Neue Gefahr aus Fernost

Moschusbockkäfer in Kolbermoor und Rosenheim - Erster Befall in Deutschland

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In Kolbermoor und in Rosenheim wurden mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden! Dies ist der erste, amtlich bestätigte Befall in Deutschland! In Europa sind bisher nur zwei Befallsgebiete in Italien bekannt gwesen, heißt es. Der in China vorkommende Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) gilt als Baumschädling und wird in Pflanzen oder in Holz, insbesondere in Verpackungsholz, eingeschleppt …

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat die Stadt Kolbermoor zur Quarantänezone erklärt.

Eine Allgemeinverfügung zur Bekämpfung des Asiatischen Moschusbockkäfers wurde dabei erlassen. Die Allgemeinverfügung richtet sich an alle Grundbesitzer oder Personen, die Grundstücke in Kolbermoor bewirtschaften oder auch Personen, die beruflich oder zu Erwerbszwecken mit Pflanzen oder Holz im abgegrenzten Gebiet zu tun haben, sofern diese Pflanzen oder Gehölze der Familiengattung Prunus angehören.

Dies sind beispielsweise Kirsche, Pflaume, Zwetschge, Kriecherl, Mirabelle, Aprikose, Pfirsich und andere. Diese müssen ganzjährig im Intervall von zwei Monaten auf Befallssymptome und auf geschlüpfte Käfer des Moschusbockkäfers kontrolliert werden. In der Allgemeinverfügung sind weitere Meldepflichten und Auflagen aufgeführt, die bei Nichtbeachtung und Zuwiderhandlung zu einer Geldbuße oder zu einem Zwangsgeld führen.

Die Aromia bungii ist auf der EPPO A1 Liste aufgeführt.
Die Larven von Aromia bungii leben in verschiedenen Laubbaumarten. Die Larven fressen für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein, seltener auch bis ins Kernholz. Die Bäume können einen Befall mehrere Jahre ertragen.

Da die adulten Käfer aus noch lebenden Bäumen schlüpfen, kann die Folgegeneration am selben Baum etabliert werden, wodurch langfristig eine starke Schädigung durch die den Stamm durchziehenden Larvengänge zu erwarten ist.

Gerade bei Jungbäumen ist mit starken Schäden zu rechnen, wenn sich der Käfer ausbreitet, bis hin zum Absterben der Bäume. Wirtspflanzen des Käfers sind in Deutschland weit verbreitet, v.a. Prunus spp. (z.B. Kirsche, Pflaume, Kriecherl, Aprikose, Pfirsich) und Populus spp. (Pappel).

Biologie und Symptome

Der erwachsene Käfer ist etwa 2,5 bis vier Zentimeter lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln.

Nach der Eiablage am Baum erfolgt schnell der Schlupf der Larven, die sich für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein fressen und breite Gänge im Holz hinterlassen.

Das letzte Larvenstadium nagt ein Ausbohrloch (rund zwölf mm Durchmesser). Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und Genagsel aus dem Loch, die sich zum Beispiel in Astgabeln anhäufen.

Schadpotential

Der Asiatische Moschusbockkäfer ist schwer zu finden, da sich die Larve und die Puppe in der Wirtspflanze versteckt entwickeln.
Das Julius Kühn-Institut hat im Jahr 2012 eine Risikoanalyse erstellt und kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Asiatische Moschusbockkäfer in Deutschland ansiedeln und nicht unerhebliche Schäden verursachen kann. Es sind daher Maßnahmen zur Bekämpfung und zur Abwehr der Gefahr der Verschleppung entsprechend § 4a Pflanzenbeschauverordnung zu ergreifen.

Ihre Ansprechpartner sind:

– Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Fachzentrum L 3.1 Pflanzenbau
   Amtlicher Pflanzenschutzdienst Rosenheim, Miriam Maier, Telefon 08031/3004-312
– Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft Freising, Telefon 08161/71-3111
Weitere Information
European and Mediterranean Plant Protection Organization (EPPO)
Kontakt:
Bitte melden Sie den Fund eines Asiatischen Moschusbockkäfers in Bayern der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz.
E-Mail: aromia@lfl.bayern.de

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