In einem Land „Somnambulistan“

Neue Ausstellung: Zwischen der Tradition des Westens und der islamischen Welt

image_pdfimage_print

„Ich bin Deutsche, so wie ich Türkin bin!“ Das sagt die Malerin Ergül Cengiz, die zusammen mit Kinay Olcaytu in der Galerie im Ganserhaus ab dem kommenden Samstag, 1. April, ihre Werke in Wasserburg ausstellt. Der Arbeitskreis 68 präsentiert die Kunst der beiden Frauen unter dem Thema „Somnambulistan“ – das wiederum ist ein Land, das es nicht gibt und in dem doch viele schon einmal waren. Wandelnd in der Nacht, im Schlaf, den Mond im Blick …

Ornamentale Bilder, Assemblagen und Tableaumalerei: Die Arbeiten zeigen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen tradionellen wie modernen Stilrichtungen in der bildenden Kunst des Orients und Okzidents.

Ergül Cengiz wurde 1975 im bayerischen Moosburg an der Isar als drittes Kind
türkischer Eltern geboren. Ihre Malerei ist geprägt von einer formalen Auseinandersetzung mit der islamisch geprägten, ornamentalen Kunst und der westlichen Tradition der figurativen Darstellung. Sie kombiniert in ihren visuell opulenten Gemälden westliche Bildelemente mit klassischen, orientalischen Mustern. Orient und Okzident durchdringen sich. Sie zeigt eine künstlerische Welt der grenzüberschreitenden Kulturen.

Ergül Cengiz hat an der Akademie in München und an der Hochschule Hamburg Malerei studiert. Sie lebt und arbeitet in München und positioniert sich bewusst zwischen den Kunsttraditionen des Westens und denen der islamischen Welt.

Kinay Olcaytu sucht in ihrer Arbeiten die kritische Auseinandersetzung mit den Klischees des Orientalismus. Dazu verbindet sie biografische Elemente mit künstlerischen Strategien. Ihre teils humoresken Tableaus und Assemblagen thematisieren das Wechselseitige der „Konstruktion des Anderen“, das auch die deutsch-türkische Kulturgeschichte der Vergangenheit prägte.

Kinay Olcaytu stammt aus Izmir und studierte in Istanbul, Offenbach und Hamburg Fotografie, Visuelle Kommunikation und Freie Kunst. Im dem von ihr gegründeten „Okzidentalismus Institut” beschäftigt sich Kinay Olcaytu mit westlichen Kulturphänomenen.

Vernissage am 1. April um 18 Uhr in der Galerie im Ganserhaus

Begrüßung: Dominic Hausmann, Erster Vorsitzender des AK 68
Einführung: Stefan Scherer, Ausstellungskurator

Ausstellungsdauer: 2. bis 30. April 2017
geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 19 Uhr

wj

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.