Personalmangel im Visier

Bei den Wasserburger Linken: Diskussion zu Krankenhäusern

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Eine interessierte Zuhörerschaft besuchte am Montagabend den Wasserburger Paulaner, um zu erfahren, wie man den Personalmangel in den Krankenhäusern beheben kann. Für die Diskussion konnte die Wasserburger Linke den Bundestagsabgeordneten Harald Weinberg gewinnen. Weinberg ist Sprecher für Krankenhauspolitik und Gesundheitsökonomie der Bundestagsfraktion der Linken und außerdem auf Platz vier der bayerischen Landesliste zur kommenden Bundestagswahl.

Mit ihm auf dem Podium saßen Caroline Schierle, Hebamme am Wasserburger Krankenhaus, und Sebastian Misselhorn, Auszubildender zum Gesundheits- und Krankenpfleger und Bundestagskandidat im Wahlkreis Rosenheim. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christian Peiker, Vorsitzender der Wasserburger Linken.

Caroline Schierle berichtete zu Beginn der Veranstaltung auch gleich über die Situation der Beleghebammen an den Krankenhäusern. Diese haben mit den hohen Haftpflichtprämien zu kämpfen. Selbst die jüngste Entscheidung der Schiedsstelle bringt hier keine Besserung. Im Gegenteil, die Bedingungen werden für Beleghebammen noch schlechter, da sie künftig nur noch für bis zu zwei parallel betreute Frauen bezahlt werden.

Sebastian Misselhorn schildert sich ebenfalls verschlechternde Arbeitsbedingungen für den Bereich der Pflege. Die Arbeit verdichte sich immer mehr. Die Theorie in seiner Ausbildung lasse sich in der Praxis immer schlechter umsetzen, denn es scheitere schon an den grundlegendsten Schritten. „Es steht oft nicht einmal genug Zeit zur Verfügung Patient dabei zu helfen, dass sie ausreichend essen. Die Verweildauer der Patient  im Krankenhaus wird immer kürzer und Pflegende müssen immer mehr Patient versorgen und immer mehr in kürzer Zeit erledigen. Dies macht den Dienst sehr kräftezehrend.“

Harald Weinberg ergänzt hier, dass dies an dem eingeführten Pauschalensystem liege. Krankenhäuser seien für den Markt geöffnet und Gesundheit zur Ware gemacht worden. „Diese fatale Änderung hat dazu geführt, dass Krankenhäuser nun wirtschaftlich arbeiten müssen. Sie bekommen für die Versorgung bestimmter Krankheiten bestimmte Pauschalen vergütet, egal wie lang der Heilungsprozess beim jeweiligen Patienten wirklich dauert.“

In der weiteren Diskussion wurde thematisiert, dass sich Pflegekräfte zu wenig zu Wehr setzten. Weinberg konnte hier berichten, dass sich in einigen Krankenhäusern etwas tue und sich der Pflegenotstand zum Pflegeaufstand wandle. „In Berlin konnte die Belegschaft der Charite mit dem gelungenen Streit für eine Personalbemessung auch schon einen ersten Erfolg erzielen. Auch in Bayern gibt es schon vier Krankenhäuser, wo Betriebsgruppen die Geschäftsführung über Verhandlung zu mehr Entlastung aufgefordert haben.“

Foto (von links): . Sebastian Misselhorn, Christian Peiker, Caroline Schierle, Harald Weinberg.

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