Im Schluss-Spurt: Richtig schön Basket gespielt!

Unglaublich: Seit Monaten uneinholbar - Damen siegen gestern 88:77

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Basket 1000Wasserburg – Es glich schon einer kleinen Sensation, als die Basketball-Damen vom TSV Wasserburg vor einer guten Woche auswärts gegen den Tabellen-Vorletzten Osnabrück zum ersten Mal seit fünfzehn Spielen die Punkte abgeben mussten. Am gestrigen Samstag nun war der Tabellen-Zehnte Nördlingen zu Gast, für den es um alles ging: Playoff oder Abstieg? Bitter für Nördlingen: Wasserburg ist zurück in der Spur – ein umjubeltes 88:77 (36:39) gestern in der Badria-Halle.

Über weite Teile der Partie tat sich aber das Team von Trainer Bastian Wernthaler in diesem Derby gegen eine äußerst stark aufspielende Nördlinger Mannschaft richtig schwer. Die Friendsfactory Baskets hatten sich erst kürzlich um die Aufbauspielerin Aliaksandra Tarasava verstärkt, die auf eine fundierte internationale Erfahrung zurückgreifen kann und die die Rieserinnen taktisch präzise koordinierte. Auch hatte die Langzeitsäule des Nördlinger Teams Morgan Henderson in Wasserburg eines ihrer wohl besten Spiele in dieser Saison. Sie punktete gleich 25-fach mit Trefferquoten von 60 – 88% und machte so das Leben der Wasserburger Defense schwer.

Die Wasserburgerinnen mussten also Etliches in die Waagschale werfen, um nicht nur mithalten zu können, sondern um auch weiterhin zuhause eine weiße Weste zu behalten. Dabei konnte Trainer Wernthaler aber nicht aus dem Vollen, sprich dem gesamten Kader, schöpfen. Mit Rebecca Thoresen, Vera Perostiyska, Tiina Sten und Anita Teilane sind mittlerweile vier Ausfälle zu verbuchen, die die Rotation im Spiel sehr einschränken. Wernthaler brachte deshalb schon im ersten Viertel Gemahlin Verena (vormals Stürmlinger) aufs Parkett, die mit fast elf Minuten Spielzeit wohl einen ihrer längsten Einsätze in dieser Saison hatte.

Ausgeglichen gestaltete sich das erste Viertel, das mit 19:18 nur knapp an den TSV ging. Was folgte, war mit dem zweiten Spielabschnitt wohl die schwächste Phase im Wasserburger Spiel und trug bis zur Halbzeitpause sogar zur Nördlinger Führung (36:39) bei.

Den Wasserburgerinnen wollte da aber auch gar nichts gelingen. Symptomatisch waren die Distanzwürfe von Anne Breitreiner, die so gar nicht durch die gegnerische Reuse wollten und mehr als einmal am Ring wieder aus dem Korb sprangen. Und auch Centerin Emma Cannon, deren Leistungsamplituden derzeit in beide Richtungen hoch ausschlagen können, hatte bis zur Pause erst mit fünf Punkten zum Wasserburger Konto beigetragen. Einzig und allein Svenja Brunckhorst hielt mit bis dahin 16 Zählern ihr Team im Spiel. Höchste Zeit für Wernthaler zur Halbzeit in der Kabine deutliche Worte zu finden.

Und die fruchteten. Wasserburg legte gleich zu Beginn des dritten Viertels einen 14:3-Spurt hin, der dem TSV einen kleinen Abstand verschaffte (51:42). Aber Nördlingen ließ nicht nach, konnte einen Wasserburger Vorsprung immer wieder aufholen und hielt bis über die Mitte des letzen Abschnitts gefährlich mit (71:68, 36. Minute).

Erst dann kippte das Spiel in die richtige Richtung. Der TSV Wasserburg tat das, was die zahlreichen Fans in der Badriahalle von ihm erwartet hatten und was das Team die meiste Zeit in der vergangenen Liga-Saison schon so oft unter Beweis gestellt hatte: nämlich richtig schön Basketball spielen. Plötzlich fand die Mannschaft ins Spiel, spielte befreit auf. Und auf einmal fielen auch die wichtigen Körbe in dieser Begegnung. Mit einem 13:3-Lauf verschafften sich die Innstädterinnen Luft und zeigten wenigstens in den letzten vier Minuten, warum der künftige deutsche Meister auch in diesem Jahr wieder TSV Wasserburg heißen muss.

Der TSV Wasserburg befindet sich derzeit in einer einzigartigen Situation gegenüber dem Rest der Liga: Seit Monaten steht das Team derzeit uneinholbar mit einer Führung von zwölf Punkten vor dem Tabellen-Zweiten an der Tabellen-Spitze.

Dass Wasserburgs Damen als erste Mannschaft in die Playoffs ziehen werden, steht also schon lange außer Frage und macht es zunehmend schwerer die Motivation zu halten. Zwei Partien stehen nun vor der Finalrunde auf dem Plan, gegen die Saarlouis Royals am kommenden Samstag und eine Woche später müssen die Damen in Halle ran. Wenn dann Thoresen, Perostiyska und Sten wieder auf dem Parkett stehen, sollten aber auch die letzten Zweifel vor den Playoffs beseitigt sein, sollte es denn welche geben.

Es spielten: Emma Cannon (20 Punkte), Svenja Brunckhorts (18), Stephanie Wagner (13), Anne Breitreiner (12), Melissa Jeltema (12), Stina Barnert (6), Martina Dover (5), und Verena Wernthaler (2). – mjv (Foto: kr)

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