH & Co KG aus Schnaitsee, Edmund Ernst, heute geschrieben – mit der Bitte um Stellungnahme des Rathauschefs. Hier der genaue Wortlaut …

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, leider sehe ich mich dazu gezwungen, mit allem Nachdruck gegen die Durchführung eines Infostandes der politischen Partei ‚AfD‘ – einer Gruppierung, die vielleicht allenfalls und höchstens auf dem Papier eine demokratische Legitimation besitzt – am 10. Dezember 2016 in der Wasserburger Hofstatt gleichzeitig während des Christkindlmarktes zu protestieren.

Weihnachten soll ein Fest des Friedens sein, dazu zählt auch die Weihnachtszeit. Nicht nur ich habe mich durch diesen Infostand erheblich in meinem weihnachtlichen Frieden gestört gefühlt – so dass ich mich frage: Was hat dieser Infostand auf einem Weihnachtsmarkt zu tun – von einer Gruppierung, deren Existenzzweck die Hetze gegen alles, was fremd ist, ist? Ganz nebenbei sei mir die Bemerkung erlaubt, dass auch Josef und Maria Flüchtlinge waren.

Unsensibler geht es nicht!

Als Betreiber eines Standes am Wasserburger Christkindlmarkt habe ich heute meinen Mitarbeitern die Anweisung gegeben, dass unser Stand künftig geschlossen bleibt, so lange im Umfeld ein derartiger Infostand betrieben wird!“

 

 

 

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27 Gedanken zu „„Protestiere mit Nachdruck!“

  1. Das nenn ich mal einen Unternehmer mit Courage, gut so!

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    1. Frohe Weihnachten!!!
      Wenn im Stall zu Betlehem keine Juden, keine Araber und keine Flüchtlinge gewesen wären, dann würde in unserem Kripperl heute nur ein Ochs und ein Esel stehen!

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      1. Hast du sehr schön geschrieben. Ganz toll.

        Noch jemand da, der das Immergleiche in andere Worte fassen kann? Ich kanns kaum erwarten.

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        1. Wenn nur noch Ochs und Esel da sind, wer ist dann der Senkel?

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        2. Nichts leichter als das: die drei Könige kämen auch nicht bis Bethlehem, da sie aus sicheren Herkunftsländern kamen.

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          1. Die drei Könige waren aber keine Flüchtlinge sondern Touristen und die kämen auch heute überall hin.

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          2. Nur mal so ganz nebenbei: Josef und Maria waren Herbergssuchende, keine Flüchtlinge!

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  2. Auf diesen offenen Brief gönne ich mir heute Abend ein Baderbier und lass es mir besonders gut schmecken. Danke Baderbräu

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  3. Ohne uns (AfD) hätte keine Weihnachtslieder an diesem Ort Kristkindl Markt gegeben….. Danke Antifa….. denn ohne unsere Präsenz wert ihr nie drauf gekommen mal was gutes zu tun…..

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  4. Ohne uns ( AfD ) hättet ihr nie so Schöne Weihnachtslieder gesungen…
    Danke…. und Niemand fühlte sich gestört…. ausser ein Paar undemokratische Jugendliche….

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    1. Birgit Michaelis

      Sehr geehrter Herr Kohlberger
      Ich habe es schon mehrfach erwähnt, erkläre es Ihnen aber gerne nochmal: wir und auch die Jugendlichen, haben Lieder gesungen, die von Asylsuchenden, einem Migrantenkind, von Barmherzigkeit und Toleranz erzählen. Um dem Weihnachtsmarkt TROTZ AfD- Stand etwas von seiner Athmosphäre der Liebe, Offenheit und Freude zu erhalten.

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    2. Schön,dass sich die betrefffliche Person gleich selbst ins Lächerliche zieht, indem nicht ein mal grundlegende Grammatik oder Rechtschreibung beherrscht wird. Weiter so!

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      1. Spätestens, wenn dir bewusst wird, dass ein gewisser Anteil an im nächsten Jahr bei der Bundestagswahl wahlberechtigten Personen eine gewisse Rechtschreib- oder Grammatikschwäche haben, wirst du das wahre Problem erkennen. Oder wie falsch muss das x geschrieben werden, dass es als falsch gilt?

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        1. Oha, da scheinen aber auch bei Ihnen gewisse Schwächen zu bestehen.

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  5. Herr Ernst hat offenbar erheblichen Nachschulungsbedarf in Sachen Toleranz, Demokratieverständnis und Selbsteinschätzung. So wie die Demokratie die AfD ertragen muss wird auch der Wasserburger Christkindlmarkt ohne Baderbier auskommen. Vielleicht greift der ein oder andere gerne mal ungetadelt von Herrn Ernst nun lieber zu einer anderen Marke. Politik und Marktwirtschaft sind sich da sehr ähnlich oder will Herr Ernst etwa zur Planwirtschaft umschwenken?

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    1. Des Weiteren frag ich mich was Alkoholausschank (jeden Tag gibt es am Christkindlmarkt Besucher, die reichlich über den Durst getrunken haben) mit der der Geburt Christi zu tun hat.

      Was sind denn die christlichen Werte die die Alkoholverkäufer bzw. eine Brauerei da vertritt ?

      Ich seh da keinen Zusammenhang mit der Weihnachtsgeschichte.
      Insofern ist ein Stand einer politischen Organisation auch nicht mehr fehl am Platz wie die Geschäftemacherei einer Brauerei.

      Zudem vermiss ich die Toleranz der Antifa Wasserburg – da ja gerade sie Toleranz fordert – auch mit Gewalt.

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      1. Die Demokratie hat auch die NSDAP ertragen, aber nicht lange. Daraus sollte man lernen.

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      2. Das Singen von Weihnachtsliedern ist nur dann eine Gewalttat, wenn sehr falsch gesungen wird!

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        1. Man/Frau darf auch ruhig mal die Kirche im Dorf lassen … oder die Kasse. Wie abseitig man auch immer die AfD finden mag, vermute ich, dass das Interesse des Herrn Ernst doch eher seinen Verkaufsbemühungen gilt, als dem „Fest des Friedens“. Insofern ähnelt seine Stratgie der dieser Gruppe, die so gern und volksseelenhaft die Zusammenhänge verkürzt und garniert sie darüberhinaus mit der kleinen Bigotterie Josef und Maria als Zeugen aufzurufen.

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  6. Es ist nicht wirklich ein Drama wenn ein Alkoholstand weniger auf dem Wasserburger Weihnachtsmarkt steht. Ich frag mich sowieso was die Bierstände auf dem Weihnachtsmarkt zu suchen haben!? Gönnt ihr den Wirten den Umsatz nicht? Es gibt doch genug Frühling- , Sommer- und Herbstfeste wo Bier ausgeschenkt werden kann.
    Prost – fröhliche Weihnachten !

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    1. Das Weißbierkarusell gibt mir allerdings auch nichts… Keine Ahnung, wie man sowas auf nem Chrstikindlmarkt zulassen kann…

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  7. Herzlichen Dank an Herrn Bürgermeister Kölbl.
    In Wasserburg gibt es noch Demokratie.

    Wenn ein Brauerei meint einen demokratisch gewählten Bürgermeister mit Einstellung des Verkaufs erpressen zu können, sofern seine Wünsche nicht erfüllt werden dann kann man nur hoffen, dass dieser Stand für immer verschlossen bleibt bzw. für immer verschwindet.

    Diese Betrinkerei auf dem Wasserburger Christkindlmarkt hat sich zu einer sehr groben, abstoßenden Sitte entwickelt.

    Einen Bierstand braucht man hier nicht.
    Christliche Gründe sprechen wohl nicht für den Bierverkauf, sondern es ist halt ein Geschäftsmodell, vor allem Jugendliche abzufüllen.

    Ich hoffe sehr, dass beim Christkindlmarkt 2017 sehr gut überlegt wird, wem man noch eine Berechtigung für Alkoholverkauf gibt.
    Einen intoleranten Erpresser braucht hier keiner.

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    1. Ach Stefan, heul leiser, auch in Wasserburg herrscht die Marktwirtschaft und jeder Unternehmer darf frei entscheiden, von welchen Faktoren er einen Verkauf seiner Produkte abhängig macht.

      PS: Wen die Wasserburger hier „brauchen“ und wen nicht, weiss jeder, auch wenn sich die AfD und deren Sympathisanten verhalten wie im Kindergarten.

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  8. Dorothea Eberstadt

    Bravo!!!

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  9. Fröhliche Weihnachten,

    des einen Freud, des anderen Leid
    und das hier in der Weihnachtszeit.

    Zeigt doch ein bisschen Toleranz,
    jeder beharrt auf sein Recht, voll und ganz.

    Wenn jeder Einzelne sich an der eigenen Nase packt,
    dann ist der Christkindlmarkt doch ganz intakt.

    Zum Schluss da sag ich euch ganz schnell,
    der Stern auf der Kirche leuchtet weiter hell 🙂

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  10. Also nach dem ich mich durch den Brief der Baderbräu gelesen habe und die Kommentare, habe ich gerade einen steifen Hals vor lauter Kopfschütteln.

    Kinder, Ihr wollt die AfD nicht haben, kann ich verstehen, ich auch nicht.

    Aber soll ich euch was sagen, mit dem Aufstand der hier veranstaltet wird, könnt Ihr den alten Holzköpfen keine bessere Werbung und Plattform geben.

    Schweigen und ignorieren ist einer der besten Methoden, die das Volk machen kann. Über wen nicht geredet wird, ist auch nicht intressant.

    Und der Chef vom Baderbräu soll sich mal bedeckt halten und eher drauf achten, dass Personen unter 16 Jahren kein Bier ausgeschenkt wird.

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    1. Müssen nur noch jemanden finden, der mit dem Schweigen beginnt…

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