Patientenverfügung: Warum so wichtig?

SPD-Veranstaltung der AG 60plus Rosenheim-Land mit Dr. Fritz Ihler

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In einen voll besetzten Wintergarten im Mailkeller konnte der Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD Rosen­heim–Land und Mitglied im Landesvorstand der SPD AG60plus, Heinz Oesterle, bei seiner Begrüßung blicken. Und erfreulicherweise waren es nicht nur „ältere Semester“, welche erwartungsvoll und gespannt den Vortrag von Dr. Fritz Ihler verfolgten.

Ihler, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, Psychotherapie, sowie Aufsichtsrat des RoMed Klinikums und 1. Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Rosenheim erläuterte aus ärztlicher Sicht und täglicher Praxis, weshalb jeder – ob jung oder alt –  eine solche Verfügung haben sollte und wie hilfreich es in diesem Zusammenhang auch sei, Menschen seines Vertrauens eine Betreuungs-/Generalvollmacht erteilt zu haben, die dann vertretungsberechtigt handlungsfähig sind.

Er machte deutlich, warum eine Patientenverfügung (bin krank, bin nicht mehr in der Lage mich sprachlich zu äußern) und wann eine Patientenverfügung zum Einsatz komme (ich bin bewusstlos, nicht mehr in der Lage, medizinischen Maßnahmen zuzustimmen), was alles geklärt werden kann (welche lebenserhaltenden, lebensverlängernde Maßnahmen ich wünsche) – aber auch, was nicht in eine Patientenverfügung gehöre (keine aktive Sterbehilfe).
Jedem, der eine Patientenverfügung verfasse – und jeder sollte dies möglichst mit Beginn der Volljährigkeit tun, so der Referent – müsse Art, Bedeutung und Tragweite erfassen und mit Datum und eigenhändiger Unterschrift versehen. Wichtig, dass Angehörige, aber auch der Hausarzt eine Kopie der Verfügung in ihren Akten haben.

Gerade für Angehörige sei daneben äußerst wichtig, durch eine Vorsorge-/Betreuungsvollmacht zum Handeln legitimiert zu sein. Denn ohne eine solche Vollmacht dürften weder Ehegatten, noch erwachsene Kinder, stellvertretend für den Erkrankten Entscheidungen treffen.

Viele der in der Diskussion gestellten Fragen drehten sich um die Themen „wer hilft mir bei der Erstellung einer Patientenverfügung?“, „welche Vorlagen kann ich nutzen?“

Oesterle verwies auf die ausgelegten Broschüren z.B. des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, welche kostenlos über www.bmjv.de zu beziehen sind, aber auch auf die Sozialstellen der Gemeinden sowie der Wohlfahrtsverbände, die alle gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Mit einem großen Dankeschön an Eva Ihler für die mediale Unterstützung, Dr. Fritz Ihler für den hervorragenden Vortrag sowie vor allem an die vielen Zuhörer schloss der 60plus-Kreisvorsitzende die Veranstaltung. Nicht ohne den Hinweis, dass das gezeigte Interesse für ihn und seinen Vorstand Ansporn sei, weitere Themen wie Berliner Testament, Vertretungsvollmacht, Erbrecht aus juristischer Sicht aufzugreifen.

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