Offene Stellen wie noch nie im Januar

Und der Landkreis Rosenheim hat aktuell die niedrigste Arbeitslosenquote im ganzen Bezirk

Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit drei Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk -und genau die gleiche wie im Vorjahr Januar 2016. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 4 033. Hier sind 2 602 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, saisonbedingt 742 mehr als im Vormonat Dezember 2016.

Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 431 arbeitslose SGB II-Kunden, sechs weniger als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 574 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 859 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Die eisigen Temperaturen und der üppige Schnee machen sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar – wie um diese Jahreszeit üblich – um 1 710 auf 9 810 Personen angestiegen. Viele Erwerbstätige aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten (Betrachtungszeitraum: 15.12.2016 bis 12.01.2017) und sich dann bei uns arbeitslos gemeldet“, so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ist aber weiterhin gut: Die Arbeitslosenquote ist mit 3,4 Prozent (0,6 Prozentpunkte mehr als im Vormonat) auf dem Niveau vom Januar 2016 und damit so gering wie in keinem Jahr zuvor.
Cujai weiter: „Die witterungsabhängigen Betriebe wollen ihre angestammten, guten Mitarbeiter nicht verlieren und haben ihren saisonbedingt gekündigten Beschäftigten überwiegend gleich eine Wiedereinstellungszusage gegeben. Zudem wurden bei der Arbeitsagentur Rosenheim im Januar 1 115 direkt zu besetzende Stellen neu gemeldet, 240 mehr als im Januar des Vorjahres. Beides deutet darauf hin, dass die Unternehmen auf dem regionalen Arbeitsmarkt die Lage trotz der globalen Unsicherheiten weiterhin als stabil einschätzen.

Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes schlägt sich auch darin nieder, dass die Anzahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 90 auf 1 730 Personen zurückgegangen ist. Wir wollen diese Personengruppe weiterhin intensiv bei der Stellensuche unterstützen, beispielsweise durch eine enge Betreuung und Begleitung bei der Arbeitssuche.“
Auffällig ist, dass sich im Januar der Zahl der arbeitslosen SGB III-Kunden gegenüber dem Vorjahr um 150 Personen auf 6 320 gemeldete Männer und Frauen erhöht hat, wohingegen die Anzahl der SGB II-Kunden um 200 auf 3 490 Personen zurückgegangen ist.

„Das ist primär darauf zurückzuführen, dass die Agentur für Arbeit (Bereich SGB III) nun diejenigen Kunden vermittlerisch betreut, die aufstockend zum Arbeitslosengeld Arbeitslosengeld II beziehen“, erklärt Cujai. „Diese Kunden wurden bisher durch das Jobcenter betreut. Der Vorjahresvergleich ist deshalb nur eingeschränkt möglich.“
Im Januar ist die Arbeitslosenquote saisonal bedingt bei den Männern höher als bei den Frauen, da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten. Die Arbeitslosenquote der Männer hat sich von 3,0 Prozent im Dezember auf nunmehr 3,9 Prozent erhöht (Zahl der arbeitslosen Männer insgesamt: 5 820), wohingegen die Arbeitslosenquote bei den Frauen lediglich um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent angestiegen ist (Zahl der arbeitslosen Frauen insgesamt: 3 990). So ist die Anzahl der als arbeitslos gemeldeten Personen in den Branchen Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau im Vergleich zum vergangenen Monat um 78 Prozent auf 435 Personen angestiegen und in der Baubranche war gar ein Plus von 88 Prozent auf 1 140 Erwerbslose zu verzeichnen.
Den 9 810 Erwerbslosen im Agenturbezirk stehen im Januar 4 100 vakante Stellen gegenüber (Vergleichsmonat des Vorjahres: 3 440), 3 800 davon sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (Vergleichsmonat des Vorjahres: 3 240). „Damit sind bei der Agentur für Arbeit so viele offene Angebote gemeldet wie noch nie in einem Januar“, betont Cujai. „Und wir wollen unsere gute Zusammenarbeit mit den Betrieben weiter stärken.“

Die meisten offenen Stellen gibt es im Januar mit 1 110 in den Berufssparten Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. Darunter fallen Jobs in der Kunststoff- und Holzverarbeitung, im gesamten Metallbereich, im Maschinenbau, in der Kfz-Technik, in der Energie- und Elektrotechnik sowie in der gesamten Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (auch als Koch oder Köchin).

Viele Jobangebote gibt es auch im kaufmännischen Bereich, inklusive Handel, Vertrieb und Tourismus, mit 770 vakanten Stellen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, inklusive Lehre und Erziehung, mit 760 Angeboten.

Gesucht werden in erster Linie Fachkräfte, die aber in einigen Bereichen rar sind. „Wir werden auch im Jahr 2017 wieder in die berufliche Qualifizierung, sei es für Arbeitssuchende oder begleitend im Beschäftigungsverhältnis, beispielsweise zum Erwerb eines Berufsabschlusses, investieren,“so Cujai.

Als Beispiel nennt sie die Kampagne Zukunftsstarter, bei der insbesondere Erwerbspersonen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss, oder die seit mindestens vier Jahren nicht mehr in ihrem Ausbildungsberuf gearbeitet haben, von der Agentur für Arbeit beim Erwerb eines Berufsabschlusses unterstützt werden. Interessierte können sich gerne unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 informieren.
„Auch die Besetzung von Ausbildungsstellen spielt eine große Rolle“, betont Cujai. „Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit rund 2 400 Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsstellen gemeldet, 400 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dem gegenüber stehen 2 660 offene Ausbildungsstellen, 30 weniger als im Vergleichszeitraum des vorherigen Berichtsjahres. Interessierte Jugendliche können gerne einen Termin mit unserer Berufsberatung vereinbaren.“

Der Arbeitsmarkt In den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent). Derzeit sind 1 829 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 304 auf 894. Für 935 arbeitslose SGB II-Kunden, elf weniger als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 280 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 783 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Januar eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent) aus. Das entspricht 2 264 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1 654 Männer und Frauen, 454 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 610 (41 weniger als im Dezember) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 049 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 651 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 688 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 3,2 Prozent (Vorjahr: 3,5 Prozent) entspricht. Davon sind 1 170 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 283 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 518 Arbeitslose, 12 weniger als im Dezember, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 288 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 021 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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