Ned aufgeben, Ameranger Burschen!

Bezirksliga: Dritte Niederlage in Folge - Vier 18-Jährige auf dem Platz

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AuerDer SV Amerang hat die Bezirksliga-Partie beim TSV Waging mit 0:2 verloren und muss damit die dritte bittere Niederlage in Folge einstecken. Aber, wie auch schon in den beiden Begegnungen zuvor, wäre auch beim Tabellennachbarn in Waging durchaus a bissal mehr drin gewesen. Schon vor dem Anpfiff musste das Ameranger Team die nächste Hiobsbotschaft nach dem fixen Ausfall von Thomas Kasparetti verkraften: Auch Routinier Martin Rechl musste passen …

Er versuchte es noch beim Warmmachen, konnte aber kein grünes Licht geben. Für die beiden Ausfälle traten Andi Kasparetti und zum ersten Mal von Beginn der erst 18-jährige Daniel Auer (unser Foto) an. Für Tobias Rußwurm startete Michael Pfeilstetter.

Beiden Teams war die Nervosität auf Grund der angespannten Tabellensituation vom Anpfiff an anzumerken. So waren die ersten Spielminuten hauptsächlich von gegenseitigem Abtasten ohne größere Angriffsaktionen geprägt. Fünfzehn Minuten waren dann gespielt, da pfiff der Unparteiische an der linken Strafraumbegrenzung einen Freistoß für die Hausherren. Der direkte Abschluß von Niklas Maier aufs Tor von Keeper Christian Rechl fand sein Ziel: der Ball schlug nahe des kurzen Torecks ein, Rechl war noch dran – ein durchaus vermeidbarer Treffer.

Der SVA, der sich weiterhin an seine taktischen Vorgaben hielt, kam etwa zehn Minuten später zu seiner ersten nennenswerten Offensivaktion. Florian Stöcklhuber nutzte einen Abspielfehler in der TSV-Abwehr und marschierte Richtung Tor, er wurde im letzten Moment aber noch gestoppt und abgedrängt. Die nächste gute Möglichkeit verzeichneten ebenfalls die Ameranger. Andi Kasparetti wird steil geschickt und gerade noch am Torschuß gehindert, indem ein Waginger Abwehrspieler den Ball zur Ecke wegspitzelt (31.).

Es fehlt beim Ameranger Team derzeit in der Offensive einfach das Quentchen Glück, das aber im Moment stets der Gegner auf seiner Seite verbuchen kann. Ein wunderbares Beispiel für diese These ist das 2:0 für die Gastgeber: ein Klärungsversuch eines SVA-Abwehrspielers landet beim eigenen Mitspieler, wovon der Ball zurück an den 5er prallt, Maximilan Hoesle bedankt sich und schiebt ein (43.). Wer hier an Slapstick dachte, lag gar nicht so weit daneben.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte, die Spieler um Kapitän Christian Voit waren noch vom zweiten Gegentreffer ein wenig deprimiert, hätten die Hausherren beinahe noch den dritten Treffer erzielt, aber Andreas Kamml scheitert aus kurzer Distanz am gut reagierenden Keeper Rechl.

Das Niveau der beiden Kontrahenten entsprach sicherlich der Tabellensituation, die Gastgeber waren zwar ein wenig aktiver, aber auch nicht zwei Tore besser – ein Unentschieden zur Halbzeit wäre durchaus verdient gewesen.

Im zweiten Abschnitt waren gerade mal fünf Minuten gespielt, da jagte Florian Stöcklhuber, sträflich alleingelassen von der TSV-Abwehr, am zweiten Pfosten stehend aus etwa acht Metern eine lange Freistoßvorlage von Kapitän Voit volley knapp über den Kasten.

Nur vier Minuten später steckt Stöcklhuber am Strafraum den Ball vorbildlich auf den mitgelaufenen Pfeilstetter durch, dessen Granate in Richtung langes Eck kann vom Gäste-Keeper Michael Endlmaier gerade noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten gedreht werden. Eine starke Aktion von beiden. kurz darauf setzt sich Stöcklhuber über links durch, sein Zuspiel auf den in der Mitte freistehenden Rußwurm kann im letzten Augenblick aber noch abgewehrt werden (60.). Trainer Klaus Seidel hatte also für seine Mannen, bei denen im Laufe der zweiten Hälfte vier 18-Jährige auf dem Feld standen, anscheinend in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden.

Beim nächsten Angriff der Gäste-Elf, erneut über die linke Seite, startet Fabian Rußwurm seinen Raketenantrieb, geht an seinen Gegenspieler vorbei und passt zurück auf den Elfmeterpunkt, dort nimmt Johannes Lindner den Ball direkt. Endlich fiel das lang ersehnte und mittlerweile hochverdiente Tor für die Ameranger – dachten alle!  Doch der Waginger Torwart rettete reaktionsschnell per Fußabwehr.

Die Partie verflachte dann zusehends.

Die Gastgeber konnten nicht mehr investieren, deren fußballerische Klasse auch unterm Strich überschaubar war – und Amerang war nun ziemlich deprimiert. In der 71. Spielminute hätten die Waginger bei einem ihrer wenigen gefährlichen Angriffe in Halbzeit Zwei den Deckel endgültig drauf machen können. Torwart Christan Rechl verschätzte sich bei einer Flanke, Andreas Kamml nahm den Ball darauf direkt, sein Aufsetzer wurde aber von einem SVA-Abwehrspieler noch von der Linie gekratzt.

Als dann eine Viertelstunde vor Spielende Johannes Lindner nach seinem zweiten Foul (gestrecktes Bein) mit Gelb-Rot vom Platz musste, wurden auch die letzten Hoffnungen der Gäste begraben.

Das Spiel plätscherte nun so vor sich hin, bis Niklas Maier mit einem direkten Freistoß aus 23m in der Nachspielzeit Torhüter Christian Rechl nochmal zu einer Glanztat zwang, indem er den Ball aus dem rechten unteren Eck fischte. Kurz darauf pfiff der Unparteiische die Partie ab.

Auch zum dritten Mal in Folge war der Aufsteiger aus Amerang nicht unbedingt das glücklichere Team. Es wären auch beim Vorjahres-Aufsteiger durchaus Punkte drin gewesen. Wichtig für die folgenden Wochen ist aber die intakte Moral der von Trainer Klaus Seidel betreuten Mannschaft. Die Burschen geben nicht auf, arbeiten fleißig an sich und werden auch in den nächsten Spielen alles versuchen, endlich wieder erfolgreich zu sein.

Aufstellung SV Amerang:
C. Rechl, J. Lindner, F. Seidel, D. Auer, M. Hainzl, C. Voit (A), F. Stöcklhuber, M. Pfeilstetter (ab 60. A. Kleinhuber), A. Kasparetti (ab 80. J. Linhuber), S. Linhuber, T. Voit (ab 46. Rußwurm)

Tore:
1:0 (15. – direkter Freistoß) N. Maier, 2:0 (43.) A. Kamml

Gelbe Karten SVA:
Andreas Kasparetti (17., Foul), Christian Voit (50., Wegschieben eines Gegenspielers bei eigenen Freistoß), Johannes Lindner (60. Foul)

Gelb-Rote Karten SVA:
Johannes Lindner (75. Wiederholtes Foulspiel)

Zuschauer: 150

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