„Meine Mannschaft hat gut gearbeitet“

Starbulls Rosenheim wieder auf dem richtigen Weg?

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LOGO NEGATIVNach einem leistungsmäßig höchst unterschiedlichen letzten Wochenende bekommen es Rosenheims Eishockeyspieler nun am Freitag ab 20 Uhr in Ravensburg mit den dort ansässigen Towerstars zu tun. Wie schon zuletzt gegen Riessersee muss Trainer Franz Steer auch in diesem Spiel auf den Einsatz der beiden Verteidiger Max Renner und Tobias Thalhammer verzichten.

Hoch her ging es am vergangenen Wochenende in der DEL2 für die Starbulls. Nach einer sehr mäßigen Leistung und 2:7-Packung in Weißwasser folgte im anschließenden Oberbayernderby gegen Riessersee eine deutliche Reaktion der Mannschaft und man musste sich nur knapp mit 1:2 geschlagen geben. Dieses Spiel hätte gut und gerne auch anders ausgehen können, jedoch war die abgelieferte Leistung gegen die Mannschaft der Stunde mehr als nur beachtlich gewesen. Eine Niederlage nach Penaltyschiessen ist und bleibt eine Lotterie. Dabei sorgte eben jenes „Shootout“ (SO)  für gehörige Diskussionen im Anschluss an die Partie. Rosenheim wähnte sich von HSR Sicorschi benachteiligt, der während des Penaltyschiessens zweimal ein Torverschieben der Gäste übersehen hätte, was nach gängiger Regelauslegung eigentlich zu technischen Toren pro Rosenheim hätte führen müssen.

Verstimmt war man auf Rosenheimer Seite auch deshalb so sehr, weil exakt diese Situation bereits in einem vorhergehenden Spiel gegen Rosenheim ausgelegt wurde. Vorsorglich wurde bei der Ligaleitung Protest eingelegt, dem jedoch nicht stattgegeben wurde.

So stellt sich die aktuelle Tabellenkonstellation als äußerst delikat dar. Aus dem Vierkampf um die Tabellenspitze ist nun ein Fünfkampf geworden. Gerade einmal vier Punkte trennen die Kontrahenten. Etwas abgeschlagen hinter dem Spitzenfeld auf Platz sechs sind die Ravensburg Towerstars zu finden, der morgige Gegner der Starbulls. Die Oberschwaben hatten wahrlich keinen guten Start ins neue Jahr erwischt und konnten von sieben Spielen grade einmal zwei gewinnen. Damit hat die von Petri Kujala trainierte Mannschaft bereits sieben Punkte Rückstand auf die Starbulls, die somit morgen die Chance bekommen sich den Konkurrenten erst einmal mittelfristig vom Leibe zu halten und ihrerseits wichtige Punkte zu sammeln für das spätere Heimrecht im Viertelfinale. Zwar spricht die bisherige Bilanz beider Teams bisher mit 7:2 Punkten pro Rosenheim, nur der erste Auftritt in Ravensburg ging mit 3:2-SO knapp an die Gastgeber, jedoch ist Vorsicht geboten! Die aktuelle Schwäche der Oberschwaben bezieht sich vor allem auf ihre Auftritte in der Fremde. Zuhause ist der EVR jedoch eine Macht. 17 Mal konnten die Turmstädter bereits zuhause gewinnen, so oft wie kein anderes Team in der DEL2. Dem gegenüber steht immerhin die beste Auswärtsbilanz aller DE2-Teams der Starbulls, die ihrerseits mit 12 Erfolgen in der Fremde die entsprechende Statistik anführen.

Für große mediale Aufmerksamkeit sorgte vor kurzem die Entlassung eines Aushängeschildes der Towerstars. Trainer Petri Kujala verfügte erst jüngst die Entlassung des altgedienten Verteidigers Lukas Slavetinsky, mit dem er keine Zusammenarbeit mehr sah. Diese Maßnahme stieß im Umfeld nicht überall auf Gegenliebe, denn trotz der polarisierenden Persönlichkeit des als „Enfant terrible“ bekannten Spielers, galt dieser nichts desto Trotz als einer der Gallionsfiguren des Teams, der durch seine Leistung auch maßgeblich für die Erringung des Meistertitels in der Saison 2010/ 2011 verantwortlich zeichnete. Überhaupt knistert es schon seit längerem in Fankreisen, welche vor allem den Spielstil Kujalas bemängeln, welcher als wenig attraktiv wahrgenommen wird.

Nicht davon beeindrucken lassen wollen sich die Starbulls, die nur all zu gut wissen, über welche Qualitäten der morgige Gegner verfügt. Herausragender Akteur ist sicherlich Justin Kelly, welcher mit 59 Scorerpunkten gleich 20 Punkte mehr auf seinem Konto aufzuweisen hat als der nächste Mannschaftskamerad in der Liste Radek Krestan. Ein Spieler, der an einem guten Tag im Alleingang Spiele entscheiden kann. Ein Prunkstück der Mannschaft ist aber sicherlich das Auftreten in eigener Unterzahl. Mit 86,15% führen die Oberschwaben die entsprechende Statistik an und dies ist auch nötig, denn 842 Strafminuten sind immerhin der zweit höchste Wert in der DEL2. Nur Bremerhaven durfte noch öfter in der Kühlbox Platz nehmen.

Die Starbulls fahren zuversichtlich nach Ravensburg. „Meine Mannschaft hat die ganze Woche über gut trainiert“, so SBR- Coach Franz Steer im Vorfeld dieser Begegnung. Vor allem wurden viele Videoanalysen der eigenen Fehler gemacht und an deren Abstellung gearbeitet. Mit einer Leistung wie gegen Garmisch und ein wenig Fortune, ist auch ein Erfolg in Ravensburg durchaus im Bereich des Möglichen. OL

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