Kommt die „Fair-Play-Liga“ im U9-Bereich …

... sowie flexible Mannschaftsgrößen in den unteren Spielklassen?

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Team UEs geht unter anderem um eine bayernweite Einführung der „Fair-Play-Liga“ im U9-Bereich und den Vorschlag „Flexible Mannschaftsgrößen in den beiden unteren Spielklassen“: Unter dem Motto „Verband und Vereine – pro Amateurfußball“ fasst der Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) am 18./19. Juli in Bad Gögging wichtige Beschlüsse für die Zukunft des Amateurfußballs in Bayern. 263 Delegierte wählen für die nächsten vier Jahre zudem die Führungskräfte des Verbandes neu. An der Spitze stellt sich BFV-Präsident Dr. Rainer Koch zur Wiederwahl. 

Die Vizepräsidenten Rolf Eppelein und Volker Wedel kandidieren nach zehn bzw. vier Jahren im BFV-Präsidium nicht mehr für eine weitere Amtszeit. Auch Verbands-Schiedsrichterobmann Rudolf Stark stellt sich nicht mehr zur Wahl. Neben den sechs Mitgliedern des Verbands-Präsidiums und den vier Vorsitzenden der Verbands-Ausschüsse (Spielausschuss, Frauen- und Mädchenausschuss, Jugendausschuss, Schiedsrichterausschuss) wählen die Delegierten auch den Vorsitzenden des Verbands-Sportgerichts, die Mitglieder der BFV-Prüfungskommission sowie das neue U30-Vorstandsmitglied.

Am Samstag stimmt der Verbandstag nach den Neuwahlen dann über Anträge zu möglichen Änderungen und Reformen ab. Die Delegierten entscheiden über eine bayernweite Einführung der „Fair-Play-Liga“ im U9-Bereich und den Vorschlag „Flexible Mannschaftsgrößen in den beiden unteren Spielklassen“. Auf den Kreis- und Bezirkstagen hatte sich eine deutliche Mehrheit für die „Fair-Play-Liga“ ausgesprochen (75 bzw. 100 Prozent Zustimmung).

Die Idee der flexiblen Mannschaftsgrößen bewerteten die bayerischen Vereine regional höchst unterschiedlich (Zustimmung: Kreistage 33 Prozent; Bezirkstage 25 Prozent). Deshalb sollen die sieben Bezirke des BFV individuell und dezentral über eine mögliche Einführung von flexiblen Mannschaftsgrößen in ihren Kreisen entscheiden können.

Was versteht man unter flexiblen Mannschaftsgrößen?
Nicht überall können Vereine komplette Mannschaften stellen. Ihnen soll die Chance geboten werden, mit verkleinerten Teams am Wettspielbetrieb teilzunehmen. Die Idee: In den beiden unteren Spielklassen wird der Spielbetrieb bei den A-, B- und C-Junioren erleichtert, indem Vereine entsprechend ihrer Möglichkeit eine 11er-, 10er-, 9er- oder 8er-Mannschaft für den Spielbetrieb melden.

Es können auf Kreisebene Staffeln gebildet werden, in denen sowohl Mannschaften mit kompletter Spielerstärke als auch reduzierter Spielerstärke teilnehmen. Treffen Mannschaften mit unterschiedlicher Stärke aufeinander, richtet sich die Anzahl der Spieler am „kleineren“ Team aus.

Zudem stimmen die Delegierten auf dem Verbandstag auch über die Neufassungen der Spiel- und Jugendordnung ab. Nachdem in den letzten Jahren viele Anpassungen und Detailänderungen nötig waren, haben die zuständigen Verbandsgremien beide Ordnungen komplett überarbeitet, klarer strukturiert und die Lesbarkeit verbessert.

Der Auftakt des Verbandstages am Freitag zeigt mit Festreden, Ehrengästen, Video-Einspielern, Ehrungen und bunt gemixten Talkrunden die ganze Vielfalt des bayerischen Amateurfußballs. Im Mittelpunkt steht die BFV-Kampagne „Pro Amateurfußball“, von der UEFA 2014 als bestes Breitenfußball-Projekt mit dem „Grassroots Day Award“ in Gold ausgezeichnet. Prominentester Ehrengast des BFV-Verbandstages ist Wolfgang Niersbach. Der DFB-Präsident hält beim offiziellen Teil am Freitagnachmittag eine Rede zum Amateurfußball und blickt am Festabend in einer Talkrunde auf die WM in Brasilien zurück.

Professor Udo Steiner, ehemaliger Bundesverfassungsrichter und anerkannter Experte in der Bekämpfung von Wettbetrug, richtet in seinem Vortrag den Blick ebenfalls auf die Bedeutung des Amateurfußballs. Aus der bayerischen Wirtschaft diskutieren Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Stefan Geib, Vorsitzender der Commerzbank-Geschäftsleitung (Gebietsfiliale Bayern-Süd), und Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern, über das Thema Sponsoring.

Weiterer Höhepunkt am Freitag ist die Wahl zum „Bayern-Treffer des Jahres“, präsentiert vom BFV und dem Bayerischen Rundfunk. Die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen beim Online-Voting (noch bis 8. Juli auf www.bfv.tv) werden beim Festabend von BFV-Präsident Rainer Koch und BR-Sportchef Werner Rabe geehrt.

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung, die auf dem Verbandstag unterzeichnet wird, bauen der BFV und das Regensburger „FIFA Medical Centre of Excellence“ (Universitätsklinikum Regensburg) ihre Partnerschaft aus. Das „FIFA Medical Centre“ steuert zukünftig unter anderem die medizinische Betreuung in den 19 BFV-Nachwuchsleistungszentren. Die 2012 gegründete BFV-Sozialstiftung übergibt in Bad Gögging drei Spendenschecks über insgesamt 42.000 Euro an Menschen, die vom  Jahrhunderthochwasser in Bayern massiv betroffen waren.

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