Mit frischen Kräften nach der Pause

Weisswasser zu Gast bei den Rosenheimer Starbulls

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LOGO NEGATIVRosenheim  –  Am Freitag hat die eishockeylose Zeit endlich wieder ein Ende. Nach der zehntägigen Deutschland-Cup-Pause greifen auch die Starbulls wieder in das Spielgeschehen der DEL2 ein. Um 19.30 Uhr werden die Lausitzer Füchse aus Weisswasser zu Gast im Rosenheimer Kathreinstadion sein. Mitwirken werden auch nach langem Ausfall wieder Shawn Weller und Kim Staal. Noch zwei Wochen verzichten müssen die Starbulls aber auf die Dienste von Fabian Zick. Mehr dazu unter www.wasserburger-stimme. de …

Zick erhielt beim Heimspiel gegen Riessersee einen heftigen Check und zog sich einen Bluterguss am rechten Oberschenkel zu. Dieser wurde punktiert, muss jetzt allerdings noch verheilen. Ein zuerst befürchtetes Kompartmentsyndrom bewahrheitete sich aber Gott sei Dank nicht. Wahrscheinlich wieder mit an Bord wird auch Robin Hanselko sein. Nach überstandener Gehirnerschütterung und Schleudertrauma wird der junge Rosenheimer Angreifer voraussichtlich am Freitag wieder spielen können. Ob es nochmals zu Komplikationen kommen wird, werden die nächsten Trainingseinheiten zeigen müssen. Ein Fragezeichen steht auch noch hinter dem Einsatz von Dominic Auger, der derzeit an einer Hüftprellung laboriert.

Somit kann Franz Steer, bis auf den langzeitverletzten Florian Müller, Fabian Zick und eventuell Dominic Auger, auf den kompletten Kader zurückgreifen. Wichtig dabei ist besonders die Tatsache, dass alle Mittelstürmer wieder zur Verfügung stehen werden. Grade deren Ausfall machte die Aufstellung der Sturmreihen zum Drahtseilakt. Diese lange Verletztenliste, in Verbindung mit den „englischen Wochen“ im Vorfeld des Deutschland- Cups (D-Cup), haben natürlich ihre Spuren hinterlassen. Kein Wunder, dass die aufopfernd kämpfenden Rosenheimer Kufencracks am Ende haben abreißen lassen müssen. Grade der letzte Auftritt in Dresden hat es deutlich gezeigt, wie geschlaucht die Spieler waren und am Ende einfach nicht mehr die Schritte gehen konnten, die zu einem positiven Ausgang des Spiels nötig gewesen wären.

Sieht man sich aber die Tabelle an, so reibt man sich verwundert die Augen. Verletzungsflut und kräftezehrenden Spielen zum Trotz, belegen Rosenheims Eishockeyspieler den zweiten Tabellenplatz, mit nur zwei Punkten Abstand zum Spitzenreiter. Zwischenzeitlich rangierten die Oberbayern sogar selber am Platz an der Sonne. Da stellt man sich unwillkürlich die Frage, wo denndie Mannschaft stehen würde ohne diese ganzen Ausfälle. Aber hätte, hätte Fahrradkette- das Leben ist kein Konjunktiv! Den Unwägbarkeiten einer laufenden Saison ist jede Mannschaft ausgesetzt. Nicht jammern, sondern aus den Bedingungen das Beste machen. Genau nach diesem Motto agiert auch das Rosenheimer Trainergespann.

Der Erfolg lässt sich an der Tabelle ablesen und die lügt bekanntlich nicht. Gut stehen sie da, Rosenheims Eishockeybullen und die Mannschaft ist hungrig nach Erfolg. Die D-Cup Pause wurde ausgiebig genutzt zum Regenerieren. Mit neuen Kräften will die Mannschaft von Kapitän Stephan Gottwald den Kampf um die Tabellenspitze wieder aufnehmen und damit gleich am Freitag anfangen. Der Begriff Tabellenspitze ist dabei auch kein Fremdwort mehr im Terminus der Verantwortlichen und Spieler. Wo jahrelang eher ein auf „Understatement“ gemacht wurde, spricht man jetzt ganz unverhohlen vom Titelkampf. Die Mannschaft hat Selbstvertrauen, weiß was sie kann und geht damit auch offensiv um. Warum auch nicht? Außer gegen Dresden konnten die Starbulls gegen jeden Gegner gewinnen. Bleibt das Team von langfristigen Verletzungen verschont, dann kann sie sicherlich ein gewichtiges Wörtchen um die Titelvergabe mitreden. Eine zusätzliche Motivation ist dabei auch die erste Saison der neu geschaffenen DEL2. Wer möchte da nicht gerne als Erster in der Meisterschaftsliste auftauchen?

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Jetzt beginnt erst einmal wieder die Zeit sich von Spiel zu Spiel zu orientieren. Diese Liga ist nicht einfach zu spielen. Zu ausgeglichen präsentieren sich die Mannschaften und so ist immer auch die Tagesform entscheidend über Sieg oder Niederlage. Mit den Lausitzer Füchsen kommt ein Gegner an die Mangfall, der in der Vergangenheit zu den unangenehmsten Kontrahenten für die Starbulls gehörte. Von sechs Auftritten der Lausitzer in Rosenheim, seit dem Aufstieg der Starbulls in die zweite Liga, konnten die Sachsen fünf gewinnen. Damit haben sie so oft im Kathreinstadion gewonnen wie kein anderes Team der Liga. Zwar gewannen Gottwald und Co. das erste Spiel in der Lausitz zuletzt mit 5:3 und drehten dabei ein fast schon verloren geglaubtes Match im letzten Drittel mit vier Toren in Folge, jedoch ist das Team gewarnt.

Grade auswärts präsentieren sich die Füchse äußerst destruktiv und versuchen vor allem einmal das Spiel des Gegners zu zerstören. Da ist eine hohe Laufbereitschaft gefragt und viel Geduld. Freilich kann der Tabellenvorletzte momentan nicht zufrieden sein mit seinem Abschneiden und hat seinerseits große Probleme. Erst jüngst verabschiedete sich der Deutsch- Amerikaner D.J. Jelitto nach Nordamerika. Ein Krankheitsfall in der Familie war ausschlaggebend für diesen überraschenden Schritt gewesen. Dabei wollten die Ostdeutschen in dieser Saison, aufgrund der Einweihung der neuen Arena, Euphorie verbreiten. Tristes ist stattdessen angesagt. Mit nur 39 erzielten Treffen belegen die Lausitzer diesbezüglich den letzten Tabellenplatz und die Defensive ist nicht in der Lage dieses Manko auszugleichen.

Auch der Ausfall eines ihrer Besten, Jonathan Boutin im Tor, der bisher ganze vier Spiele für sein Team bestreiten konnte, trug sicherlich zu dieser Situation bei. Auch scheint das Team um Kapitän Christoffer Kjärgaard sehr mit sich selber beschäftigt zu sein. Mit erst 17 eingefahrenen Punkten aus 18 Spielen ist der Rückstand auf Platz 8 der Tabelle und damit der Teilnahme an der Play- off Runde, bereits auf 8 Punkte angewachsen. Füchse Dompteur Dirk Rohrbach versprach in der Länderspielpause eine ganz harte Analyse der Lage. Besonders ärgerte dem Lausitzer Übungsleiter, dass sich seine Mannschaft bisher nicht an seine ausgegebene Marschroute gehalten hatte.

Kommt da das Auswärtsspiel beim Lieblingsgegner Rosenheim grade Recht? Immerhin gewannen die Füchse sogar in ihrer Katastrophensaison 2010/ 2011, als man mit 18 Niederlagen in Folge einen neuen Negativrekord aufgestellt hatte, zweimal an der Mangfall. Geht es nach den Willen von Franz Steer und seinen Jungs, darf die Krise der Füchse gerne noch einen weiteren Spieltag lang Bestand haben. Die Starbulls wollen an die Spitze um im Fernduell mit dem Erzrivalen Landshut keinen Boden zu verlieren. Außerdem wäre es wichtig für den Altmeister nach der Pause gut in den Spielbetrieb zu starten um das nötige Selbstvertrauen aufbauen zu können. Drei der letzten vier Heimspiele verloren die Grün- Weißen. Dass soll sich jetzt gegen Weisswasser ändern. 

Olaf Lüeße

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