„Poetry Slam“ begeistert das Publikum

Der achte Wortpoeten-Wettstreit in Staudham

In der „Landwirtschaft“ in Staudham fand am Freitagabend zum achten Mal der „Poetry Slam“ des Organisatoren-Duos „Reimrausch“ statt. Die Poeten aus Bayern und Österreich trugen ihre selbst geschriebenen Texte vor, die teils kritisch, teils lustig und stellenweise auch provokant waren, und wurden von einer Publikumsjury bewertet. Im Finale wurde aus den drei Punktbesten der Sieger des Abends gewählt. Auch ein Wasserburger stand auf der Bühne…

Neun Poeten traten gegeneinander an, mit dem Ziel, möglichst viele Punkte von der Publikumsjury zu bekommen. Die sechs Jurymitglieder, die von den Moderatoren und Organisatoren Mic Mehler und Christoph Hebenstreit zu Beginn der Veranstaltung ausgewählt wurden, vergaben nach jedem Auftritt Punkte von 0 bis 10. Die beste und die schlechteste Bewertung wird bei Slams gestrichen, weshalb die höchstmögliche Punktzahl 40 beträgt.

Für die Poeten gibt es bei „Poetry Slams“ drei Regeln:

  1. Der Text muss selbst geschrieben sein!
  2. Der Vortrag darf nicht länger als sechs Minuten dauern!
  3. Es dürfen keine Hilfsmittel (Instrumente, Kostüme etc.) verwendet werden!

Außer Konkurrenz trat vor dem ersten Poeten der Wasserburger Improvisations-Künstler Max Windholz auf, um das Publikum in Stimmung zu bringen.

Nach Windholz ging es in den „offiziellen“ Wettstreit mit der ersten von drei Gruppen:

GRUPPE 1:

Poet 1: Albrecht Rau aus Augsburg mit einem Text über Blackouts und einem Rap

Zitat aus seinem Text: „Geh nie ohne Klau raus aus dem Bauhaus!“  (28,5 Punkte)

Poet 2: Mate Tabula aus Germering über Verhaltensprobleme als Jugoslawe in Deutschland

Herr Lehrer, es war mir eine Ehre, ihr Gast zu sein. Sie haben eine wunderschöne grüne Tafel!“ (33,1 Punkte)

Poetin 3: Kerstin Neuhaus aus München über Kontrollzwänge

Wenn jemand aus dem Publikum Kevin heißt, es tut mir Leid!“ (34,3 Punkte)

GRUPPE 2:

Poetin 1: Rebecca Heims aus Salzburg über Wertvorstellungen der heutigen Welt

„Wir leben in einer Welt, die mehr Leben statt Likes braucht.“ (36,0 Punkte)

Poetin 2: Theresa Reichl aus Landau an der Isar über einen sadomasochistischen Froschkönig

„So schlecht ging’s ihm noch nie. Er wollt‘ so gerne masturbieren, er wusste als Frosch nur nicht wie.“ (38,1 Punkte)

Poetin 3: Nuria Glasauer aus München über die Entwertung der Werte

„Du kannst nicht für mich brennen, das machen die Marshmallows am Lagerfeuer.“ (33,8 Punkte)

GRUPPE 3:

Poet 1: Davud Pivac aus München über Amok-Lauf-Gedanken eines Alter-Egos

„All die Jahre Counter-Strike haben mich auf diesen Moment vorbereitet!“ (23,8 Punkte)

Poetin 2: Elena Hammerschmidt aus Regensburg mit einem Gleichnis vom Eileiter und der Flüchtlingspolitik

„Natürlich wollte man ein Stück vom Großen Mutterkuchen.[…] Mit Eierstöcken schlug man auf die Eindringlinge ein. (36,5 Punkte)

Poet 3: Pascal Simon aus Regensburg über Grammatik-Gscheidhaferl

„Auf den ersten Blick sah sie aus wie eine Deutschlehrerin. Auf den zweiten auch.“ (37,1 Punkte)

 

Kerstin Neuhaus, Theresa Reichl und Pascal Simon (Foto, v.l.) kamen als Punktbeste aus ihrer Gruppe ins Finale und trugen nochmals einen zweiten Text vor.

Kerstin Neuhaus sprach über die Schwierigkeiten, mit etwas anzufangen, Theresa Reichl stellte fest, dass die keine Kinderbücher mehr lesen sollte und Pascal Simon verglich Niederlagen mit der Asche, aus der irgendwann ein Phoenix steigt. Anhand der Intensität des Publikumsapplauses wurde Theresa Reichl letztendlich zur Siegerin gewählt. Als Preis gab es das unter den Poeten begehrte T-Shirt mit der Aufschrift „Ich habe einen Reimrausch-Poetry Slam gewonnen“.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.