Letztmals „Alice“ in dieser Spielzeit

Belacqua zeigt am Freitag Musiktheater von Tom Waits

image_pdfimage_print

alice__BEL0660_kIm Juli 1862 rudern Charles Lutwidge Dodgson und Pfarrer Duckworth mit Lorina, Alice und Edith Liddell auf der Themse entlang. Sie wollen von Oxford nach Godstow, um dort zu picknicken. Die Fahrt im Boot dauert. Die Mädchen wollen unbedingt eine Geschichte hören. Und sie bekommen die Geschichte. Dodgson, der als Mathematiker gern mit Zahlen, als Denker gern mit der Logik und als Schriftsteller gern mit dem Wort spielt, lässt seiner Fantasie freien Lauf. Er beginnt von einem Mädchen zu erzählen, das in ein Kaninchenloch fällt …

Die kleine Alice liebt diese Geschichte so sehr, dass sie Onkel Dodgson bittet, sie aufzuschreiben. Im November 1864 ist es so weit: Dogdson übergibt Alice ein handschriftlich gefertigtes Büchlein, das er unter dem Pseudonym Lewis Carroll verfasst hat, mit der Widmung: „Ein Weihnachtsgeschenk für ein liebes Kind in Erinnerung an einen Sommertag“.

Ohne Alice gäbe es keine „Alice im Wunderland“, gäbe es diese schriftstellerische Ikone, dieses Kultbuch nicht, dass seither Kinder wie Mathematiker und Fantasten wie Logiker in seinen Bann zieht. Wie in einem Traum entfalten sich die Assoziationen. Genau darauf beziehen sich über ein Jahrhundert später Komponist Tom Waits, Regisseur Robert Wilson und Autor Paul Schmidt, als sie das Stück „Alice“ entwickeln. Sie gestalten ein assoziatives Gesamtkunstwerk aus klingenden Nonsens-Texten und sensibler Notenpoesie.

Auf dieser Basis spüren sie dem innigen Band nach, das den berühmten Autor und das Mädchen Alice verband. Sie gewähren Einblicke in Dodgsons Kopf und begeben sich auf Spurensuche nach diesem Motiv, das ihn zum Schreiben und auch zum Fotografieren anregte und ihn letztlich zu einer lebensbegleitenden, verzweifelten Suche nach dem ästhetischen Urbild unschuldiger Schönheit aufbrechen ließ.

Ein bewegender, berührender Abend über einen Mann, der nicht nur Schriftsteller wie James Joyce oder Maler wie Max Ernst, sondern auch reihenweise Wissenschaftler und überhaupt Menschen auf der ganzen Welt zum Nachdenken brachte.

Die letzte Zusatzvorstellung dieser Produktion in der laufenden Spielzeit ist am Freitag, 14. Februar, um 20 Uhr.

Regie: Uwe Bertram. Musikalische Leitung: Georg Karger.

Arrangements: Georg Karger/Wolfgang Roth. Bühne: Segerer/Bertram.

Es spielen: Ernst Matthias Friedrich, Susan Hecker, Hilmar Henjes, Nik Mayr, Annett Segerer. Musiker: Peter Holzapfel, Georg Karger, Anno Kesting, Wolfgang Roth, Leonhard Schilde, Regina Alma Semmler.

 

Fotos: Christian Flamm.

 

Kartenbestellung und weitere Informationen über www.belacqua.de. Bei Rückfragen können Sie sich unter Telefon 08071/597345 an das Theaterbüro wenden, wochentags von 9 bis 13 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf auch beim Kroiss Ticket-Zentrum in Rosenheim, in der Buchhandlung Fabula Wasserburg und beim Kulturpunkt Isen.

 

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