„Keine Bühne für Hass-Botschaften“

Sommerfestival in Rosenheim: Grüne Jugend fordert Ausschluss von Xavier Naidoo

Xavier Naidoo wird von der Grünen Jugend Rosenheim als „Reichsbürger-Sympathisant“ bezeichnet: Die Grüne Jugend fordert nun deshalb, dass der Musiker, der als Stargast für das Rosenheimer Sommerfestival geplant ist, von der Veranstaltung ausgeschlossen werde – um das Festival nicht zu einer „Bühne für Hass-Botschaften“ werden zu lassen.

Katharina Schulze, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, die jetzt den Kreisverband der Grünen Jugend Rosenheim besucht hat, sagt: „Besonders besorgniserregend ist, dass die Zahl der Opfer rechtsextrem motivierter Gewaltdelikte in den letzten Jahren massiv ansteigt.“

Ein Problem liege in der zunehmenden Vernetzung der rechten Szene. Während die NPD, wie auch vom Bundesverfassungsgericht festgestellt, zunehmend an Bedeutung verliere, vernetzten sich der „Völkisch-nationale AfD-Landesverband Bayern“, „Der III. Weg“, „Die Rechte“, „Die Identitäre Bewegung“ und „Pegida“ zunehmend in Deutschland.

So gab es laut Schulze im Jahr 2015 allein in Bayern 77 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, im ersten Quartal des Jahres 2016 schon 45. Außerdem wurden 2015 ganze 886 Einschüchterungsversuche und Bedrohungen gegenüber Personen, die nicht in das menschenverachtende Bild der Hetzer passen, gemeldet.

Als Konsequenz fordert sie, „zivilgesellschaftliche Initiativen finanziell besser von der Landesregierung zu fördern und Antidiskriminierungsstellen vor allem im ländlichen Raum auszubauen“. Auch stelle sich laut der Abgeordneten immer mehr heraus: „Rassistische und antidemokratische Tendenzen ziehen sich durch alle gesellschaftlichen Schichten, weshalb schulische und außerschulische Programme für Demokratiebildung und Toleranz ausgebaut werden müssen.“

Gerade im Landkreis Rosenheim sei in diesem Bereich noch viel zu tun, so die Grüne Jugend. So solle beispielsweise verhindert werden, dass „das Rosenheimer Sommerfestival zu einem Ort der Diskriminierung und fehlender Toleranz wird.“

Geplant ist der Auftritt von Xavier Naidoo, von der Grünen Jugend als „Reichsbürger-Sympathisant“ und „Verbreiter von Verschwörungstheorien, antisemitischen Äußerungen, Homophobie, expliziten Hassbotschaften und der Reichsbürger-Bewegung nahen Äußerungen“ beschrieben wird.

Laut der aktuellen Pressemitteilung sei das alljährliche Sommerfestival auch überregional sehr geschätzt und sollte somit „auf gar keinen Fall zu einer Bühne für Hassbotschaften werden.“

Die Grüne Jugend Rosenheim fordert deshalb, Xavier Naidoo von der Veranstaltung auszuschließen. Weitere Schritte zu einer offeneren und toleranteren Gesellschaft müssen folgen, so die Botschaft. Es brauche eine regionale Antidiskriminierungsstelle in Rosenheim für Menschen, die Opfer rassistischer Gewalttaten geworden sind, sowie den Ausbau von Programmen für Demokratiebildung und Toleranz.

Foto: Sommerfestival Rosenheim

 

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8 Gedanken zu „„Keine Bühne für Hass-Botschaften“

  1. Wen interessiert die „grüne“ Jugend?

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    1. Genauso gut könnte man fragen: Wen interessiert Resi Huber? Aber das tue ich nicht und verweise lieber darauf, dass jede politische Nachwuchsorganisation in unserem demokratischen Rechtsstaat die Möglichkeit hat, sich zu Themen zu äußern und Forderungen zu formulieren. Man muss dann auch akzeptieren können, wenn dies einmal nicht der eigenen persönlichen Meinung entspricht.

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      1. Sollten sich lieber um Schmetterlinge und Butterblümchen kümmern.
        Wenn die „grüne“ Jugend demokratisch wäre, hätte sie nichts gegen einen Auftritt von Xavier Naidoo.

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        1. Den ersten Satz werte ich mal als Polemik – also Schwamm drüber. Aber eine nähere Erläuterung des zweiten Satzes wäre jetzt spannend. Muss man also notfalls einen „Verbreiter von Verschwörungstheorien, antisemitischen Äußerungen, Homophobie, expliziten Hassbotschaften und der Reichsbürger-Bewegung nahen Äußerungen“ unwidersprochen machen lassen, um vor Ihren gestrengen Augen als Demokrat durchzugehen?

          Bei all der Aufregung über irgendwelche Botschaften und getätigte oder nicht getätigte Aussagen des Xavier Naidoo sollte man natürlich eines auch nicht vergessen: Der macht schon auch eine verdammt schreckliche Musik.

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          1. Die grüne Jugend Rosenheim sollte lieber mal in der Vergangenheit ihrer eigenen Partei forschen!

            Hat Joschka Fischer über seine Vergangenheit gelogen? Eine Recherche des „Stern“ deutet darauf hin. Das Magazin hat einen Zeugen ausfindig gemacht, der dem ehemaligen Außenminister eine Mitverantwortung für den Anschlag auf einen Polizisten im Mai 1976 gibt.

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          2. @Sauermann: wenn der Fischer was angestellt hat, dann soll er dafür auch zur Verantwortung gezogen werden. Aber selbst, wenn dem so wäre, dann würde das jetzt was genau an den Aussagen von Xavier Naidoo besser machen?

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  2. 1984 Georg Orwell lässt grüssen. Ich schlage vor das geplante Wahrheitsministerium sollte von den Grünen – am besten den Rosenheimer Grünen – besetzt werden. Dann können viele neue Arbeitsplätze /Ausbildungsplätze geschaffen werden: Gesinnungsschnüffler und – sortierer.
    Vielleicht lässt sich die von diesen Grünen vorgeschlagene Katzensteuer, der Veggieday etc. Irgendwie da auch noch unterbringen.

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    1. @Edeltraud, das Wahrheitsminesterium hatten wir doch schon einmal zwischne 33 und 45 hieß das Ding Gestapo und in der DDR Stasi. Unter dem Motto alle dürfen Ihre Meinug sagen aber das was ich Sage ist Gesetz?
      Hier auf den Grünen rumzuhaken finde ich jetzt nicht inordnung, wir wissen doch alle das die Verföhnt sind. Übrigens Katzensteuer finde ich nicht schlecht, da diese lieben Tiere immerhin die häufigsten unfälle auf der Straße verursachen.
      Aber jetz zurück zu Xavier Naidoo, wenn man sich die Musik die der Kerl macht einfach nur anhört muss ich gestehen das ich schon schlechtere gehört habe. Für seine Aussagen die Er macht naja. Vorschlag von mir Er darf auf der Bühne singen und dann kommen die Jungen in weiß mit der berühmten Jacke und bis zum nächsten Auftritt ab in den Käfig. Ich weis das ist politisch nicht Korrekt und die Grünen werden sich jetzt über die Menschenrechte aufregen aber wäre doch zumindestens ein Gedanke oder?

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