Mehr Stellplätze für Fahrräder

Grüne stellen Antrag auf Erhöhung des Bestandes - Diskussion im Bauausschuss

Einen Antrag auf Vervierfachung der Fahrradständer-Stellplätze im Altstadtbereich stellten die Grünen im Bauausschuss der Stadt Wasserburg, was für eine hitzige Diskussion unter den Räten sorgte. Gleich zu Beginn der Beratung nannte Bürgermeister Michael Kölbl mehrere Argumente, die die Verwaltung dem Antrag entgegenstellt:

„Eine pauschale Erhöhung der Stellplätze für Fahrräder um den Faktor vier ist nicht sachgerecht. Es sind die Markt-Sonntage zu bedenken, an denen Fahrradständer im Weg sein könnten. Auch haben wir oftmals das Problem von Schrotträdern, die an Ständer gekettet sind – wir sind nicht befugt, diese zu entfernen.“ Eventuelle Einschränkungen der Barrierefreiheit und der Wege des Winterdienstes im Altstadtgebiet seien ebenfalls kritisch zu bedenken.

„Die meisten Fahrradständer in der Stadt sind ohnehin ungenutzt, weil jeder sein Radl dort abstellt, wo er es gerade braucht“, so Kölbl weiter. Sein Vorschlag: „Der Bauausschuss kann die Verwaltung beauftragen, den tatsächlichen Bestand an Fahrradständern zu überprüfen und für weitere Stellplätze zu sorgen.“

Christian Stadler (Grüne ): „Der Fahrraddiebstahl ist ein großes Problem in der Stadt. Wir haben eine Vervierfachung der Stellplätze genannt, um eine zahlenmäßige Verbindlichkeit bei der Antragsstellung zu erreichen – damit wir nicht wieder um jeden Radlständer einzeln betteln müssen.“

Nach einer genauen Überprüfung des Bestandes ist Stadler auf einen Faktor von 6,23 Autos zu einem Fahrradstellplatz gekommen – das sei eindeutig zu wenig: „Wenn wir eine gute Fahrrad-Infrastruktur in der Stadt erreichen möchten, können wir nicht mehr tun, als eine Einladung an die Fahrradfahrer auszusprechen, indem wir ihnen Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Die Räder werden momentan einfach irgendwo abgestellt, weil es zu wenig Fahrradständer gibt.“ In der Herrengasse, der Palmanoanlage, am Weberzipfel und in der Färbergasse seien überhaupt keine sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorhanden.

Stadler weiter: „Die Stadt muss sich überlegen, ob die Prioritäten bei vier Märkten im Jahr höher liegen, als bei der Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur. Dann muss man eben mal die Stände anders verteilen.“  Auch die Barrierefreiheit und mögliche Einschränkungen des Winterdienstes seien keine schlagkräftigen Argumente. „Und Schrottautos in den Parkhäusern sollten uns wohl mehr zu denken geben als ein oder zwei Schrottradl in den Fahrradständern.“

Einen „Schaufensterantrag“ nannte Peter Stenger (SPD) die Forderung der Grünen: „Ich fahre täglich mit dem Rad in die Stadt und sehe überhaupt keinen Bedarf an Fahrradständern. Genau wie jeder andere stelle ich mein Radl direkt vorm Geschäft ab. Eine Vervierfachung an Stellplätzen ist wirklich nicht gerechtfertigt.“

Wolfgang Schmid (CSU) kann den Antrag nachvollziehen: „Für manche ist ein Fahrrad nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein teures Sportgerät, das man anständig sichern möchte.“ Sein Vorschlag: „Schweißen wir doch einfach Bügel an die vielen Pflanztöpfe in der Stadt!“

Der Bauausschuss einigte sich auf die Erweiterung der Fahrradständer-Stellplätze um 50 Stück im Ensemblegebiet der Wasserburger Altstadt. Das Aufstellen von Fahrradständern an unkritischen Standorten wird möglichst zeitnah ermöglicht, über weitere Standorte und Möglichkeiten wird in der nächsten Bauausschuss-Sitzung diskutiert. HF

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11 Gedanken zu „Mehr Stellplätze für Fahrräder

  1. Die Stadt hat andere Probleme. Ich stell mein Rad nicht mal bei den Markthallen in den Radständer. Zwecks Diebstahl können die Grünen ja Schlösser spendieren. Sinnvoller.

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    1. Ich wäre dafür, dass die Wasserburger Stimme ein Phrasenschwein-Spendenkonto für einen guten Zweck einrichtet und jeder, der hier dieses ewig bedeutungsschwangere „die Stadt hat andere Probleme“ absondert, kann dann gleich mal 5 Euro überweisen.

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  2. Ich glaube die Radlständer sind nicht das Wichtigste. Ich finde die Stadt könnte allgemein etwas mehr für Radfahrer tun. Ich bin neulich mit meinen Kinder von der Sparkasse kommend Richtung Innbrücke gefahren. Da hört dann plötzlich am Brückenwirt der Radweg auf. Man steht praktisch plötzlich mit den Fahrrädern auf dem Fußweg. Wie gehts dann weiter, wenn man über die Brücke will? Über den Zebrastreifen (fahren, oder schieben?) und dann versuchen sich in den fließenden Verkehr einzuordnen? Oder auf dem Gehweg weiterfahren? Oder dad Rad über die Brücke schieben???
    Wenn man mit dem Fahrrad Richtung Gymnasium oder Bücherei will, ist es nicht viel besser, Radweg gibts da auch keinen, und wehe dem, der es wagt da Mittags, wenn die ganzen Schulbusse unterwegs sind mit dem Rad auf der Straße zu fahren.
    Also Radlständer sind in meinen Augen in Wasserburg das geringete Problem.

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    1. Maria, wir können ja für sie die Brücke neubauen. damit sie sicher sind!
      Jetzt mal für Menschen die entweder keinen Führerschein haben oder aber diesen scheinbar im Lotto gewonnen haben.
      Der Zebrastreifen ist nur für Fußgänger, heißt ich persönlich bremse nicht wenn ein Radler kommt und meint er kann darüber brettern.
      Kinder bis 8 Jahre dürfen auf dem Gehweg fahren. Mama und Papa entweder auf die Straße oder aber runter vom Rad und nebenher laufen.
      Maria und wenn ich mich recht entsinne ist der Radweg auf der Sparkassenseite keiner in beide Fahrtrichtungen, heißt sie haben nicht in richtung Brücke zu fahren. Schlußvolgerung das sogenante ende ist nur ein Anfang.
      Also wieder der Straßenverkehrsordnung ist: auf einem nicht gekennzeichneten Radweg in die falsche Richtung fahren, Fahrend den Zebrastreifen zu überqueren, ab 9 Jahre auf dem Geweg zu radeln.
      Nicht immer die anderen auch mal selbst überlegen was man falsch macht.

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      1. Danke für die vielen hilfreichen und äuserst freundlich formulierten Hinweise. Ich werde mir bei Gelegenheit den Radweg nochmal genau anschauen, auch die Fahrtrichtung. Macht für mich die Sache aber auch nicht einfacher. Denn wenn ich mit den Kindern (und Kinder sind es auch noch mit zehn und zwölf) auf der Straße fahre, fühle ich mich bestimmt nicht sicherer. Und det Gehweg auf det Inbrücke ist so breit, da hätte evtl auch noch ein Radlweg platz.
        Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass ich als Radfahrer in det Stadt mein Rad nicht nur parken wil, sondern auch damit fahren, ohne von einem Autofahrer über den Haufen gebrettert zu werden.

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        1. Der Wunsch, in der Stadt das Radl nicht nur abstellen, sondern mit eben jenem auch gefahrlos dort hinzukommen, ist nachvollziehbar. Allerdings muss man auch dazusagen, dass sowohl die Innbrücke als auch die Salzburger Straße Staatsstraßen sind. Da hat die Stadt nicht nur wenig Einfluss drauf, da wäre auch jede denkbare Lösung sehr schwierig und/oder sehr teuer und/oder sehr langwierig.
          Jetzt hat sich also eine Stadtratsfraktion mal eines Problems angenommen, das aus der subjektiven Sicht des Einzelnen nun nicht das drängendste sein mag, das aber recht schnell und mit vergleichbar wenig Aufwand zu lösen ist. Unabhängig davon, dass damit natürlich nicht alle Radlerprobleme auf alle Zeiten gelöst sind, ist das aber zumindest mal eine spürbare Verbesserung. Doch was ist die Folge? Es wird geschimpft und gemeckert und die lobenswerte Initiative schlecht geredet. Die anderen Stadtratsfraktionen, von denen mir persönlich keine Initiativen zur Verbesserung der Radlfreundlichkeit unserer Stadt bekannt sind (man möge mich gerne verbessern, wenn einer was weiß) werden sich in ihrer diesbezüglichen Tatenlosigkeit aufs Allerfeinste bestätigt sehen. Das führt in der Folge dann aber sicher nicht dazu, dass irgendwann in absehbarer Zeit auch mal die großen und schwierigen Probleme angegangen werden.

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        2. So Roland, ich hab mir das nochmal angeschaut. Der Radweg darf in beide Richtungen befahren werden.
          Auch sonst lagst du in deinem Kommentar nich immer ganz richtig. Kinder bis acht Jahre dürfen von einem Erwachsenen auf dem Gehweg begleitet werden und Kinder bis zehn können sich aussuchen, ob sie Gehweg oder Straße benutzen.
          Also, bevor du loskritisierst beherzige doch erst mal deine eigenen Worte:“Nicht immer die anderen…“

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          1. Ja Maria die Kinder dürfen, habe ich auch kein Problem, die Eltern aber nicht die haben nebenher zu laufen!
            Trotzdem ist der Zebrastreifen nicht für Radfahrer und die brettern darüber ohne links und rechts zu schauen. Zudem die Radfahrer alles ander als mit Rücksicht unterwegs sind! Sage nur Inndamm oder Münchnerstraße wo sie teilweise wie die Geisteskranken unterwegs sind. Und vor sie meckern, ja hier darf Rad gefahren werden aber der Fußgänger hat vortritt! Radfahren dann im schritt!
            Und schon mal geschaut wer alles auf dem Gehweg unterwegs ist? Kinder sehe ich da selten.
            Ja Robert ich bin selten mit dem Rad unterwegs weil das in Wasserburg keinen spaß macht, aber zu Fuß und da reichen mir die Radler bis über die Hutschnur, da viele auf Fußgänger keine Rücksicht nehmen.

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          2. So Roland, nochmal, du bist auf dem falsche Dampfer was das Radln auf dem Gehweg betrifft. Es gibt da eine neue Änderung. Kinder bis acht dürfen von einem Erwachsenen mit dem Rad suf dem Gehweg begleitet werden. Es muss Rücksicht auf Fußgänger genommen werden, aber nicht Schrittgwschwindigkeit gegahren werden.
            Und noch was, ich hab nicht gesagt, das ich über den Zebradtreifen radle, ich habe nur die Fragen aufgezählt, die sich einem als Radfahrer an dieser Stelle aufdrängen.
            Da ich oft mit meinen Kindern unterwegs bin, fahre ich schon alleine als gutes Beispiel eigentlich immer möglichst vorbildlich und rücksichtsvoll.
            Und ja, Radln macht auf dieser Innseite in Wasserburg keinen Spaß, aber ich sehe nicht ein, daß ich deswegen mit dem Auto fahren muss, wenn ich zur Bücherei oder Richtung Badria will. Und wenn alle, also Radler und Autofahrer etwas Rücksicht nehmen, dann gehts schon.

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      2. Mei Roland, man hört, daß Sie oft mit dem Radl unterwegs sind. Der Radweg ist tatsächlich für beide Richtungen und endet einfach am Zebrastreifen. (und nur am Rande, wäre der Radweg tatsächlich nur in einer Richtung, müßte man aus dem Burgerfeld kommend sich in den Autoverkehr einordnen und um die Sparkasse herumfahren, für viele schon mit dem Auto schwierig…) Schade, daß Sie nicht für Radfahrer bremsen („…und meint er kann darüber brettern“ trifft auch für viele Autofahrer zu). Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, weiß, daß man sich irgendwo zwischen Fußgängern und Autos einordnen muß. Richtig spannend wird’s dann, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Wirklich ernstgenommen wird man als Verkehrsteilnehmer nicht. Es würde schon viel helfen, wenn die Durchfahrt durch die Altstadt stark eingeschränkt würde.

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  3. Die grünen scho wieder 🙈

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